Mit einem topaktuellen Thema wartete die Bürgergemeinde Obergösgen anlässlich ihres traditionellen Waldganges vom letzten Samstag auf – Hochwasserschutz. Neben Obergösgen sind auch jene Gemeinden in die Schutzmassnahmen involviert, die in den letzten Jahren die Auswirkungen bei Überschwemmungen jeweils hautnah zu spüren bekamen.

Massnahmen werden umgesetzt

Nach Niedergösgen und Däniken werden aktuell nun auch in Obergösgen Massnahmen umgesetzt. Von diesem Thema angesprochen, folgten gegen fünfzig Personen den Ausführungen von Gemeinderat Peter Kyburz, der mit anschaulichen Dokumentationen das Projekt erläuterte.

Einleitend wies er darauf hin, dass die Planungsarbeiten mehr Zeit beansprucht hätten als vorgesehen und dass sich in der Folge der Baubeginn der Schutzmassnahmen verzögert habe. Inzwischen konnte der vorgezogene Bau des Dammabschnitts beim Restaurant Fähre abgeschlossen werden. Auf dem Waldganges konnte dieser Damm auch gleich besichtigt werden. Das Material für den Damm stammt aus Lostorf. Kyburz erklärte, dass dieses bestimmte Voraussetzungen erfüllen müsse und deshalb regelmässig vor Ort von Geologen auf seine Tauglichkeit überprüft werde.

Bauarbeiten werden intensiviert

Ab dieser Woche sollen nun die Bauarbeiten für den Damm westlich des Restaurants Fähre in Obergösgen intensiviert werden. Als Erstes sind sämtliche Wurzelstöcke auszubaggern, dann wird die Baupiste erstellt. «50 Sonnentage sind anschliessend für den Dammbau bis Dulliken notwendig», bemerkte Peter Kyburz. Sollte Petrus nicht mitspielen, werde sich die Bauzeit entsprechend verzögern. «Deshalb kann auch nicht gesagt werden, wann das Werk beendet sein wird». Kyburz führte weiter aus, dass aufgrund des anhaltend hohen Wasserstandes auch die Bauarbeiten des Pumpwerkes an der Dänikerstrasse um zwei Monate in Verzug geraten seien. In diesem Abschnitt wird entlang der Strasse eine Betonmauer errichtet. Zudem werden hier neue Wasser-, Strom- und Kanalisationsleitungen eingelegt. Läuft alles nach Programm, sollten diese Arbeiten im kommenden Frühling beendet sein.

Mehr Platz für die Aare

Derzeit im Baubewilligungsverfahren befindet sich das geplante Seitengerinne mit kleinen Inseln und Damm im Bereich des Wanderweges beim Sandacker. Ziel dieser Massnahme sei, der Aare mehr Platz einzuräumen. Peter Kyburz bestätigte, «dass dazu umfangreiche Rodungsarbeiten unumgänglich sind». Allerdings werde darauf geachtet, dass seltene, sehr wertvolle Bäume geschützt und erhalten bleiben und Lücken durch Wiederaufforstung und natürliche Verjüngung innerhalb weniger Jahre wieder geschlossen würden. Von den Hochwasserschutzmassnahmen betroffen ist im Weiteren auch der alte Rastplatz Wiedacker, unter dem sich ein Regenauffangbecken befindet. Aufgrund des neu zu bauenden Dammes muss das Becken mit einem Pumpensumpf versehen werden. Ergänzend werden mobile Pumpen angeschafft, die bei Hochwasser von der Feuerwehr eingesetzt würden.

Ungewissheit beim Kugelfang

Noch nicht abschätzbar sind die finanziellen Folgen der Altlastensanierung des nachweislich mit Schwermetall belasteten Kugelfanges beim alten Schützenhaus. Denn der Damm verläuft auch hier entlang. «Wir können nur hoffen, dass die Kosten nicht an der Bürgergemeinde hängen bleiben», schloss Peter Kyburz seine Ausführungen. Nach dem informativen und lehrreichen Rundgang luden Bürgergemeindepräsident Rolf Spielmann und der Präsidenten der Jugend- und Kulturkommission, Reto Meier, zum gemütlichen Beisammensein bei Grillbraten und Salaten ein.