Kappel

Die 127 Steinstufen wurden schnell verkauft

Aus regionalen Gründen hat man sich für 127 neue Treppenstufen aus Jurastein entschieden.

Aus regionalen Gründen hat man sich für 127 neue Treppenstufen aus Jurastein entschieden.

Am Samstag, 17. Mai, wird der totalsanierte Stationenweg auf dem Born in Kappel eingeweiht. Seit Mitte August 2013 wurde am Weg gebaut, 127 neue Treppenstufen aus Jurastein wurden eingebaut. Für jede einzelne konnte man Pate werden.

1860 entstand in Kappel der Kreuzweg mit 14 Stationen, die den Leidensweg Christi aufzeigen. Im Verlaufe dieser 150 Jahre fanden darauf mehrmals Instandstellungs- und Erneuerungsarbeiten statt (siehe Kontextkasten). Vor fünf Jahren begannen beim für den Wegunterhalt zuständigen Stiftungsverein Pro Bornkapelle die Vorbereitungsarbeiten zu einer Totalsanierung. «Die Holzschwellen waren alt und verfault, der Kies war ausgespült», erklärt Präsident Roman Hellbach. «Immer wieder rutschten Leute darauf aus.»

Die Sanierungsidee sei ursprünglich vom Kapellenabwart in den Stiftungsverein getragen worden. «Der Vorstand fand die Idee gut», so Hellbach. 2009 nahm der Verein ein erstes Sanierungsvorprojekt an die Hand und trug es an die Besitzerin des Landes und der Bornkapelle, die Bürgergemeinde, heran. Der Bürgerrat – unter dem Präsidium von Roman Hellbach – diskutierte es und holte Offerten und Bewilligungen ein. «Die erste Bewilligung kam 2010.»

Dann fanden laut Hellbach erste Gespräche mit der Denkmalpflege statt, dessen Vertreter «das Projekt gut fand». Die Bürgergemeinde konnte jedoch nicht das ganze Vorhaben finanzieren, weshalb ein Subventionsantrag an den Kanton gestellt wurde.

Allerdings mussten, neben der grundsätzlichen Projektbewilligung der Baukommission Kappel, erst noch weitere separate Verfügungen eingeholt werden: eine vom Kantonalen Amt für Raumplanung, weil sich das betroffene Gebiet ausserhalb der Bauzone in der Juraschutzzone befindet und zudem der minimale Waldabstand unterschritten wird, eines vom Kantonalen Amt für Landwirtschaft wegen des Projekts Landumlegung Region Olten sowie eine Bewilligung der Genossenschaft Landumlegung Region Olten. «Das brauchte Zeit», sagt Hellbach. «Im Dezember 2012 ging bei uns die letzte Bewilligung ein.»

Extra-Rasenansaat nach dem Fest

Die Sanierungsarbeiten auf dem Stationenweg begannen Mitte August 2013. Auf einer Länge von 155 Metern wurden 127 neue Treppenstufen aus Jurastein gesetzt. Nach dem Einkiesen des Wegs und einem witterungsbedingten Unterbruch erstellte man ab März zur Entwässerung Wasserrinnen aus Bundsteinen.

«Beim Waldgang 2011 fingen wir mit der Sponsorensuche für die Treppenstufen an», erzählt Roman Hellbach. «Für 200 Franken konnte man Pate einer Stufe werden.» Und? «Wir haben alle Treppen relativ schnell verkauft – und hätten sogar noch mehr verkaufen können», zeigt sich Hellbach erfreut. Dazu kamen weitere Spender wie beispielsweise die Einwohnergemeinde Kappel, die Bürgergemeinden Gunzgen und Boningen sowie Vereinigungen und das Gewerbe aus der Region. «Die Unterstützung von allen Seiten war gross.» Der Kanton beteiligt sich an den Sanierungskosten von rund 70 000 Franken mit 16 Prozent.

Als Bauführer trat alt Bürgerrat Stephan Hänggi auf. Nach Angaben von Roman Hellbach verliefen die Sanierungsarbeiten reibungslos. «Wir sind zufrieden. Das Endprodukt stimmt.» Wobei das Werk, wenn man es genau nimmt, noch nicht ganz vollendet ist: Ansaat und Feinplanie werden nämlich erst nach der Einweihungsfeier vom kommenden Samstagnachmittag erstellt. «Wir wollen weiterhin die Artenvielfalt auf dem Born fördern», erklärt Hellbach. Statt «nur« Futtergras will man unterschiedliche Gräsersorten ansäen. «Dafür bekommen wir vom Kanton eine Extra-Samenmischung, die wir aber noch nicht erhalten haben.» Mit der Verzögerung soll auch verhindert werden, dass «die Leute bei der Einweihung hineintreten».

Per Shuttlebus oder zu Fuss

Die von Alphornmusik umrahmte, öffentliche Einweihungsfeier für den neu sanierten Stationenweg findet am Samstag, 17. Mai, um 14 Uhr, bei der Bornkapelle statt. Im Rahmen einer kleinen Messe segnet Pfarrer Andreas Gschwind die Treppen. Danach wird feierlich eine Spendertafel enthüllt und der Bevölkerung einen Apéro spendiert.

Anschliessend herrscht auf der Bornwiese Festbetrieb, musikalisch untermalt vom Ländlertrio Aarewind. Mangels Parkplätzen werden die Gäste gebeten, zu Fuss zu kommen oder den Shuttebus-Service zu nutzen, der zwischen 13 und 14.15 Uhr beim Schulhausparkplatz in Richtung Schanzenparkplatz abfährt.

Rückfahrtgelegenheit gibts ab 16.30 bis 18.30 Uhr. Dank Festzelt findet der Anlass bei jeder Witterung statt.

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