Lebensqualität
Der Verkehr stört die Oensinger am meisten

Eine Umfrage einer eigens einberufenen Arbeitsgruppe zeigt, wie es um die Lebensqualität in Oensingen steht. Das Naherholungsgebiet wird als positiv angesehen, doch der Verkehr stört die Oensingerinnen und Oensinger.

Philipp Felber
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Blick auf Oensingen

Blick auf Oensingen

Bruno Kissling

Wie lebt es sich denn in Oensingen? Was ist toll? Was stört? Ähnlichen Fragen ging eine Gruppe bestehend aus 15 Leuten aus unterschiedlichen Interessengruppen nach. Das übergeordnete Ziel dabei war es zu klären, ob Oensingen einen zusätzlichen Begegnungsraum brauche und wie dieser aussehen könnte. Um dies zu erreichen, entwickelte die Gruppe einen Fragebogen, der an die verschiedenen Interessengruppen verteilt wurde und auch online beantwortet werden konnte. Die Fragen wurden dabei bewusst offen gestaltet, was zur Folge hatte, dass nicht nur konkrete Antworten zur übergeordneten Fragestellung zurückkamen. So wurde ein breiteres Feld an Rückmeldungen ermöglicht, womit nun weiter gearbeitet werden kann.

120 Fragebogen kamen zurück

Die eigens gebildete Arbeitsgruppe trägt den klingenden Namen «KulturEcho» und besteht aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Interessensgruppen wie Jugendliche, Familien, Senioren, Gewerbe, Schule und Vereine sowie aus Gemeinderäten der Ressorts Bildung und Familie, Soziales und Kultur. In diesen Bereichen wurden dann auch gleich die Fragebogen verteilt. «So haben wir eine gute Abdeckung der Oensinger Bevölkerung erreicht», sagt Christian Hunziker, Oensinger Gemeinderat mit Ressort Bildung und Familie und somit Mitglied der Arbeitsgruppe.

Insgesamt seien 120 Fragebogen bei «KulturEcho» eingegangen, wie aus einem zusammenfassenden Bericht der Auswertung der Umfrage zu entnehmen ist. Diese wurde am Dienstag auf der Gemeindehomepage veröffentlicht. Das Fazit der Umfrage im Bericht: «Das Leben in Oensingen wird von den Umfrageteilnehmenden mehrheitlich positiv beschrieben.» Dabei als positiv herausgehoben werden die zentrale Lage und vor allem die Naherholungsgebiete der Region. Auch die gut ausgebaute Infrastruktur ist ein viel genannter Trumpf der Berggäuer Gemeinde.

Doch die Infrastruktur und die zentrale Lage bringen logischerweise auch unerwünschte Folgen aufs Tapet. So wird das Verkehrsaufkommen als negativer Punkt betrachtet. Ein zweischneidiges Schwert also, die Lage von Oensingen. Was weiter aus der Umfrage hervorgeht: Das schnelle Wachstum stösst nicht bei allen auf Begeisterung, denn etwa ein Viertel nannte dies in der Befragung als Negativpunkt. «Wir leiten aus der Umfrage nicht direkt neue Leitlinien für den Verkehr ab», sagt Hunziker. Dafür sei die Gruppe auch gar nicht vorgesehen.

Aber Hausaufgaben habe man punkto Verkehr noch einige zu machen, das habe die Umfrage wieder einmal gezeigt. Hunziker zieht dann auch ein weiteres Fazit, speziell auf die eigentliche Hauptfragestellung gerichtet: «Es gibt bereits ein sehr breites kulturelles Angebot. Was aber wichtig ist, wir müssen das Angebot besser bekannt machen.»

Kein Papiertiger geworden

Eine direkte Folge der Umfrage, welche bereits vom Oensinger Souverän genehmigt wurde, ist der Spielplatz auf dem Pflugerplatz mitten im Dorf. Noch in diesem Jahr soll die Eröffnung gefeiert werden. Doch damit soll die Arbeit der Gruppe nicht abgeschlossen sein. KulturEcho» wird sich in Zukunft weiter treffen und versuchen, die von der Bevölkerung aufgeworfenen Themen und Wünsche anzupacken.

«Vornehmlich wird nun in Untergruppen weitergearbeitet», beschreibt Hunziker das künftige Vorgehen. Fünf Bereiche werden dabei weiterverfolgt: Spielplatz und Treffpunkt Pflugerplatz, Veranstaltungskalender, Überarbeitung des Benützungsreglements der Spiel-und Sportstätten, Initiation eines Begegnungsfestes und die Jugendarbeit.

Die Jugendarbeit lädt Interessierte am Samstag zwischen 14 und 18 Uhr auch gleich zu einem Tag der offenen Tür im Jugendraum ein, um den Treffpunkt im Dorf bekannter zu machen und die Jugendarbeit vorzustellen. Dies ist schliesslich auch das Ziel der ganzen Übung: Konkrete Projekte aus der Umfrage abzuleiten und nicht, dass man einen reinen Papiertiger produziert hat.