Oensingen

Die Bauarbeiten auf dem Bahnhof kommen zügig voran

Am 26. Oktober soll die Einweihung des Bahnhofs Oensingen gefeiert werden, noch wird mit Hochdruck gebaut.

Ein Kran hebt eine riesige, weisse Platte über die Gleise, wo ein halbes Dutzend Männer in orangen Kleidern diese an den richtigen Platz dirigieren und auf das dunkelgraue Metallgerüst montieren.

Dann ruft die Sirene viermal Ta-Tü und ein Zug fährt durch den Bahnhof Oensingen. Es ist so viel los auf der Baustelle des Bahnhofs Oensingen, dass man meinen könnte, es sei gerade rush hour – dabei ist der Samstagmorgen eigentlich eine der ruhigeren Zeiten.

Die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) treiben den Ausbau des Mittelperrons im Bahnhof Oensingen mit Hochdruck voran und da muss auch nachts und an Wochenenden gearbeitet werden.

Das Gleis 3 auf der einen Seite ist bereits neu, auf der anderen Seite ist erst die Unterbausanierung mit Schotter und umweltfreundlicher Entwässerung abgeschlossen. Die Einweihung ist in fünf Wochen, also am 26. Oktober.

«Es gibt noch viel zu tun, aber wir werden den Terminplan problemlos einhalten können», verspricht Gesamtprojektleiter Marko Kern. Die kleineren Abschlussarbeiten sollen dann bis Ende dieses Jahres fertig sein.

Ein Pilotprojekt

Das Perron für die Gleise drei und vier wurde bereits auf 420 Meter verlängert, um auch für extrem lange Extrazüge, die ab und zu auf der Jurasüdfusslinie fahren, genügend Platz für den Halt zu bieten. Die Grossbaustelle, wo die SBB rund 21 Millionen Franken investiert, heisst aber eher bescheiden «Ausbau Mittelperron», denn hier wird noch viel mehr realisiert.

«Wir schauen, dass wir möglichst vernünftig mit dem Geld umgehen», sagt Gesamtprojektleiter Marko Kern. So saniert die SBB gleichzeitig den Gleisunterbau und baut die Unterführung um. Das ist effizienter und kostengünstiger als die verschiedenen Projekte separat durchzuführen.

«Oensingen ist auch ein Pilotprojekt», nennt Kern eine Besonderheit, «wir bauen hier zum ersten Mal ein Oberlicht für die Personenunterführung. Die Passagiere auf dem neuen Perron werden über eine transparente Unterfläche gehen.»

Behindertengerecht

«Ältere Menschen und Personen mit Behinderungen können in Zukunft leichter ein- und aussteigen», erklärt Kern das Konzept, das dem Perronneubau zu Grunde liegt. «Die steile Rampe und die grosse Neigung der stehenden Züge stellten bisher in Oensingen auch für Reisende mit Gepäck ein Hindernis dar.

Weil die neu gebauten Gleise eine geringere Neigung haben, wird der Fahrgastwechsel schneller erfolgen und das hilft der SBB, den Fahrplan einzuhalten.»

Mit der Erhöhung des Mittelperrons auf 55 Zentimeter über Schienenoberkante können Rollstuhlfaher in Zukunft ohne fremde Hilfe ein- und aussteigen. Der Bahnhof Oensingen wird somit die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllen.

Ein Nachteil ist, dass nun die maximale Durchfahrtgeschwindigkeit der Züge durch die Kurve des Bahnhofs von 120 auf 100 Stundenkilometer reduziert wird. «Das fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, weil ohnehin die meisten Personenzüge in Oensingen anhalten.»

Die SBB plant, auf der Jurasüdfusslinie den Halbstundentakt für den RegioExpress einzuführen. Mit dem neuen Mittelperron sei der Bahnhof Oensingen auch dafür gerüstet, verspricht Kern.

Ende Oktober ist die Intensivphase vorbei, dann werden also die Fahrplaneinschränkungenund das Umsteigen auf Shuttle-Verbindungen der Geschichte angehören. Der Oberbauleiter Andy von Weissenfluh und der Gesamtprojektleiter Marko Kern sprechen von einer positiven Zeit: «Wir haben die Bevölkerung regelmässig informiert und sind nahezu immer auf grosses Verständnis gestossen, obwohl unsere Bautätigkeiten für viele Leute eine Belastung dargestellt haben. Dafür sind wir sehr dankbar.»

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