Härkingen
Die Ausstellung «iBet» bringt Leben in die Alte Kirche

Adelheid Hanselmann und Michelle DeFalque eröffnen mit der Ausstellung «iBet» eine andere Welt, die geprägt ist von mystischen Geheimnissen.

Madeleine Schüpfer
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Adelheid Hanselmann (rechts) und Michelle DeFalque (links) mit Stephan Stutz (Bildmitte) beim Einrichten der Ausstellung in der Alten Kirche.

Adelheid Hanselmann (rechts) und Michelle DeFalque (links) mit Stephan Stutz (Bildmitte) beim Einrichten der Ausstellung in der Alten Kirche.

BRUNO KISSLING

Es gibt Dinge, die sind mehr als eine Momentaufnahme, nicht immer fassbar, weil im Unendlichen angesiedelt.

Solche Zusammenhänge erkennt man beim Besuch dieser schönen Ausstellung in der Alten Kirche, geschaffen von der Oltner Künstlerin Adelheid Hanselmann und von Michelle DeFalque mit Beiträgen von Gina Chiara, Stephan Stutz und Peter Killer.

Die Alte Kirche hat diese Kunstschaffenden dazu inspiriert, das christliche Gedankengut aufleben zu lassen. Im Mittelgang entdeckt man eine langgezogene Schlange, eine Gottesschlange wie sie Michelle DeFalque nennt, die sie aus unzähligen bunten Vogelfedern geschaffen hat.

Sie hebt ihren Kopf und blickt einem geheimnisvoll entgegen.

Ein Hauch von Poesie

Am Boden liegen in Acryl bemalte Blätter, zart, poetisch und geprägt von sanfter Mystik. Es sind dies Gebetsteppiche, die fünf Gebetsstellungen in sich tragen, immer in einer anderen Ausdrucksweise, körperlich wahrnehmbar, fein verschlüsselt, stellenweise sich fast auflösend, sodass das Ganze eine geheimnisvolle Ausstrahlung erhält.

Die Farben sind zart, ein Hauch von Poesie gleitet über diese Blätter.

Darüber hängen auf beiden Seiten des Ausstellungsraumes die i-Pad-grossen Bilder in einer durchsichtigen Kunststofffolie, bemalt mit feinen Zeichen, «Recherchen von Tieren» nennt sie die Künstlerin Adelheid Hanselmann.

Sie hängen von der Decke frei in den Raum. Man entdeckt Katzen, Vögel, aber auch Kuh, Bär, Esel und Reh, fein hingeworfen, von Schriftzeichen umgeben.

Gebete, die versinnbildlichen, wie das Religiöse mit dem Natürlichen stets verbunden ist.

Im Chorraum erlebt man das ständig variierende Videobild mit dem Titel «Breit den Mantel aus» von Michelle DeFalque, eine berühmte christlich geprägte Aussage.

Im Raum von Bäumen und Gras umgeben erkennt man schwingende Tuchelemente, sanft zu leisem Singsang sich hin und her bewegend. Blau und golden oder kombiniert mit anderen Tönen, und der Hintergrund verändert sich im Rhythmus der Jahreszeiten.

Man erkennt das Vergängliche des menschlichen Lebens, auch das Wechselnde in der Natur, das auf wundersame Weise sich immer wieder erneuert.

Ein Gemeinschaftswerk

Ein Schiff aus starrer Kuhhaut, eine kleine Arche Noah steht im Chorraum, so als möchte sie dahingleiten, irgendwohin oder nirgendwohin.

Dies ist eine Gemeinschaftsarbeit, an der alle mitgewirkt haben. Links erkennt man helle Hemden, bemalt und installiert von der Künstlerin Gina Chiara nach der Aussage «ora e labora», «bete und arbeite», dies nach der benediktinischen Tradition, als Zeichen des Arbeitens und des christlichen Besinnens.

Neben dem Schiff liegen bemalte Gebetsteppiche, dies mal aus Stoff, Motive in zarten Farben sind erkennbar.

Ein Höhepunkt ist das Eintauchen in die Sakristei, eigentlich ein dunkler feuchter Raum hinter der Ausstellungswand. Da hat Stephan Stutz eine Fledermaushöhle geschaffen, dunkelviolett mit Fledermausflügeln in Currygelb auf Schiefertafeln gemalt, die im Dunkeln Gelb leuchten.

Ein Symbol für das Übersinnliche, für das, was Grenzen übersteigt. Beim Eingang vor der Alten Kirche steht ein schlichter Holzstrauch, an den können die Besucher ihre Wünsche hängen, Peter Killer hat dieses Objekt kreiert.

Der Kreis schliesst sich, fünf Kunstschaffende haben dem Besucher dieser Ausstellung eine andere Welt eröffnet, die geprägt ist von mystischen Geheimnissen.

Die Ausstellung dauert bis am 31. Januar.

Öffnungszeiten: Fr, 19–21 Uhr, Sa und So, 14–18 Uhr.

Performance: So, 24. Januar, 14.30 Uhr,
1. Teil So, 31. Januar, 14.30 Uhr 2. Teil.