Welschenrohr
Der Wechsel in der Chefetage stärkt das Unternehmen

Christoph Schmid übernimmt die Geschäftsführung der ChemValve-Schmid AG von seinem Bruder Benno Schmid. Damit findet eine Thaler Erfolgsgeschichte ihre Fortsetzung.

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Christoph Schmid (links) übernimmt die Geschäftsführung der ChemValve-Schmid AG von seinem Bruder Benno Schmid.

Christoph Schmid (links) übernimmt die Geschäftsführung der ChemValve-Schmid AG von seinem Bruder Benno Schmid.

ZVG

Meldungen von glücklichen Nachfolgeregelungen sind eine rare Sache. Aus Welschenrohr darf über eine geglückte Stabübergabe berichtet werden. Die Rede ist von der in der Armaturenbranche tätigen ChemValve-Schmid AG. Seit bald 25 Jahren wirkt diese international erfolgreiche Firma im Industriegebiet von Welschenrohr. Was 1993 quasi aus einer Not heraus entstanden ist, hat sich mit rund 40 Arbeitsplätzen zu einem der wichtigsten Arbeitgeber der Wirtschaftsregion Thal entwickelt.

Auf eigene Faust neu angefangen

Damals standen der Welschenrohrer Benno Schmid und sein Arbeitskollege Beat Allemann-Ilg mit fast 20 weiteren Arbeitnehmern vor dem Nichts. Ihr bisheriger Arbeitgeber gab das Werk Schweiz zugunsten eines seiner deutschen Werke auf. Zusammen mit Agnes Schmid und zwei weiteren Kumpanen, die später ausschieden, beschlossen Benno Schmid und Beat Allemann-Ilg, auf eigene Faust neu anzufangen. Sie gründeten die Firma ConVey-Schmid.

Später übernahmen sie sogar das Gebäude ihres ehemaligen Arbeitgebers und verdoppelten 2012 schliesslich die Produktionsfläche. Die Firma heisst heute ChemVal-ve-Schmid AG.
Hergestellt werden im hinteren Thal Absperrklappen und Rückschlagventile, dazu zäh-len einige Nischenprodukte. Diese werden in über 50 Länder weltweit durch jeweils lokal etablierte Handelspartner vertrieben.

Leben alleine vom Schweizer Markt könnte die Firma nicht. Nur rund 5% der im Maschinenpark Welschenrohr auf hohem Niveau produzierten und von Hand montierten Armaturen bleiben im Ursprungsland. Der grosse Brocken (55%) findet seine Bestimmung in den Ländern Europas. Nach Nordamerika werden rund ein Viertel der Waren verschifft, weitere 15% gelangen nach Asien und die verbleibenden 5% finden Verwendung in Afrika und Südamerika.

Kontinuität ist gewährleistet

Nun übergibt Benno Schmid die Geschäftsführung dieser Firma in die Hände seines jüngsten Bruders, den 43-jährigen Christoph Schmid. Letzterer ist seit zehn Jahren als Wirtschaftsingenieur FH und Mitglied der Geschäftsleitung für seinen Bruder tätig. Auch unter der neuen Geschäftsführung wird die Firma der bisherigen Philosophie treu bleiben.

Dazu zählen die Flexibilität bezüglich Kundenanforderungen, das Beibehalten der zügigen Liefergeschwindigkeit sowie die soziale Verantwortung für die Mitarbeitenden. Für spezifische Halbfabrikate und Gussrohlinge arbeitet die ChemValve-Schmid AG mit langjährigen Partnern aus Asien und der ganzen Welt zusammen. Diese wurden sorgfältig ausgesucht, denn zur Firmenphilosophie zählen auch ethische Grundsätze und diese enden nicht beim Portemonnaie.
Mit dem Wechsel auf der Chefetage geraten unter anderem folgende Strategien vermehrt in den Fokus: Gewisse strategisch wichtige Bauteile werden neu selbst produziert.

Dadurch werden nicht nur Arbeitsplätze gehalten, sondern auch Fertigkeitsschritte und Know-how erweitert, wodurch noch schneller und flexibler auf Kundenwünsche sowie konjunkturelle Schwankungen reagiert werden kann. Auch soll mit der Entwicklung neuer Produkte das Portfolio ergänzt werden.

Mit einer kundenorientierten Digitalisierung der Firma werden zum Beispiel Produktionsdaten wie Testergebnisse und Fertigungsabläufe quasi per Fingerwisch transparent. Und schliesslich sollen mit der Erschliessung neuer Märkte ein paar weisse Flecken auf der Weltkarte mit Thaler Markenprodukten bestückt werden.

Wissen bleibt in der Firma

Die Erfahrung und das Wissen von Benno Schmid gehen mit dem Wechsel nicht verloren. Er bleibt der Firma als Verwaltungsratspräsident erhalten. Er konzentriert sich nun auf interne Projekte und lässt seine Ideen in die Weiterentwicklung bestehender und Entwicklung neuer Produkte einfliessen. (mgt)