Trotz misslichen Wetterverhältnissen fanden am Samstag viele Interessierte den Weg in die Mehrzweckhalle von Herbetswil. Der Thaler Ortsverein präsentierte zusammen mit dem Musikverein Bad Bellingen aus Deutschland ein spannendes Gemeinschaftskonzert, traten doch zwei ganz unterschiedliche Besetzungen auf, mit Herbetswil eine Brass-Band, mit Bad Bellingen eine Harmoniemusik. Bad Bellingen liegt in Luftlinie nur gerade 50 km von Herbetswil entfernt am Rhein. Als Dirigent beider Vereine leitete der ‹Grenzgänger› Dirk Amrein die Formationen souverän durch den Abend. Die verschiedenen Klangkörper boten beste Abwechslung für aufmerksame Ohren.

Im ersten Teil zeigte der MV Herbetswil von Anfang an ein sauberes Ausmusizieren, sehr differenziert in der Dynamik. So bei ‹Schattdorf Impressions› mit seinen immer wieder von ferne zu vernehmenden Posthornklängen der Gotthardpost. Freddie Mercury, Peter Reber, Mani Matter oder ABBA gaben sich musikalisch die Ehre. In ‹I wünsche dir› wechselten sich Jacqueline Grob und André Meier als Solisten mit Kornett und Euphonium einfühlsam ab. Bravorufe im Publikum. Bei Backdraft und dem ‹Zündhölzli› – arrangiert mit Dixie-Einlagen – wurde das Feuer im Publikum endgültig gezündet, sicher auch dank der präzis agierenden Rhythmusgruppe. Mit ‹Waterloo› und ‹The Show Must Go On› konnten die Herbetswiler ihren enthusiastischen Schwung in den Saal tragen.

Im zweiten Konzertteil begeisterte der Gastverein mit wunderbarer Klangfarbe; eine in jeder Beziehung gereifte Harmoniemusik, die da geboten wurde. Die top motivierten Musizierenden legten mit ‹Sedona› einen perfekten Start hin und meisterten danach auch das rhythmisch auf hohem Niveau stehende Stück ‹Birdland› aus dem Bereich des Jazzrock gekonnt. Nach der Entführung durch Piraten in die Karibik bewegten sich die Klänge in ‹The Lost World› durch von Dinosaurier bewohnte, dunkle und mysteriöse Landschaften. Im Kontrast dazu die lustvolle, leichte Welt des orientalischen ‹Rose des Sables›; ein rasendes, wildes Musikstück, vom MV Bad Bellingen leidenschaftlich dargeboten.

Zum Abschluss des Konzertabends wurde der Marsch ‹Arosa› gemeinsam gespielt und löste beim Publikum nochmals frenetischen Applaus aus.

Eine Idee wurde so zu einem gelungenen Event, der gemäss Ansager Stefan Müller sicher auch den Regionen übergreifenden Tourismus fördere, zwischen dem Naturpark Thal und den heilenden Thermalquellen von Bad Bellingen.