Kestenholz
Die 30 Meter hohen Buchen an der Kantonsstrasse sind ein Sicherheitsrisiko

An der Wolfwilerstrasse in Kestenholz werden im Rahmen einer Sicherheitsholzung rund 150 Bäume gefällt. 90 Prozent davon sind Buchen, der Rest Nadelholz. Während der voraussichtlich bis Freitag dauernden Arbeiten bleibt die Strasse gesperrt.

erwin von Arb
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Der Postautobetrieb wird auch während der Forstarbeiten aufrechterhalten.

Der Postautobetrieb wird auch während der Forstarbeiten aufrechterhalten.

BRUNO KISSLING

Wer derzeit mit dem Auto auf der Kantonstrasse von Kestenholz nach Wolfwil oder die Strecke umgekehrt fahren will, muss einen Umweg via Schweissacker über Niederbuchsiten machen. Grund dafür sind Forstarbeiten, welche seit Anfang dieser Woche an der Wolfwilerstrasse ausgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Sicherheitsholzung, wie Reto Müller, verantwortlicher Förster des 700 Hektaren umfassenden Forstreviers Oberes Gäu mit den Gemeinden Kestenholz, Wolfwil und Niederbuchsiten, dazu ausführt.

Strasse für den Verkehr gesperrt

Um die Arbeiten speditiv erledigen zu können, bleibt die Wolfwilerstrasse zwischen der Giessereistrasse in Kestenholz und der Einmündung «Schweissacker» in Niederbuchsiten bis voraussichtlich kommenden Freitag für den Durchgangsverkehr gesperrt. Vielleicht werden wir auch früher fertig», stellt Müller in Aussicht. Nicht von der Sperrung betroffen ist der Postautobetrieb zwischen Oensingen und Wolfwil. Die Haltestellen «Schweissacker» und «Rain» werden normal bedient. Die Arbeiten wurden auf den Fahrplan ausgerichtet. «Wenn ein Postauto kommt, ruhen die Arbeiten und die Strasse ist mindestens auf einer Spur gereinigt und befahrbar», meint Müller zu den dafür notwendigen Vorkehrungen.

Gearbeitet wird an einem etwa 200 Meter langen Waldstück auf der Nordseite der Wolfwilerstrasse. Das Gelände weist dort eine Neigung zwischen 10 bis 30 Prozent auf. In diesem Hang stehen vor allem 120 bis 150 Jahre alte Buchen, deren Stämme bis 30 Meter in die Höhe ragen. Würde einer dieser Baumriesen von einem Sturm geknickt, könnte er auf die Strasse fallen und im schlimmsten Fall gar ein Auto samt Insassen unter sich begraben. Das sei auch der Grund, warum die Abholzung dieser Bäume veranlasst wurde, erwähnt der 27-jährige Revierförster, der sein Amt vor rund eineinhalb Jahren angetreten hat.

Spezialisten stehen im Einsatz

Müller war es auch, welcher in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wald, Jagd und Fischerei die etwa 150 zu fällenden Bäume mit einem Gesamtvolumen von 300 Kubikmeter im Vorfeld ausgewählt und markiert hatte. 90 Prozent davon sind Buchen, der Rest Nadelholz. Ausgeführt werden die anspruchsvollen Forstarbeiten von einer spezialisierten Lohnunternehmung. Im Einsatz stehen zwei Maschinisten sowie zwei Handholzer mit Kettensägen. Letztere werden vor allem im unwegsamen Gelände eingesetzt, welches mit den schweren Maschinen nicht befahren werden kann.

Stämme gehen in den Export

Die sehr effizienten Vollernter-Maschinen leisten bei der Holzerei den grössten Teil der anfallenden Arbeiten, wie etwa das Entasten der bis zu 65 Zentimeter dicken Baumstämme, welche danach in drei bis sechs Meter lange Stücke gesägt werden. Eingesammelt werden die abgelängten Baumstämme von einem sogenannten Forwarder. Das Fahrzeug mit Ladebrücke und Greifarm bringt die Stämme auf die andere Strassenseite, wo das Holz auf einem Flurweg gestapelt wird. Lange bleibt das Nutzholz dort nicht liegen. Es geht in den Export. «Daraus werden Eisenbahnschwellen oder andere Güter für die Industrie gemacht», führt Müller dazu aus.

Das übrige Geäst wird maschinell zu Schnitzeln für den Wärmeverbund der Bürgergemeinde Kestenholz verarbeitet. 1000 Kubikmeter davon werden jährlich in dieser Anlage verheizt.

Die Kosten der Sicherheitsholzung an der Wolfwilerstrasse werden übrigens vom Amt für Wald, Jagd und Fischerei und vom Amt für Tiefbau zu gleichen Teilen übernommen, wie Müller bemerkt.