Seit nunmehr 33 Jahren wirkt Eugen N. A. Rauber-Holle als praktisch allein verantwortlicher Redaktor der Neuendörfer Dorfzeitung «die fürwitzigi Chropftuube». Eigentlich wollte er der «Chropftuube» noch bis 2017 treu bleiben, also bis er 70 Jahre alt geworden wäre. Das war allerdings bevor der Gemeinderat im September 2014 beschlossen hatte, die bereits fertige Herbstausgabe der Dorfzeitung aus Spargründen nicht in Druck gehen zu lassen (wir berichteten). Diese für ihn aus heiterem Himmel gekommene Massnahme sowie die Kritik an seiner Arbeit sei ihm nahegegangen. «Damals habe ich zum ersten Mal ernsthaft übers Aufhören nachgedacht», erinnert sich Rauber.

«Kultur gibts nicht zum Nulltarif»

Die Aussicht, die Chropftuube-Zeitung im Frühling 2015 mit den zwischenzeitlich dazugekommenen Beiträgen doch noch publizieren zu können, war für Rauber ebenso unbefriedigend wie die Ankündigung, dass die Dorfzeitung bis zur Sanierung der Gemeindefinanzen nur noch einmal jährlich erscheinen darf. Der Vielfalt des kulturellen Dorflebens könne mit einer einzigen Ausgabe nur ungenügend Rechnung getragen werden. «Kultur gibt es nicht zum Nulltarif, und sie ist wichtig für unser Dorf», ist Rauber überzeugt. 

Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz folgte er dennoch dem Auftrag der Kultur- und Sportkommission (KSK) als Herausgeberin der Zeitung und stellte die 57. Aufgabe der «Chropftuube» nach altem Muster fertig. Am 19. März übergab er die 40 Seiten starke Ausgabe als Rohfassung an KSK-Präsident Andy Büttiker. «Das geschah bereits im Wissen, dass ich aufhören werde», so Rauber.

Neues Layout zur falschen Zeit

Mit Blick auf das von der KSK entworfene neue Layout, welches modern und mit viel Weissraum daherkommt, fühlt Eugen N. A. Rauber sich in seinem Entschluss bestärkt. Die neue Gestaltung habe zur Folge, dass aus den nach altem Layout gestalteten 40 Seiten deren 60 werden, die man aber noch auf angestrebte 48 herunterzuschrauben versuche. «Ich finde das neue Layout eigentlich schön und zeitgemäss, die grosszügige Umsetzung hätte aber besser erst für die darauf folgenden Ausgaben zur Anwendung kommen sollen», moniert der Zeitungsmacher. Einen solchen Umformungs-Kraftakt schon für seine Abschluss-Nummer halte er für überflüssig und dafür fehle ihm auch der Antrieb.

Dazu komme, so Rauber weiter, dass er nicht in die Entwicklung des neuen Layouts einbezogen worden sei. «Früher hatte ich mehr Freiheiten, und man vertraute darauf, dass ich ein gutes Produkt abliefere», sagt Rauber, ohne aus seiner Enttäuschung einen Hehl zu machen. Natürlich werde er noch den nötigen Support leisten, um die nächste Ausgabe sicherzustellen. Danach aber sei endgültig Schluss.

Schöne Zeiten erlebt

Obwohl sich Eugen N. A. Rauber einen anderen Abgang gewünscht hätte, blickt er ohne Gram zurück. «Es war eine wirklich schöne Zeit, die ich mit der ‹Chropftuube›, den Behörden und der Bevölkerung aus dem Dorf erleben durfte». Seit 1983, als die erste Dorfzeitung erschienen sei, habe sich aber viel geändert.

Die frühere Beschaulichkeit sei einem ungesunden Spannungsfeld gewichen, in dem er sich nicht mehr wohl fühle. «Alles ist anders geworden, und diesem Wandel muss sich auch die «Chropftuube» stellen», bemerkt Rauber. Vollzogen werden müsse dieser aber von neuen Kräften. Seinen allfälligen Nachfolgern wünsche er auf jeden Fall alles Gute, ein glückliches Händchen und viel Ausdauer bei der Gestaltung der neuen Chropftuube-Zeitung.