Eine 28-jährige Mazedonierin und ein 48-jähriger Serbe liessen bei einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in Oberbuchsiten eine Beute im Wert von 12 000 Franken mitgehen. Bei der Verhandlung des Falls vor Amtsgericht Thal-Gäu hatte Staatsanwältin Petra Grogg unüblich hohe Strafen für die zwei als Kriminaltouristen in die Schweiz gereisten Angeklagten gefordert.

Als Begründung führte Grogg ins Feld, dass der Einbruch in ein bewohntes Haus ein schwerer Eingriff in die Privatsphäre von Menschen darstelle. Damit sei die Grenze eines mittelschweren Vergehens überschritten worden und eine hohe Strafe gerechtfertigt. Eine harte Strafe sei auch nötig, um ein klares Zeichen gegen Kriminaltouristen zu setzen.

31 und 28 Monate Haft gefordert

Die Staatsanwältin berief sich dabei auch auf die jüngste Praxis des Bundesgerichts. Nur dies sei für sie bei der Zumessung der Strafe ausschlaggebend. Für die Mazedonierin forderte Grogg wegen Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, rechtswidriger Einreise, rechtswidrigem Aufenthalt und wegen Führen eines Fahrzeugs ohne Führerausweis eine unbedingte Freiheitsstrafe von 31 Monaten. Für den Serben beantragte sie wegen Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch eine unbedingte Haftstrafe von 28 Monaten.

Die zwei Angeklagten befinden sich seit 16. Juni im vorzeitigen Strafvollzug.

Die amtlichen Verteidiger der zwei Angeklagten verwahrten sich gegen die unüblich hohen Haftstrafen für ihrer Mandanten und warfen der Staatsanwaltschaft Willkür und Unverhältnismässigkeit vor. Üblich sei in solchen Fällen ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe und die anschliessende Abschiebung der Angeklagten. Vom Gericht wurde verlangt, das Strafmass auf eine vertretbare Höhe zu reduzieren.

Gericht trägt Verschärfung

Das Amtsgericht unter dem Vorsitz von Guido Walser entsprach dieser Forderung insofern, als es die Freiheitsstrafe für die Frau auf 14 Monate festsetzte. Der Serbe muss nicht wie beantragt 28 Monate hinter Gitter, sondern nur deren 13.

Von einem Kuschelurteil könne aber trotzdem nicht die Rede sein, hält das Gericht dazu fest. Zum Ausdruck komme dies insbesondere mit den unbedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafen. Das Gericht sei durchaus auch der Meinung, dass ein Zeichen gegen Kriminaltouristen gesetzt werden könne. Allerdings nicht im von der Staatsanwalt geforderten Ausmass. Diese habe sich auch Sicht des Gerichtes etwas in der Höhe vergriffen.