Schon beim Eintreten wird man vom teigig-süsslichen Geruch nach Backwaren umhüllt. Verschiedene Brote, Gipfeli und Weggli sind fein säuberlich auf Holzregalen aufgereiht. Nebst den Backwaren hat es auch Pasta und Honig im Angebot. Natürlich alles selbst gemacht. «Mein Mann ist Imker», erklärt Beatrice Berger, Besitzerin des Backstübli in Oberbuchsiten. «Und ich experimentiere gerne.» Das erklärt die Teigwaren.

Seit 16 Jahren betreibt die gelernte Bäcker–Konditorin ihre eigene kleine Backstube. «Bevor ich Kinder hatte, arbeitete ich lange in der ehemaligen Bäckerei Kofmel im Dorf», erzählt Berger. Auch später, als dann die Kinder da waren, half sie in der Bäckerei aus und buk nebenbei zu Hause Holzofenbrot. «Die Leute haben mich und meine Backwaren immer gekannt.»

Aus diesem Grund habe sie dann auch bereits auf eine Stammkundschaft zählen können, als sie ihre eigene kleine Bäckerei eröffnete. Dafür habe sich der leerstehende Raum angeboten. Im selben Gebäude befinden sich auch die Gartenbaufirma von Mann Roman sowie die Wohnung der beiden. «Wenn sich das nicht gerade so ergeben hätte, würde ich wohl immer noch nur ab und zu in einer Bäckerei aushelfen», überlegt Berger. Denn einen eigenen Laden habe sie zuvor nicht gewünscht. Schliesslich gehe da viel Aufwand mit einher. «Ich schätze es jetzt aber sehr, mein eigener Herr und Meister zu sein.» Und das Backen konnte sie so oder so nie ganz sein lassen: «Das gehört zu mir.»

Ihre Arbeitstage beginnen früh

Die Räumlichkeiten sind offen gestaltet. Vorne befinden sich die Holzregale mit den Waren darauf, dahinter befindet sich der Arbeitsplatz der Bäckerin sowie die diversen Bäckereimaschinen und der Ofen, in dem die Backfee ihre Wunder vollbringt. «Am liebsten mache ich Kleingebäck mit Blätterteig», verrät Berger. Dabei könne sie kreativ sein und auch mal etwas Neues ausprobieren. «Meine Arbeit ist für mich gleichzeitig wie eine Therapie, ich bin noch nie mit einem ‹Anschiss› aufgestanden», sagt Berger und lacht. «Und das, obwohl ich wirklich sehr früh aufstehen muss.»

Der Tag beginnt für die Bäckerin nämlich bereits um drei Uhr morgens, freitags sogar noch eine Stunde früher. Denn um 6.30 Uhr, wenn der Laden öffnet, müssen die frisch gebackenen Backwaren für die ersten Kunden bereit sein. Während das gesamte Dorf noch schläft, knetet Berger ihre Teige, formt Brote, bäckt Gipfeli. Dazu hört sie Musik, meistens Radio. «Diese morgendliche Routine ist wie Meditation für mich», schwärmt die Backfee.

Trotz der Freude an der Arbeit sind die Tage sehr lang. Deshalb hat das Backstübli auch nur dienstags und freitags geöffnet. «Das könnte ich nicht an mehreren Tagen durchziehen, schliesslich mache ich die gesamte Arbeit alleine.» Aber die Kundschaft sei zum Glück sehr unkompliziert. Auch ausserhalb der Ladenöffnungszeiten nimmt Berger Bestellungen entgegen für etwa Geburtstagspartys, Firmenfeiern sowie Events von Vereinen oder der Gemeinde. «Solche Anlässe sind dann auch die beste Werbung für mich. Dort gibt es Mund-zu-Mund-Propaganda.»

«Werde mein Leben lang backen»

Laufkundschaft hat die Backstube nämlich kaum, da sie sich abseits vom Dorfgeschehen befindet. Trotzdem zähle sie viele Kunden. «In grösseren Läden geht das Persönliche verloren», erklärt sich Berger das Bestehen ihres Ladens. «Ich bin immer für einen Schwatz zu haben, das wird sehr geschätzt.» Auch kenne sie alle ihre Kunden mit Namen und könne auf deren Wünsche individuell eingehen.

«Mir wurde auch schon oft gesagt, mein Brot halte länger als dasjenige aus dem Grossverteiler», fügt Berger mit einem Augenzwinkern an. Für ihre Backwaren benutzt Berger auch keine zusätzlichen Stoffe, einen Gärschrank besitze sie nicht einmal. «Das kommt bei meinen Kunden halt auch gut an.»

Auch wenn der Besitz eines eigenen Geschäfts vor der Eröffnung ihres eigenen Ladens nie ein Traum von ihr gewesen sei, könnte sich Berger ihr Backstübli nun nicht mehr wegdenken. «Am Anfang war es schon viel Arbeit, vor allem noch mit den Kindern.» Hätte Berger damals eine Räumlichkeit mieten müssen, wäre das Backstübli wohl nie entstanden. «Dass ich im selben Gebäude wohnen und arbeiten kann, ist eine glückliche Fügung.» So oder so stehe der Laden aber nicht im Vordergrund. Für Berger war und ist nur eines wichtig: «Ich werde mein Leben lang backen.»