Emsiges Treiben herrschte beim Augenschein am Montagnachmittag beim «Weiher im Zingg» im Süden Gretzenbachs nahe der Grenze zu Kölliken: Die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gang (vergleiche OT vom Mittwoch, 28. August). Pius Leuenberger, Forstwart beim Forstrevier Werderamt, ist dabei, die Haselstauden auf dem Inselchen mit der Motorsäge zu beseitigen, sein Kollege Markus Huber räumt mit der Gabel das gemähte Schilf weg.

«Vorletzte Woche haben wir mit den Arbeiten begonnen und sind nun beim Weiher periodisch tätig», erzählte Huber. Zuerst wurde gemäht, dann nach und nach Dornen, Gestrüpp und Schilf entfernt. «Zudem haben wir die Sträucher, die sich aussenherum befanden, bis auf den Strunk runtergeschnitten», ergänzte Leuenberger. Verschont wurden lediglich jene, welche Beeren tragen.

Weiher wurde entleert

Letzte Woche sei es dann weitergegangen, schilderte Huber. Das Bauunternehmen Andreas Meier AG aus Niedergösgen sei mit Mitarbeitern vor Ort gewesen und habe den Damm zwischen dem Weiher und dem Gretzenbach geöffnet, um das Wasser abzulassen; jenes im tiefsten, nördlichen Bereich musste abgepumpt werden.

Zuvor musste die Quelle, welche das Gewässer am südlichen Ende speist, in den Bach umgeleitet werden. «Am Freitag war der Weiher ganz trocken, aber weil es während des Wochenendes geregnet hat, hat er sich teilweise wieder gefüllt», so Huber.

Entsprechend waren die beiden Forstwarte am Montag wieder dabei, den Schlauch zu legen und das neue Wasser abzupumpen. Erst dann wird sich auch herausstellen, ob sich alle Lebewesen retten konnten. «Ein alter Fisch, wahrscheinlich ein Teichkarpfen, hat die Aktion leider nicht überstanden; wir haben ihn im trüben Wasser zu spät gesehen, und er ist wohl erstickt», bilanzierte Revierförster Daniel Kleger.

Es habe sich aber um den einzigen Fisch im Weiher gehandelt, der wohl ausgesetzt worden sei, vermutete er. Die übrigen Wirbeltiere, vor allem Frösche und Bergmolche, hätten sich retten können.

Ausbaggern und ausbessern

Zum weiteren Programm bemerkte der Revierförster: «Wir müssen nun warten, bis der Weiher ganz ausgetrocknet ist. Gleichzeitig werden wir Offerten für die Ausbaggerung einholen, damit der Grund von Schlamm und Schlick befreit werden kann». Ebenso müsse beim Amt für Umwelt (AfU) ein Baugesuch eingereicht werden, um den Abfluss neu zu gestalten; das müsse das Amt für Raumplanung vornehmen.

Zur Diskussion stehen zwei Varianten: Den alten Abfluss erneuern oder aber, wie das Amt für Raumplanung dies wünsche, einen neuen an der Seite nahe des Damms am tiefsten Punkt errichten.

«Wenn der Abfluss dann eingelegt ist, können wir den Damm wieder schliessen. Zudem wollen wir ihn an der dünnsten Stelle breiter gestalten und dann alles mit Lehm abdichten», erklärte Kleger. Die Arbeiten dürften sich wohl bis in den Spätherbst hineinziehen. «Wir rechnen jedenfalls nicht damit, dass wir den Weiher vor Dezember wieder füllen können», so der Revierförster.