Niederbuchsiten
Der Tennisstar auf Sponsorenbesuch: «Roger ist einfach ein Schatz»

Roger Federer verzauberte bei seinem Besuch beim Hauptsitz der Jura World of Coffee in Niederbuchsiten die Massen.

Raphael Wermelinger
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Federer in Niderbuchsiten
6 Bilder
Federer präsentierte sich in einem schicken Anzug.
Berni Schär und Roger Federer
Roger Federer posiert sich in Niederbuchsiten mit den zahlreich anwesenden Fans.
Tennisbälle, Kappen, Handys, ja sogar Taschen und Schuhe wollten die Fans in der ersten Reihe von ihrem Idol Roger Federer unterschreiben lassen.
Statt Basel warten die Fedi-Fans im Kanton Solothurn auf ihren Maestro.

Federer in Niderbuchsiten

Patrick Lüthy

Vor genau 108 Tagen hat Roger Federer sein letztes Tennismatch bestritten. Es war die Fünfsatzniederlage gegen Milos Raonic im Halbfinal von Wimbledon. Auch sonst machte sich «King Roger» in den letzten Monaten rar in der Öffentlichkeit.

Umso gespannter erwarteten Hunderte von Fans seinen Auftritt in Niederbuchsiten beim Hauptsitz der Jura World of Coffee. Seit zehn Jahren macht Roger Federer bereits weltweit Werbung für die Jura-Kaffeemaschinen.

Roger Federer nahm sich viel Zeit für seine Fans. Fast 45 Minuten stand er Bernhard Schär, «der bekanntesten Sportstimme von Radio SRF», auf der Bühne Rede und Antwort. Schär schilderte bereits bei der Ankündigung des Stargasts, wieso dieser überall beliebt ist und die Massen derart mobilisiert.

Die vordersten Plätze am Absperrgitter waren auch in Niederbuchsiten heiss begehrt. «Roger ist kommunikativ, redet gut. Das ist schon mal super für die Journalisten», sagte «Berni« Schär. Der 59-jährige Sportreporter verfolgt Federers Karriere seit dem Anfang und pflegt auch privat regen Kontakt zum Tenniscrack.

Um Federers sportliche Leistungen zu würdigen, reichten definitiv keine dreissig Sekunden, sagte Schär in der Ankündigung weiter. Ästhetisch, kreativ und fantasievoll sei Federers Spiels. «Er ist ein Tänzer auf dem Tenniscourt. Ihm schaut jeder gerne zu.»

Für Schär stehe Federer als Sinnbild für die Fairness: «Er ist einfach gut erzogen und hat eine unglaublich positive Ausstrahlung. Einen besseren Botschafter kann eine Firma, wie auch die Schweiz, nicht haben.»

Begeisterung und Jubel brandete wenig später durch die Zuschauer, als Federer endlich selbst die Bühne betritt. Er winkt smart und grüsst herzlich: «Merci, dass ihr alle da seid.» Die Fans hangen gebannt an seinen Lippen. Sie erfahren, dass er noch am Morgen auf dem Tennisplatz gestanden habe.

Ein gutes Zeichen in Sachen Heilungsverlauf. «Ich bin selber gefahren, mittlerweile kenne ich den Weg gut», antwortete er auf Schärs Frage, wie er nach Niederbuchsiten gekommen sei. Federer spricht in der Folge über die mehr als dreimonatige Pause, dass er auf einem guten Weg sei und in zwei Monaten wieder bereit sein wolle.

Er habe die Pause, die mehr Zeit für seine Frau und seine vier Kinder bedeutete, auch geniessen können. «Am meisten vermisst habe ich die Matches und die Stimmung auf dem Centre-Court», so Federer. Er freue sich auf sein Comeback am Hopman-Cup Anfang Januar.

Der Basler plauderte aber auch über Privates. Wie er 2002 in Sydney an den Olympischen Spielen seine Frau Mirka kennen lernte, dass er ein sehr schlechter Koch, dafür ein guter Esser und Abräumer sei, dass er die Liebe zum Tennis offenbar eher seinen beiden Söhnen denn den Töchtern weitergegeben habe und dass es sein grösster Wunsch sei, noch viele Orte auf der Welt zu bereisen.

«Die Leute denken immer, ich war schon überall», sagte der 35-Jährige. «Doch es gibt sicher noch weit über hundert Länder, die ich noch nicht gesehen habe.» Er sprach zudem über seine Foundation, deren Ziel es sei, bis 2018 weltweit eine Million Kinder zu unterstützen.

Auch dafür erntete er Applaus. Auf Federers Schlusswort folgten «Let’s go Roger»-Rufe von den Fans. An der Absperrung ging das Gedränge nun so richtig los, denn jeder wollte noch rasch eines der begehrten Autogramme ergattern.

Ein einmaliges Erlebnis

Marlis Güdel aus Langendorf und Cornelia Uebelhart aus Niederbuchsiten erlebten das, worum sie alle Federer-Fans beneiden: Sie durften von Angesicht zu Angesicht mit ihrem Idol sprechen, weil sie im OT/SZ-Wettbewerb ein Meet&Greet gewonnen hatten.

«Ich bin Federer-Fan seit er spielt und war extrem nervös vor dem Treffen», sagte Marlis Güdel hinterher und strahlte: «Er ist ehrlich, bodenständig, sozial und ein richtiger Familienmensch. Mich beeindruckt auch, dass er sein Privatleben niemals in die Öffentlichkeit trägt.» Sie habe Federer die Hand geschüttelt, eine Kappe und zwei Kaffeebecher unterschreiben lassen und das Erinnerungsfoto mit ihm geschossen.

Eine Frage habe sie ihm vor Aufregung nicht stellen können: «Ich habe ihm nur dafür gedankt, wie gut er die Schweiz nach aussen vertritt und wie toll ich die Arbeit seiner Foundation finde.»

Cornelia Uebelhart bekam von ihrem Chef am Samstag früher Feierabend, um das Treffen mit dem Tennis-Maestro wahrnehmen zu können. «Ich war aber sogar froh, dass ich nicht den ganzen Tag frei hatte», lacht sie.

«So hatte ich eine Ablenkung und war dadurch weniger nervös.» In erster Linie habe es sie interessiert, wie es Roger Federers Knie gehe und wie lang er noch auf der World Tour spielen werde. Dies bleibt aber natürlich das Geheimnis des Weltstars.

Seine Fans werden ihn nach dem Karriereende auf jeden Fall vermissen, sagte Cornelia Uebelhart: «Weil er absolut authentisch und sympathisch ist, einfach ein richtiger Schatz.»