Oensingen
Der Weg für die Fleischverwerterin Swiss Nutrivalor AG ist fast frei

Der Regierungsrat hat den Gestaltungsplan Holinden genehmigt. Das sind gute Nachrichten für die Swiss Nutrivalor AG. Sie plant in der Oensinger Industriezone den Bau und Betrieb einer Anlage zur Weiterverarbeitung von Schlachtnebenprodukten.

Urs Byland
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So soll sich das Gebäude in der Industriezone Holinden aus südöstlicher Sicht präsentieren. Vorne verläuft die Südringstrasse.

So soll sich das Gebäude in der Industriezone Holinden aus südöstlicher Sicht präsentieren. Vorne verläuft die Südringstrasse.

Zur Verfügung gestellt

Dabei rechnen die Verantwortlichen mit Kosten von 20 Mio. Franken. Die Gemeinde hat den Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften und Umweltverträglichkeitsbericht dem Regierungsrat unterbreitet. Dieser fand keine Einwände gegen den Gestaltungsplan.

Die Produktionskapazität der neuen Anlage liegt laut Gestaltungsplan bei 55 000 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: eine Kuh wiegt 500 bis 800 Kilogramm. Die Swiss Nutrivalor AG verarbeitet Schlachtnebenprodukte in Lebensmittelqualität wie Rindermagen, Ochsenmaul, Schweinepfoten und -köpfe oder Innereien. Diese werden aufbereitet, tiefgefroren und dann exportiert. Starten möchte die Firma bereits 2014 und jährlich vorerst 20 000 Tonnen Material verarbeiten. Anfangs sollen 30 Personen beschäftigt werden.

Eine Umweltverträglichkeitsstudie wurde nötig, weil der Betrieb mehr als 5000 Tonnen Fleisch jährlich verarbeitet. Der Gestaltungsplan legt ein Baufeld für Industriebauten fest, die etappiert erstellt werden können. Swiss Nutrivalor AG will auf ihrem 20 000 Quadratmeter grossen Landstück einen Neubau mit 5000 Quadratmeter Fläche erstellen (wir berichteten).

Die restliche Fläche diene als Reserve, erklärte Georg O. Herriger, Kommunikationsverantwortlicher der Centravo Holding, zu der Swiss Nutrivalor AG gehört, vor einem Jahr. Ein Ausbau des Betriebes sei denkbar, wenn sich der Markt entsprechend entwickle.

Die Grünflächenziffer beträgt laut Gestaltungsplan 20 Prozent. Die Parkierung ist mit Ausnahme der Besucherparkplätze unterirdisch angeordnet. Das Versenken der Parkplätze geht auf einen Entscheid des Gemeinderats zurück.

Die Mehrkosten für diese Auflage wurden beim Vorstellen des Projektes Anfang dieses Jahres während einer Informationsveranstaltung der Swiss Nutrivalor AG auf 2 Mio. Franken veranschlagt. Die Erschliessung des Areals erfolgt über die Südringstrasse.

Für die Verbreiterung der Südringstrasse bei der künftigen Swiss Nutrivalor AG wurden bereits die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Da der Gestaltungsplan vorab im Interesse des betroffenen Grundeigentümers steht, kann die Gemeinde Oensingen, laut Regierungsratsbeschluss, die Planungs- und Genehmigungskosten ganz oder teilweise auf den Grundeigentümer übertragen. Die Kosten des Kantons betragen 10 383 Franken.

Hängig sind noch zwei Einsprachen zum bereits aufgelegten Baugesuch der Firma Swiss Nutrivalor AG. Gemeindepräsident Markus Flury sagt, die Baukommission werde nun diese Einsprachen umgehend beantworten.

Man habe noch die Bewilligung des Gestaltungsplanes abwarten wollen, damit die rechtlichen Grundlagen für die Entscheide gegeben seien. Inhaltlich wollte er keine Auskunft zu den Einsprachen geben.

Zu vermuten ist, dass diese sich auf Umweltaspekte beziehen und die Baukommission deshalb den Entscheid des Regierungsrates abwarten wollte, beinhaltet doch der Gestaltungsplan auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung.