Die Lage des Restaurants Sternen wäre gut, der Parkplatz gross. Doch drinnen ist Daniel Bumann der einzige Gast zur Mittagsstunde, als er sich den Betrieb für die Sendung «Bumann der Restauranttester» auf dem TV-Sender 3plus das erste Mal anschaut.

Ein eigenes Restaurant zu haben, ist Stefan Haberstichs grösster Traum. Zuvor führte er eine Bar und Dancing und heute bewirtschaftet er den «Sternen» in Egerkingen. Der gelernte Schlosser hält die Stellung in der Küche und als Chef. Seine Frau Sandra ist im Service und hilft ihm in der Küche. Bumanns erster Eindruck ist nicht vielversprechend und doch möchte er sehen, wie Stefan kocht. Er verschafft sich einen Überblick der Menukarte. Das Essen lässt lange auf sich warten und viele Sachen funktionieren noch nicht. Bumann will dem Wirtenpaar helfen. «Ich will sehen was ihr könnt und was nicht», sagt er. Die Lage sieht er aber als prekär an. Stefan selber ist zufrieden mit dem Geschäft: «Wenn ich mir die Google-Bewertungen von den letzten zwei Wochen anschaue, sieht es gut aus.»

Nun wird alles genauestens unter die Lupe genommen. Der Flammkuchen und das Entrecôte seien gut – das Cordonbleu sogar tiptop. Stefan nimmt es zu Kenntnis und meinte sogar: «Ich habe ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.» Ein Blick in die Küche und Daniel Bumann muss Stefan befreien. Die vielen Fertigprodukte und die zu teuren Preise für Gerichte sieht er als No-Go an. Der sparsame Umgang mit den Lebensmitteln und dem Anrichten des Essens müssten gelernt werden. Die hochwertigen Zutaten machen den Preis und die Qualität aus. 

«Hinter der Kamera gab er mir gute Tipps», doch vor der Kamera habe er ihn nur noch «fertiggemacht». Im Beitrag des Regionalsenders Tele M1 wehrt sich ein Beizer gegen Restauranttester Bumann.

Beizer schiesst gegen Restaurant-Tester Bumann

Daniel Bumann war mit seiner Sendung in Egerkingen im Sternen zu Gast. Vom Restaurant-Tester musste der Betreiber Stephan Haberstich viel Kritik einstecken. Nun holt der Wirt zum Gegenangriff aus.

Zur Schliessung geraten

Die Küchenprobleme sind aber nicht die einzigen. «Ich sehe wie sich Stefan Mühe gibt und alles perfekt haben will», sagt seine Frau. Sie ist gesundheitlich angeschlagen, aber unterstützt ihren Mann wo sie nur kann. Auch sie sehe die Probleme, die das Restaurant aufweist, erzählt sie Bumann. Für Stefan ist es sein grösster Traum. Sie hingegen wünscht sich ein Leben. «Da hat er sich den schlimmsten Traum ausgesucht, den er sich nur aussuchen kann», kommentiert dies Baumann. Auch finanziell ist die Lage kritisch. Mit Hilfe eines Gastroberaters wird die finanzielle Lage besprochen. Auch er weiss nicht, wie die Finanzen zu retten sind. «Die Situation ist noch nicht klinisch tot, aber ist auf der Intensivstation künstlich zu beatmen», beschreibt der Gastroberater die Situation.

Bumann sowie der Berater raten, das Restaurant zu schliessen. «Seit zehn Jahren ist das das schlimmste, was ich bisher erlebt habe. Die absolute Krönung», kann Bumann nur noch sagen. Doch Stefan und seine Frau Sandra bleiben hartnäckig. Für beide kommt es nicht in Frage, ihren Traum zu lassen. Sie glauben an die Zukunft ihres Restaurants. Mit Hilfe eines Innenausstatters bekommt das Restaurant mehr Farbe. Die äusserlichen Veränderungen können dem seelischen Innenleben Schwung geben. 

Neue Chance

Die Gerichte von Stefan bekommen mit Hilfe von Bumann neue Farbe. Das Prinzip heisst nun: Maximale Qualität bei minimalem Aufwand. Das Essen wird hochwertiger und auf die Tagesmenukarte kommt nur ein Gericht. «Das Essen muss nicht aufwendig oder kompliziert sein sondern einfach gut. So kommen Gäste wieder und bringen neue», sagt Bumann zur Situation. Der Zuversichtsschimmer für das Restaurant Sternen wird etwas grösser. Der nicht ausgebildete Koch kann vom ehemaligen Spitzenkoch viel lernen. Aber auch das Servicepersonal kann von Bumann wertvollen Tipps profitieren. So könnte das Restaurant wieder neu aufleben. 

Am Muttertag besucht Daniel Bumann das Wirtenpaar wieder. Er wertet das Essen als Erfolg. Als Misserfolg deutet er die wenigen Gäste, welche das Restaurant immer noch besuchen. Zum Schluss sagt er aber: «Wenn dem so ist, braucht es mich ja nicht mehr.» (ber)