Die Kunstschaffenden Christof Schelbert, Olten, und Thomas Schaub, Kappel, zeigen um die Alte Kirche herum ihre Skulpturen. Christof Schelbert ist Buchillustrator, Grafiker und Künstler zugleich, eine bekannte Persönlichkeit, die in vielen Sparten für Kultur und Kunst tätig ist, in Basel an der Hochschule für Gestaltung und Kunst und am Institut Lehrberufe für Gestaltung und Kunst als Professor und Institutsleiter.

Geometrisch streng gegliedert

Durch seine Vielseitigkeit besitzt er eine besondere Begabung, reduziert, mit viel Ästhetik und starker formaler Gestaltung Kunstobjekte zu kreieren, aber auch Bilder und Grafiken zu gestalten, die in ihrer starken Aussagekraft begeistern. Seine Skulpturen aus hellem Metall setzen markante Zeichen in den Naturraum. Es sind dies Gebilde, streng geometrisch gegliedert, Tisch und Stuhl in eigenwilligen Varianten, wobei nur die Markierungen der senkrechten und waagrechten Linien Bedeutung erhalten, alles andere muss man sich denken. Ein dreidimensionales Gebilde, das den Raum markiert und dennoch alles offen lässt. In dieser Art von Reduktion liegt viel künstlerische Klarheit, aber auch eine besondere Kraft, weil man es nicht mehr nötig hat, für Verzierungen zu sorgen, Stuhl und Tisch, Stühle und Tisch wie auch immer sind als Motiv gegeben, alles andere überlässt der Künstler dem Betrachter und seiner Fantasie.

Kontraste mit Rost

Im Kontrast dazu stehen Thomas Schaubs rostige Eisenskulpturen, drei grossformatige Gebilde, die einem ein weiches Material vorgaukeln, Karton oder Papier, das man eigenwillig gefaltet hat, mit aufstrebenden und versetzten Kanten, in einer bewusst formulierten Gegenbewegung voller Spannung und doch fein durchdacht und geordnet. Thomas Schaub ist ein ebenso vielseitiger Künstler wie sein Freund Schelbert, er ist Leiter der Schule für Gestaltung und Kunst im Aargau, Mitglied vieler Kunstkommissionen und hat auch eine grosse Begabung für die Malerei, wobei das Dreidimensionale, die Skulptur im Vordergrund steht. In seiner Gestaltung scheint nichts dem Zufall überlassen, dies gilt für beide Kunstschaffende, der Gedanke der Klarheit ist beiden wichtig, und der springt auch auf den Betrachter über.

Im November auch innen

Beide Künstler haben verschiedene Arbeiten im öffentlichen Raum platziert, lieben es, auf örtliche Verhältnisse einzusteigen, lieben aber auch das Ungewohnte, Neue und Besondere. So als möchten sie signalisieren: Ein Ding ist nie nur ein Ding, sondern immer etwas, das man gleichzeitig in seinem Kopf verändern kann, das Kanten und Ecken hat und doch in sich ruht, auch wenn man dies nicht auf Anhieb erkennt. Es ist eine spannende Auseinandersetzung, und man darf auf die kommende Ausstellung im Innern der Kirche im November gespannt sein, dann erlebt man die beiden Künstler noch umfassender. Diese Skulpturen im Aussenraum bleiben ein Jahr platziert, ein Blickfang, der auf Kunst neugierig macht und auf die Kunstschaffenden.