Matzendorf
«Die Anlage hier ist perfekt» – die Reitsportanlage als Standortfaktor

Am Wochenende fand das Westernreiter-Turnier in Matzendorf statt – einige ziehen extra wegen der Anlage ins Dorf.

Myriam Sperisen
Drucken
Teilen
Der Nachwuchs ist fleissig: Reiterin Sophia Staub aus Basel stellt mit dem Pferd «HSJ Chex N Jac» ihr Können unter Beweis. Lautes Zujubeln ist hier, im Gegensatz zu anderen Reitsportarten, sehr erwünscht.

Der Nachwuchs ist fleissig: Reiterin Sophia Staub aus Basel stellt mit dem Pferd «HSJ Chex N Jac» ihr Können unter Beweis. Lautes Zujubeln ist hier, im Gegensatz zu anderen Reitsportarten, sehr erwünscht.

Bruno Kissling

Reining bedeutet nichts anderes als «die Zügel in die Hand nehmen». Genau dies taten am vergangenen Wochenende zahlreiche Reiterinnen und Reiter vor allem aus der Schweiz, Belgien, Kanada und Deutschland. Bei der Westernreitanlage Matzendorf fanden zum 9. Mal die Reining Masters, die von Mittwoch bis Sonntag dauerten, statt. Diese Zeitung nahm einen Augenschein:

Auf dem Feld vor der Reitsportanlage Matzendorf werden die Autos schön nebeneinander geparkt, Einweiser braucht es keine. Von der Strasse aus ist praktisch nichts zu erkennen. Die Anlage ist so gebaut, dass Wettbewerbe diskret stattfinden und sich die Interessierten entspannt ihrem Hobby widmen können. In den Ställen sind vereinzelt Pferde anzutreffen, auch auf der Weide. Doch der Fokus liegt in diesen Tagen auf dem Wilden Westen. Ohne Pistolen, aber mit Pferden, den «American Quarter Horses».

Die Brass Band hilft mit

«Die Anlage hier ist perfekt», schwärmt Bettina Galle. «Hier hat es den speziellen Sand und den Boden, den wir brauchen.» Der Sand dürfe nicht zu viel nachgeben und müsse besonders scherfest und kompakt sein. Die ursprünglich aus Zürich stammende Reitsportlerin wohnt inzwischen in Matzendorf – der Anlage wegen. Damit ist sie nicht die Einzige. Benedikt Meister, Vizepräsident der Brass Band Matzendorf, ergänzt: «In meinem Quartier wohnen fünf Familien, von denen ich weiss, dass sie extra wegen der Pferdesportanlage hierher gezogen sind.»

Die Brass Band Matzendorf sorgte bereits zum achten Mal für feines Essen.

Die Brass Band Matzendorf sorgte bereits zum achten Mal für feines Essen.

Bruno Kissling

Er selbst reitet zwar heute nicht, aber hat dennoch eine Menge zu tun: Bereits zum achten Mal organisiert die Brass Band Matzendorf die Verpflegung am Turnier. Nur beim ersten Mal war sie nicht dabei. Dies bedeutet viel Arbeit, zumal sie jeden Tag ein anderes Menü auf dem Plan haben: «Am Freitag gabs Spaghetti, und Samstag, Sonntag ist der Grill in Betrieb. Zudem bieten wir Raclette an, denn das passt ja zum Herbst.» Pro Tag seien um die 25 Leute der Brass Band im Einsatz, dies in zwei Schichten. Musikalisch bieten sie trotz der Küchenarbeit auch ihre Dienste an: «Ein paar von uns spielen an den Siegerehrungen die Hymnen», erklärt Meister.

Auch fernab des Sandplatzes in der Halle sind immer wieder herausgeputzte Cowboys und Cowgirls auf ihren Pferden zu sehen, die sich zum Wettkampf bewegen oder vorbereiten. Die Fans schreien und jubeln während der Wettkämpfe. Dies ist ein grosser Unterschied zu anderen Pferdesportanlässen, wo es königlich ruhig zugehen muss. Das wissen auch Jessica Müller aus Niederbipp und ihre Kollegin Linda Walter aus Arch. «Hier ist alles anders, die Sattelung, die Zäumung und die etwas kleineren Pferde», sagt Jessica Müller. Sie selbst betreibt Springreiten und besucht hier die Kollegin, die als Pferdepflegerin arbeitet. «Ich habe mich inzwischen selbstständig gemacht», ergänzt Linda Walter. Die Arbeit mit Pferden sei ein Traum, im Verlauf könne man die Fortschritte sehr gut beobachten.

Schumachers Tochter im Sattel

Kaum merklich mischt sich im Verlauf des Samstags eine Prominente unter das Volk. Die 21-jährige Gina Maria Schumacher, Tochter des legendären deutschen Former-1-Fahrers Michael Schumacher. Auch sie wohnt dieser Tage im Thal, in ihrem Trailer bei ihren Pferden. Die junge Frau macht sich hier keine Sorgen, dass sie von Paparazzi gejagt werden könnte oder sich merkwürdige Fragen anhören müsste. Sie lebt hier die Passion aus, die sie von ihrer Mutter Corinna geerbt hat. Schliesslich war die Familie einst in die Schweiz gezogen, weil sie hier in Ruhe gelassen wird. Es ist der Reitsport, der hier in Matzendorf verbindet: Jeder trifft jeden, Herkunft egal. Es zählt die gemeinsame Leidenschaft, das Reining.

Resultate des Matzendorf Reining Masters auf www.showmanager.info