Egerkingen
«Der Werkhof ist auch ein Ausdruck von Wert, den es zu schätzen und zu pflegen gilt»

Rund 200 Egerkingerinnen und Egerkinger liessen es sich am Samstag trotz nasskaltem Wetter nicht nehmen, der Einweihung des neuen Werkhofs beizuwohnen. Auch die Besichtigungsmöglichkeiten wurden genutzt.

Erwin von Arb
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Der Werkhof Egerkingen wird eingeweiht
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Johanna Bartholdi bei ihrer Begrüssungsrede im mit Festbänken ausstaffierten Werkhof.
Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi überreicht dem Werkhofteam mit (v.l) Norbert Studer, Heinz Fischer (Leiter) und Toni Zettel anstelle eines Schlüssels eine Rohrzange.

Der Werkhof Egerkingen wird eingeweiht

Erwin von Arb

Das interessierte Publikum gab dem neuen Werkhof durchwegs gute Noten. Ihn beeindrucke der Bau ästhetisch und funktionell gleichermassen, meinte etwa Urs Fischer. Gut gelöst sei der Zugang zum Obergeschoss im gegen den Berg ansteigenden Terrain, findet der 48-Jährige.

Auch Daniel Wagner, der unmittelbar neben dem Werkhof aufgewachsen ist, gefällt der Neubau als Ganzes. «Wenn ich die neue Werkstatt mit der alten vergleiche, ist das natürlich ein Quantensprung. Ich denke, es muss Spass machen, hier zu arbeiten», so der 42-Jährige.

Werkhofleiter Heinz Fischer ist denn auch stolz auf seinen neuen Arbeitsplatz. Er und seine Kollegen Norbert Studer und Toni Zettel würden sehr gerne hier arbeiten, bestätigt er. Mit dem Einzug hat das Werkhofteam bereits im Oktober begonnen. «Am Freitag haben wir die letzten Sachen hierher gezügelt, nun ist alles an seinem Platz», meint der 53-jährige Werkhofleiter zufrieden,

Zufrieden zeigte sich auch der verantwortliche Architekt Roger Christen vom Büro zsb-Architekten, Oensingen. Nach der offiziellen Begrüssung der Besucher durch Sarah Göggel, Präsidentin öffentliche Bauten, liess Christen die Geschichte des Bauwerks Revue passieren. Er erwähnte die Startphase des Projekts, für welches anfänglich 2 Mio. Frankenveranschlagt worden waren.

Auf Wunsch der Einwohnergemeinde als Bauherrin sei der Kostenrahmen dann aber auf 1,6 Mio. Franken gesenkt und das Projekt redimensioniert worden. Diese «sportliche Vorgabe» habe auch dank der Zusammenarbeit mit der Sogas AG im Rahmen eines Energie-con-tractings für die Heizung und die Fotovoltaiklage auf dem Flachdach sowie der Zurückhaltung des Werkhofteams bei der Einrichtung des Gebäudes eingehalten werden können.

Mit den daraus resultierenden Reserven hätten sogar zusätzlich eine Regenwassernutzung sowie automatische Ein- und Ausfahrtstore realisiert und der Platz auf der Ost- und der Westseite des Werkhofs vergrössert werden können. Der neue Werkhof verfügt auf zwei Etagen über Einstellplätze für die Kommunalfahrzeuge sowie soziale Einrichtungen wie Büro, Aufenthaltsraum, Technikbereich und Treibstofflager.

Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi danke allen am Projekt beteiligten für ihr konstruktives Mitwirken. Bezüglich der Sammelstelle erklärte sie, dass noch offen sei, ob diese, wie versprochen, beim Werkhof realisiert werden könne. Sie hoffe, dass bis Mitte 2014 eine Lösung gefunden werden könne. Das letzte Wort werde die Gemeindeversammlung haben. – Vonseiten der Kirche ergriff auch der reformierte Pfarrer Mario Gaiser das Wort.

Gaiser erinnerte an den hohen Wert, den ein Werkhof für die Gemeinde darstelle. Er stehe für Sauberkeit und Ordnung. Diese wichtigen Werte gelte es zu schätzen und zu pflegen. Dafür stünde auch das Werkhof-Team, dem Anerkennung gebühre, für die Leistungen, die es jeden Tag für die Allgemeinheit erbringe. Mit einem starken Applaus schlossen sich die Anwesenden diesen Worten an. Der römisch-katholische Pfarrer Josef von Rohr segnete abschliessend die Eingänge des neuen Werkhofs – damit alle, die dort ein- und ausgingen, unter Gottes Schutz stünden.

Nach dem offiziellen Teil waren alle eingeladen, sich am reichhaltigen Buffet mit Speis und Trank gütlich zu tun. Dafür zuständig waren acht Männer des Egerkinger Hobbykochklubs «Les Gourmets», welche die Gäste mit «Waltis Risotto» verwöhnten. «Das Rezept habe ich im Jahr 1986 um 2 Uhr morgens zusammen mit einem Kollegen im Tessin kreiert», verrät Walter Zihler. Erstmals in Egerkingen wurde das Risotto 1987 am Bergfest der Männerturner in grossen Mengen gekocht. «Seither gehört es zum Repertoire unseres Kochklubs», so der 76-jährige Hobbykoch.