Ortsplanungsrevision
Die Balsthaler Schlüsselstellen sind entscheidend

Die Ortsplanungsrevision gibt Auskunft darüber, wie sich Balsthal mit Bauland, Sagi-Areal oder Papieri-Areal entwickeln soll.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Bei der Ortsplanungsrevision für die grösste Thaler Gemeinde wird der Bevölkerung Gelegenheit zur Mitwirkung gegeben.

Bei der Ortsplanungsrevision für die grösste Thaler Gemeinde wird der Bevölkerung Gelegenheit zur Mitwirkung gegeben.

Bruno Kissling

Ortsplanungsrevision sorgen für Diskussionsstoff – auch in Balsthal. Vor ein paar Tagen fand eine erste Info-Veranstaltung zum Mitwirkungsverfahren für die Bevölkerung statt, an welcher der Ressortleiter Planung im Gemeinderat, Freddy Kreuchi, und der Ortsplaner von Balsthal, Thomas Ledermann vom Büro BSB + Partner vor 45 Personen den Dialog mit der Bevölkerung starteten.

Im sogenannten Mitwirkungsverfahren hat die Bevölkerung die Möglichkeit, weitere Ideen oder Einwände für die vorliegende Ortsplanungsrevision einzubringen; und dies noch, bevor die eigentliche Auflage geschieht. «So können Anliegen aus der Bevölkerung berücksichtigt, oder Bedenken und Fragen beantwortet werden», sagt Kreuchi. Und Ledermann ergänzt: «Das gesamte Planungsprozedere bis hin zur Bewilligung durch den Regierungsrat kann so fliessender verlaufen. Deshalb unser Aufruf an die Bevölkerung: Nehmen Sie die Möglichkeit zur Mitwirkung wahr. Wir Planer wollen auch kritische und konstruktive Stimmen aufnehmen.»

Eine Ortsplanrevision sollte etwa alle 15 Jahre durchgeführt werden, sagt das Gesetz. In Balsthal war dies 2002 letztmals der Fall. Grundlagen für die seit 2016 dauernden Arbeiten sind in erster Linie das seit 2014 bestehende Raumplanungsgesetz. Stossrichtung dieses Gesetzes ist der Grundsatz: Siedlungsentwicklung mit Qualität gegen innen lenken und kompakte Siedlungen schaffen.

Das räumliche Leitbild von 2014 als Ausgangslage

«Ein sehr wichtiges Instrument, auf welches sich die eingesetzte Planungskommission stützen konnte, ist das räumliche Leitbild, mit Naturinventar und Naturkonzept, welches wir in Balsthal bereits 2014 erarbeitet und genehmigt haben», erläutert Freddy Kreuchi. Den kantonalen Stellen wurde das Ortsplanungsdossier zur ersten Würdigung im September 2018 eingereicht.

Im Vorprüfungsbericht vom Juni 2019 bescheinigte man den Balsthaler Planern, dass in vielen Themenbereichen gute Ansätze vorhanden seien, dass aber das Thema der Siedlungsentwicklung nach innen noch zu wenig konsequent umgesetzt werde. Hingegen seien die Themen Natur, Landschaft und Umwelt vorbildlich erarbeitet.

Schlüsselstellen: Sagi-Areal und Papieri-Areal

Balsthal soll in den kommenden 15 Jahren nur moderat, auf rund 6800 Personen anwachsen, ist dem räumlichen Leitbild zu entnehmen. «Schon allein, wenn Balsthal seine sogenannten Schlüsselzonen dem Gesetz gemäss sinnvoll und zweckmässig plant, wird dieses Ziel erreicht», sagt Ledermann. Als Schlüsselzonen werden bezeichnet: das Sagi-Areal, die Hunzikerwiese, das Papieri-Areal, das Städtchen Klus, der historische Ortskern und die regionale Arbeitszone im Moos.

Wichtigstes Ziel in der Ortsplanung ist neben der Verdichtung eine Bereinigung der Zonen. Es wurde erkannt: Balsthal benötigt keine weiteren Bauzonen; Reservezonen sollen in Landwirtschaftszonen umgezont werden. «Wir haben derzeit rund acht ha Land in W2 und W3 Bauzonen, davon sind mehr als 50 Prozent Einzelparzellen», zählt Ledermann auf. Es solle vielmehr im Interesse der Gemeinde und ihrer Bewohner sein, dass dieses Bauland auf den Markt kommt. «Wichtig dabei ist aber, dass die gewachsenen Quartiere ihren Charakter behalten und dass auch Grünzonen innerhalb des bebauten Gebietes möglich sind. Auch Rück- und Auszonungen sind Gegenstand der Planung», erläutert Kreuchi und erwähnt hier die Kirchmatte oder das Oberfeld. Diese Erkenntnis wurde auch durch die Resultate einer Quartieranalyse durch einen auswärtigen Stadtentwickler bestätigt.

Über die grossen, zusammenhängenden Flächen, wie das Papieri-Areal, soll zudem eine Gestaltungsplanpflicht verhängt werden. Durch die Gestaltungsplanpflicht ist ein aktives Mitwirken von Kanton, Gemeinderat und Bevölkerung im Planungsprozess möglich, was zu Entwicklungen mit hoher Qualität führt. «Beim Sagi-Areal und der Hunzikerwiese ist dies bereits sehr gut gelungen, beim Papieri-Areal – wo wir uns eine Mischzone mit Arbeiten und Wohnen vorstellen – steht uns das noch bevor», so Kreuchi.

Wie stehts um die schützenswerte Kernzone?

Für Balsthal wichtig ist auch die historische Kernzone, die zum Teil im ISOS-Inventar der schützenswerten Ortsbilder aufgeführt ist. Kreuchi: «Die Kernzone wurde zum Teil erweitert und neu in eine Zentrumszone eingeteilt, in welcher auch bestimmte Vorgaben zu erfüllen sind. Dazu gehört neu auch das Sagi-Areal als Beispiel.» Doch der innere Kern bleibe, wie er ist. Das Ortsbildreglement wurde in das Zonenreglement integriert. «Schutzobjekte und schützenswerte Objekte haben wir überprüft und ergänzt. So gehören heute auch die Brücken über den Augstbach entlang der Lindenalleee zu den schützenswerten Objekten».

Bei der Ortsplanrevision werden auch Baubegriffe und Messweisen harmonisiert und gemäss der kantonalen Bauverordnung angepasst. Es gibt keine eigentliche Ausnützungsziffer mehr, sondern man führt neu Bestimmungen zu einer Überbauungsziffer ein.

Das Mitwirkungsverfahren für die Ortsplanrevision läuft noch bis zum 5. Oktober. Das Gesamtdossier kann auf der Bauverwaltung eingesehen werden oder ist auf www.balsthal.ch im Internet abrufbar. Darüber hinaus finden auch noch Sprechstunden am Samstag 12. Sept. von 8.30 bis 11.30 Uhr und am Montag, 21. Sept. von 17 bis 20 Uhr statt.