Die Fragen des Interpellanten Beat Künzli (Laupersdorf) und die Antworten des Regierungsrats werden nachstehend sinngemäss widergegeben.

Wie beurteilt der Regierungsrat, dass die Sicht von Experten für Gesamtschulen und stufenübergreifenden Unterricht in keines der Gutachten eingeflossen ist, um daraus Entwicklungsoptionen als Variante einer Schliessung abzuleiten?

Nicht die Organisationsform, sondern die Prozessqualität des Unterrichts ist entscheidend. Der Schulträger hat verschiedene Entwicklungsoptionen geprüft und faktenbasiert entschieden.

Die Chancengleichheit sei nicht mehr gegeben, heisst es in der Expertise. Wie lässt sich dies beurteilen ohne dabei Rückmeldungen von Abnehmerschulen zu beachten?

Solche Rückmeldungen sind insofern nicht von Bedeutung, als sie ein Bild vom Ist-Zustand vermitteln. Sie lassen aber keine Rückschlüsse auf die Steuerung und die Entwicklung der Kontextvariablen zu.

Wie steht es um das Gefahrenpotenzial eines allfälligen Schülertransportes?

Die Strassen auf den Brunnersberg sind zwar stellenweise eng und steil, aber solide. Darauf wickelt sich der tägliche Verkehr der Bevölkerung des Brunnersbergs ab, unter anderem Transporte von Schülerinnen und Schülern zur Musikschule oder Sekundarschule. Zudem verkehrt vom 1. Mai bis 1. November täglich ein Kleinbus. Eine Fahrt ab heutigem Schulhaus ins Tal dauert etwa 20 Minuten, für viele Kinder weniger lang, weil sie unterwegs zusteigen können. Dies auch im Winter, weil die Strassen aufwendig geräumt werden.

Steht nicht laut Schulgesetz dem Schüler das Recht zu, jene Schule mit dem kürzesten Weg besuchen zu dürfen?

Ein solches Recht existiert nicht. Der Kanton kann jedoch standortbedingte Erschwernisse des Schulbesuchs beseitigen oder vermindern. Allenfalls ist ein Transport zu organisieren.

Sind Folgekosten bzw. die Kostenverlagerung infolge einer Schliessung ausreichend abgeklärt?

Im Jahr 2012 betrug der Gesamtaufwand für die Bergschule 267 554 Franken. Nach Abzug der Subventionen verbleiben den Trägergemeinden 114 075 Franken. Die Schüler könnten in den allermeisten Fällen in bestehende Klassen kostenneutral integriert werden. Schülertransporte kämen auf rund 50 000 Franken zu stehen. Schneeräumung generiert keine zusätzlichen Kosten und für die Mittagsbetreuung wären diese unwesentlich höher.

Durften die Trägergemeinden die Schulvereinbarung kündigen, ohne dass ein Beschluss der Gemeindeversammlung vorliegt?

Ob diese Kündigung durch die Gemeinderäte rechtskonform ist, wird in mehreren hängigen Beschwerdeverfahren geprüft. Daher sind dazu im Moment keine Aussagen möglich.

Steht der Bergschule nicht eine Sonderstellung zu als bildendes und kulturelles Zentrum einer bedrohten Minderheit?

Eine Sonderstellung ist nicht zu erkennen. Eine Integration der Schüler in Klassen im Tal ist aufgrund der Mobilität und des Angebots an Tagesstrukturen durch die Gemeinden verantwortbar. Das Bildungsangebot für Bewohner des Brunnersbergs wird vollständig gewährleistet. (rrb/wak)