Oensingen
Der Ziberlimäret ist für viele eine Herbstradition

Besucherinnen und Besucher auch aus der weiteren Region machen aus dem Oensinger Zibelimäret ein Volksfest.

Nadine Schmid
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Besucher des Zibelimäret
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Am Zibelimäret gibst natürlich zahlreiche Zwiebeln zu kaufen
Impressionen vom Zibelimäret Oensingen 2015
Posieren vor dem Saloon
Hier wird geschossen

Besucher des Zibelimäret

Bruno Kissling

Zuerst etwas essen, wie Waffeln, Glace, Bratwurst, Fisch? Oder doch lieber an den Ständen vorbeibummeln, vielleicht eine Runde auf dem Riesenrad drehen und die Landschaft sowie die Burg aus der Höhe bewundern? Die Kinder haben nicht die Qual der Wahl. Sie sind an den Spielständen und auf den Bahnen anzutreffen. Die Putschautos sind ausgebucht. Lautes, begeistertes Johlen begleitet die Fahrten.

Auf der Strasse, wo ein bunt zusammengewürfeltes Volk spaziert, plaudert und sich das Angebot anschaut, steht auch ein älteres Ehepaar, das seit Jahren den Zibelimäret besucht. «Wir kommen wegen der Atmosphäre und den Menschen, die man hier antreffen kann, da gibt es viele Zufälle», erzählt der Mann.

Kaum sagt er es, kommen tatsächlich Verwandte angelaufen. «Grüessech zämä», ruft er ihnen zu. Am Zibelimäret gibt es für die beiden ein Ritual, das einfach dazugehört: «Wir gehen immer ein Chäschüechli essen und trinken dazu ein Glas Wein», so die Frau.

Und natürlich gibts «Zibeli»

Neben all den vielen Attraktionen spielen die Stände mit den schön gesteckten «Zibeli» die Hauptrollen. Erika Flury und Marianne Fluri vom katholischen Chor Oensingen wandern durch den Märet und verkaufen in ihren Körbchen kleine Zwiebelbroschen. «Die Gestecke an unserem Stand sind alle selbst gemacht und stammen von einem Oensinger Bauer», erzählt Erika Flury. Über drei Wochen hinweg hat der Verein, bestehend aus rund zwanzig Personen, an jedem Abend Gestecke angefertigt. «Es gab viel zu tun, doch wir hatten es sehr lustig zusammen», lächelt Marianne Fluri. «Eis Füfzg» ruft sie kurz darauf, als ein paar Besucher vorbeibummeln, und zeigt den Korb vor.

In einer Seitengasse, wo der Stand von Annina Tschumi steht, deren Gestecke ausschliesslich aus Eigenproduktion, also aus ihrem Landwirtschaftsbetrieb, stammen, kaufen Monika Christ und Barbara Buser ein paar Zwiebelzöpfe. «Es müssen Zöpfe sein, die lassen sich aufhängen, ohne sie irgendwie zu beschädigen», findet Christ. «Der Zibelimäret ist bei uns eine Herbsttradition», erzählt die Bielerin weiter.

Ihre Freundin ist in Oensingen aufgewachsen und besucht den Markt seit ihrer Kindheit. «Es ist jedes Jahr schön herzukommen, ich sehe dann immer so viele bekannte Gesichter», sagt sie. Natürlich gehe man dann auch zusammen etwas trinken. «So wie es für mich damals als Kind ein Höhepunkt war, so ist es das nun für unsere Kinder», fügt Buser hinzu. Zudem arbeite sie auch noch bei einem Verein auf dem Markt mit.

Geselligkeit und gemütliches Bummeln ist auch abends möglich. Aussergewöhnlich ist, dass die beiden Jugendlichen Cristina De Matteis und Ellen Bader schon am späteren Samstagnachmittag anzutreffen sind. «Wir haben im Fonduezelt ausgeholfen, sonst wären wir nicht hier», erklärt Cristina. Die Oensinger Nachbarinnen starten jeweils erst am Abend ihren Zibelimäret. «Wir sind dann mit dem Turnverein hier und feiern.»

Top Bedingungen

«Die erste Hälfte ist nun vorbei, und es war bisher wunderbar», zieht OK-Präsident Hans Schnider am Sonntagnachmittag ein erstes Fazit. Bisher habe es auch keine Ausschreitungen oder ernsthafte Zwischenfälle gegeben. «Das Highlight war das Wetter», so Schnider begeistert. «Was sich schon sagen lässt, ist, dass am Samstag ungefähr gleich viele Besucher kamen wie auch in den vorderen Jahren.»

Viel Betrieb in der Festmeile auf der Hauptstrasse.
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Wunderschöne Kreationen aus Zibeli und auch Knoblauch - fast zu schön, um dereinst gegessen zu werden.
Oensinger Zibelimäret ist eröffnet
Tells Zwiebelschuss bei den Oensinger Schützen.
Immer mehr mischen sich unter die schönen Zwiebelzöpfe auch Knoblauch.
Beim Glücks-Nageln der Oldie-Füürwehr Oensingen haben sichlich alle ihren Spass.
Ob neue Möbel, Küchenmaschinen, Autos oder auch Brillen - im Gewerbezelt ist für jeden was dabei.
Ein schön präsentierter Stand ist auch beim Obst- und Gartenbauverein die halbe Miete.
Ob Jodler, Schneemann oder modisch mit Mütze - beim Obst- und Gartenbauverein Oensingen sind Zwiebeln ganz nach Wunsch erhältlich.
Da lohnt sich, genau hinzuschauen: Zwiebeln und Zwiebelzöpfe so weit das Auge reicht – nicht nur hier beim katholischen Kirchenchor.
Oensingens Gewerbeverbandspräsident Jürg Perren (Bildmitte) bei der offiziellen Eröffnung umrahmt von den Festrednern Regierungsrat Remo Ankli (links) und Gemeindepräsident Markus Flury.
Regierungsrat Remo Ankli eröffnet den Zibelimäret vor illustren Gästen.

Viel Betrieb in der Festmeile auf der Hauptstrasse.

Bruno Kissling

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