Sozialregion Thal-Gäu

Der Zweckverband muss mit einer Mehrbelastung von knapp 1,8 Millionen Franken rechnen

Zweckverband Sozialregion Thal-Gäu.

Rund 30 Personen besuchten vor wenigen Tagen im Gasthof Reh in Herbetswil die Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Sozialregion Thal-Gäu.

Präsident Kurt Bloch, Gemeindepräsident von Mümliswil, erläuterte in seinem Jahresbericht die Tätigkeiten der vergangenen 12 Monate. 17 Gemeinden gehören dem Zweckverband an, der stellvertretend für sie die Aufgaben der gesetzlichen Sozialhilfe sowie jene der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) erfüllt.

410 statt 360 Franken

Bloch zeigte sich in finanzieller Hinsicht unzufrieden. «Entgegen den budgetierten Erwartungen hat die gesetzliche Sozialhilfe im verflossenen Jahr einen Höchstkostenstand von 410 Franken pro Einwohner erreicht.» Budgetiert waren lediglich 360 Franken pro Einwohner. Welche genauen Umstände zu den Kostensteigerungen geführt haben, könne nicht bis ins letzte Detail begründet werden, so Bloch. Auf jeden Fall hätten aber die beiden Änderungen zur gesetzlichen Sozialhilfe mit geringerer Anspruchsfrist und bei der IV – wo die Kleinrenten wegfielen – dazu beigetragen. «Bis jetzt wurde noch kein wirksames Rezept gefunden, wie ein massgebender Sozialkostenrückgang erreicht werden kann», so Bloch.

Die Politik sei gefordert. Positiv aus der Rechnung zu vermelden war, dass die direkten Betriebskosten des Zweckverbandes marginal unter den Budgetvorgaben liegen. Den aufgrund von Vorgaben des Kantons budgetierten Beitrag von 360 Franken pro Kopf wird der Zweckverband revidieren müssen. Gemäss ASO muss im Jahr 2018 von 410 Franken ausgegangen werden; also 50 Franken mehr als noch im Jahr 2017 vom Amt prognostiziert. Die definitive Abrechnung 2018 werde im Mai 2019 vorliegen. Für alle Gemeinden der Amtei ergibt das Ergebnis 2018 eine Mehrbelastung von knapp 1,8 Millionen Franken.

Zweckverband zog um

Geschäftsleiterin Cornelia Gutweniger berichtete über die Arbeit der Mitarbeitenden im vergangenen Jahr. Im Sommer konnte der Zweckverband an der Herrengasse 10 in Balsthal (Amtshaus) zusätzliche Räumlichkeiten mieten. Die 3-Zimmer-Wohnung und das Erdgeschoss in der Goldgasse 6 sowie das Obergeschoss im Gemeindehaus Balsthal als bisherige Standorte konnte der Verband dadurch aufgeben. «So hatten wir die Möglichkeit, den ganzen Bereich Mandatsdienste (Berufsbeistände, Abklärungsdienst und Sachbearbeitung) an einem Standort an der Herrengasse 10 unterzubringen.»

Im Jahr 2018 erbrachten die Gemeinden für 896 Personen und ihre Angehörigen Sozialhilfe-Dienstleistungen. Die Kesb Thal-Gäu hat im Jahr 2018 insgesamt 507 Massnahmen geführt und 151 Abklärungen bearbeitet. Total laufen in der Kesb Thal-Gäu 679 zivilrechtliche Massnahmen. 536 Fälle davon betrafen Schweizer und Schweizerinnen; 143 Fälle Ausländer und Ausländerinnen.

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