Egerkingen

Der «Sternen» leuchtet weiter

Hatice Kahraman ist die neue Wirtin im Egerkinger «Sternen».

Hatice Kahraman ist die neue Wirtin im Egerkinger «Sternen».

Hatice Kahraman hat die Beiz übernommen, nachdem das Wirtepaar im Dezember 2016 altershalber aufhörte.

Nahtloser Übergang im Egerkinger «Sternen»: Das Betreiberpaar Antoinette und Kurt Bieri-Erni hat nach 19 Jahren Ende Dezember altershalber aufgehört. Seit Mitte Januar wirtet nun Hatice Kahraman in der Egerkinger Dorfbeiz. Die 46-jährige Türkin aus dem luzernischen Emmenbrücke wohnt seit Anfang Jahr im Dorf.

Auf das Lokal sei sie «zufällig, durch einen Kollegen» gestossen, wie sie sagt. Egerkingen hält sie für einen guten Standort: «Viele Wanderer und Egerkinger kehren bei mir ein.» Freude hat sie insbesondere an der schönen Terrasse. Die Küche, die sie anbietet, ist währschaft schweizerisch-italienisch: Pommes frites, Geschnetzeltes, Cordon bleu, Pasta.

Die Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi hat sich bereits einen Eindruck von der neuen Führung des «Sternen» gemacht, den sie «eine der schönsten Dorfbeizen mit einem wunderbaren Garten» nennt. Nach wie vor sei es eine «Beiz, wo man Lust hat hinzugehen». Am Mittwochabend, als sie dort war, sei das Restaurant nicht stark besetzt gewesen. Aber das sei immer noch der «Sternen», wie sie ihn kenne: Die Wirtin sei aufmerksam und im Betrieb habe es keine grosse Veränderung gegeben. Weil sie nur ein Sandwich gegessen habe, könne sie nichts über die Qualität der Speisen sagen. Aber die Karte wirke gutbürgerlich, «nichts Exotisches», so Bartholdi.

Offen für die Fasnacht

Kahraman sagt selbst, dass sie den «Sternen» als Dorfbeiz weiterführen möchte. Über Mittag biete sie drei Menüs an, abends könne à la carte bestellt werden. Unter der Woche hat sie von morgens um acht bis nachts um halb eins geöffnet, am Wochenende sperre sie um zehn Uhr auf. Warme Küche gebe es jeweils über Mittag und abends. Und anschliessend an jedes Menü offeriere sie einen Kaffee. «Ich bin noch im Aufbau», sagt sie, die zuvor nie selbstständig einen Gastrobetrieb führte. Sie sei gerade dabei, das Dorf und die Leute kennenzulernen.

Erste Schritte in diese Richtung hat sie bereits unternommen: Sie habe Flyer im ganzen Dorf verteilt und die Leute zur Eröffnung eingeladen. Ausserdem habe sie sich mit den Vereinen in Verbindung gesetzt und sich auch um die Fasnacht gekümmert: «Der ‹Sternen› wird geöffnet sein, bei mir wird es Schnitzelbänke, Guggenmusik und Mehlsuppe geben», sagt sie.

Urs Ulrich vom Egerkinger Naare Rot bestätigt das: «Neben dem Gasthof Von Arx, dem Café Bistro und dem Comfort Hotel wird der Sternen die vierte Beiz sein, die an der Fasnacht mitmacht.»

Kahraman sagt, sie sei zufrieden, wie das Geschäft angelaufen sei, meint aber: «Natürlich, es könnte noch mehr gehen.» Sie sehe immer wieder neue Gesichter im «Sternen», jetzt in den Ferien sei es aber ruhiger. Sie weiss: «Ob es gut läuft, hängt letztlich vom Wirt ab. Davon, wie er mit seinen Gästen umgeht.» Auch die Gemeindepräsidentin sieht in der Person der Betreiberin den Schlüssel zum Erfolg.

«Jedes Unternehmen steht und fällt mit der Persönlichkeit, die dahinter steht. Ausschlaggebend ist, wie sie mit der Dorfbevölkerung umgeht», so Bartholdi. Ausserdem müsse das Essen über Mittag schnell und gut auf den Tisch kommen. «Frau Kahraman hat den Kontakt zu den Vereinen gesucht und will offensichtlich am Dorfleben teilnehmen. Sie hat die Nachbarn zur Eröffnung eingeladen – alles richtig gemacht», resümiert sie.

16 Gastrobetriebe im Dorf

Dass in Egerkingen ein Restaurant aufgeht, während rundherum die Beizen schliessen, lässt aufhorchen. 16 Gastronomiebetriebe zählt Egerkingen laut Bartholdi, diverse Schnellimbisse mit eingerechnet. Und soweit sie wisse, «geht es allen recht gut». Das habe wohl damit zu tun, dass rund 2600 Pendler täglich nach Egerkingen zur Arbeit fahren und das Dorf als neuralgischer Punkt auch als Sitzungsort beliebt sei.

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