Niederamt

«Die Aarelandschaft ist attraktiv genug und hat eine Aufwertung nicht nötig»

Der Neubau der Zentrale 2 (1) und die Neugestaltung der Kraftwerksinsel (2) sind zentrale Bestandteile des Projekts.

Der Neubau der Zentrale 2 (1) und die Neugestaltung der Kraftwerksinsel (2) sind zentrale Bestandteile des Projekts.

Zum Auftakt der Projektauflage für das neue Kraftwerk in Aarau fand ein Informations- und Diskussionsanlass statt. Ab 2015 darf das Kraftwerk mit einer neuerlichen Konzessionsvergabe auch durch den Kanton Solothurn rechnen.

130 Personen wollten es genau wissen: Wie steht es mit dem Lärm? Werden die Fischtreppen richtig ausgestaltet? Muss die Natur rund um das Wasserkraftwerk und entlang von Aare und Kanal überhaupt aufgewertet werden? Und braucht es auf der Kraftwerksinsel denn wirklich ein Beizli, dessen Gäste die Ruhe der Nachbarn am Hungerberg stören?

Seit Mittwoch liegen das Gesuch für die Konzessionserneuerung und die Pläne für die Erneuerung der Kraftwerksanlagen öffentlich auf. Zum Auftakt der 30 Tage dauernden Auflage lud die IBAarau ins Kultur- und Kongresshaus zu einer öffentlichen Information ein.

Das Interesse war gross. Zum einen fanden sich Leute ein, die sich mit dem Kraftwerk verbunden fühlen, andere sind als Anwohner betroffen oder als Vertreter der Fischerei und des Naturschutzes.

«Kooperation zum Nutzen aller»

Die Interessen von Naturschutz, Umwelt- und Heimatschutz und jene des Kraftwerksbetreibers auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, sei kein leichtes Unterfangen gewesen, sagte Martin Würsten. Da das Konzessionsgebiet zum Grossteil im Kanton Solothurn liegt, stand der solothurnische Chef des Amtes für Umwelt Red und Antwort. Er attestierte der Bauherrschaft, der 50-köpfigen Begleitgruppe, den mit der Vorprüfung betrauten Ämtern und Fachstellen «grosse Kooperationsbereitschaft»: «In den fünf Jahren der Planung wurde das Projekt zum Nutzen aller entwickelt.»

Viele Massnahmen dienen der Verbesserung der Umweltqualität. Auf der Kraftwerksinsel entstehen zwei Weiher und ein Wasser- und Erlebnisspielplatz. Der Fischaufstieg wird durch zwei neue Fischpässe am rechten und linken Ufer verbessert. Im Schönenwerder Schachen wird im Wald ein neues Gewässer angelegt, das sowohl für die Fischwanderung vom Altlauf in die Aare oberhalb des Wehrs aber auch als Lebensraum für Fische und Amphibien dienen soll. Für die Besucher ist ein Spielplatz, eine Kanalbeiz und ein Kraftwerksmuseum im neuen Betriebsgebäude vorgesehen.

«Die Menschen vergessen»

An die Fische und Amphibien habe man gedacht, gab ein Anwohner zu bedenken, nicht aber an die Menschen, denen mit einer Beiz zusätzlich Lärm zugemutet werde. Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der IBAarau AG, sagte, dass das Gesuch für den Betrieb der Beiz nicht vor 2016 eingereicht werde, und gab zu verstehen, dass Strom mit oder ohne Beiz produziert werde. Er beruhigte Kritiker nicht ganz, die befürchten, dass sie bei der Betriebsbewilligung ihren Einfluss nicht mehr geltend machen können.

Ein Bewohner des Aareparks meinte, die Aarelandschaft sei attraktiv genug und habe eine Aufwertung gar nicht nötig. Und Mitglieder des Fischereiverbandes interessierten sich für die Restwassermengen und den Ausbau der Fischaufstiege. Sorgen machte sich ein anderer Diskussionsteilnehmer wegen der Altlasten auf der Kraftwerksinsel und deren richtigen Entsorgung. Scherrer beruhigte.

Waren an der Erlinsbacherstrasse

Bis Mitte 2014 wird der Installationsplatz für die Grossbaustelle vorbereitet. Zu diesem Zweck müssen die ersten beiden Wohnhäuser an der Erlinsbacherstrasse abgebrochen werden. Hans-Kaspar Scherrer erklärte, dass die Projektstudien für die Überbauung an der Erlinsbacher-strasse, für die weitere Wohnhäuser geopfert werden, in zwei bis drei Monaten vorliegen und dann den Bewohnern vorgestellt werden. Dieses Projekt und die erforderliche Umzonung sind nicht Gegenstand des laufenden Verfahrens zur Erneuerung des Kraftwerks.

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