Sonnwendfeier
Der Showdown zum grössten Feuerwerks-Duell der Schweiz steht vor der Tür

In sechs Wochen wird in Oensingen das grösste Feuerwerk der Schweiz den Himmel erleuchten. Die Veranstalter der Sonnwendfeier wollen anlässlich des 1050-jährigen Jubiläums der Gemeinde gross auftrumpfen.

Sarah Kunz
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Zwei konkurrenzierende Clubs, eine jahrhundertalte Tradition und ein grossartiger Showdown, bei welchem die Rivalen ihr jeweiliges Können unter Beweis stellen: Das klingt filmreif. Die Rede ist jedoch nicht von einem Hollywood-Streifen, sondern von der Sonnwendfeier in Oensingen.

Die Veranstaltung markiert den mittlerweile freundschaftlichen Wettkampf zwischen dem Ravellen-Club (RVO) und dem Vogelherd-Club (VCO) und findet alle drei Jahre statt (siehe Box). Diesjährig feiert die Gemeinde das 1050-jährige Bestehen, und die beiden Clubs haben für die nächtliche Vorstellung jeweils ein Assim Ärmel.

Denn beide wollen das grösste und schönste Spektakel bieten. Es ist dieser Rivalität zu verdanken, dass am 17. März in Oensingen das grösste Feuerwerk der ganzen Schweiz den Himmel erleuchten wird.

Der Ravellenclub und der Vogelherdclub lieferten sich auch in diesem Jahr ein sensationelles Duell.
22 Bilder
Sonnwendfeier Oensingen
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Feuerwerke des Vogelherdclubs
Auch der Ravellenclub zeigte überwältigende Feuerwerke
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs
Feuerwerke des Ravellenclubs

Der Ravellenclub und der Vogelherdclub lieferten sich auch in diesem Jahr ein sensationelles Duell.

Bruno Kissling

Bestgehütetes Geheimnis

Eine volle Stunde lang werden der RCO und der VCO ihre Pyrotechniken in die Luft jagen. Um den Besuchern eine solche Show liefern zu können, braucht es einen grossen Aufwand, sowohl zeitlich als auch finanziell. Zwar geben weder der RCO noch der VCO Auskunft über die Kosten des ganzen Spektakels. Diese sind und bleiben das am besten gehütete Geheimnis der gesamten Sonnwendfeier.

OK-Präsident Urs Rölli erzählt jedoch von den Vorbereitungen: «Wir haben rund eineinhalb Jahre vorher angefangen. Das braucht es aber auch.» Denn es müsse immer wieder ein neues Sicherheitskonzept eingereicht werden. Im Vergleich zum Jahr 2015 gebe es aber keine drastischen Unterschiede.

Grössere Änderungen gab es jedoch im Budget. Denn die Feier leidet ebenfalls unter den Budgetkürzungen, welche die Gemeinde vornehmen musste: Von vorher 20'000 Franken wurde das Budget um die Hälfte auf neu 10'000 Franken gekürzt. «Das tut natürlich weh», sagt der OK-Präsident. «Aber die Zuschauer werden von dieser Budget-Kürzung nichts merken.» Einzig die Werbe-Ausgaben wurden verkleinert, dank dem Representing-Partner Gäupark bleibe die Kommunikation gegen aussen aber aktiv.

Mittlerweile sind die letzten Vorbereitungen getroffen, die Lettern der Clubs seit einer Woche auf dem Gelände der Ravelle beziehungsweise dem Vogelherd aufgestellt. Nun steht noch der letzte Teil an: die Werbung. «Den 17. März muss sich jetzt einfach jeder in die Agenda eintragen», sagt Rölli und lacht.

Altbewährtes gegen Neuheit

Zwischen 30'000 und 50'000 Zuschauer erwarten der Präsident und das gesamte Komitee je nach Wetterlage. Und diesen soll ein Spektakel der ganz hohen Schule geboten werden. «Dafür werden wir schon sorgen», versichert Toni Bussman von der Bugano AG schmunzelnd.

«Wir haben uns etwas Spezielles ausgedacht.» Zum elften Mal stellt die im Kanton Luzern angesiedelte Firma das Feuerwerk für die Oberdörfler bereit. «Wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis miteinander», erzählt auch Urs Ackermann, Präsident des RCO. Mit der Bugano AG setzt der Ravellen-Club auf das Altbekannte. «Für uns hat sich das am besten bewährt», so Ackermann.

Anders verhält es sich beim Vogelherd-Club. Denn bei diesem istmit der österreichischen Firma Pyrovision ein neuer Choreograf am Werk. Dieser habe aber ebenfalls einiges in petto: «Für uns wird dieses Jahr ein Experiment», so VCO-Präsident Hans Schnider. «Aber es wird ein Experiment, das die Besucher aus den Socken hauen wird.» Denn auch wenn die Beziehung zwischen den beiden Clubs freundschaftlich ist, sei die Rivalität noch immer vorhanden. «Es muess ebe echli chribbele», sagt Schnider lachend.

Auf die Frage, wer denn dieses Jahr das schönste Feuerwerk bieten wird, antworten beide Präsidenten mit einem bestimmten: «Natürlich wir!» Schnider hängt daraufhin aber an: «Am Ende muss das Publikum gewinnen. Wenn die Besucher nach Hause gehen und vom Gesehenen schwärmen, haben auch wir beide gewonnen.»

Geschichte der Sonnwendfeier in Oensingen

Die Sonnenwende ist der Zeitpunkt, zu welchem die Sonne den grössten Abstand zum Äquator hat. Das Naturspektakel markiert den Beginn des astronomischen Sommers beziehungsweise des Winters und wird in Oensingen gross gefeiert.

Aus organisatorischen und finanziellen Gründen wird die Sonnwendfeier jedoch nicht am eigentlichen Tag der Sommersonnenwende, dem 21. Juni, und ebenfalls nicht jährlich abgehalten, sondern nur alle drei Jahre. «Darüber bin ich aber froh», sagt OK-Präsident Urs Rölli. «Der Aufwand dafür wäre riesig.»

Vor über 100 Jahren entzündeten die Oberdörfler auf der Ravelle in Oensingen das erste sogenannte Höhenfeuer. Später wurde daraus der Ravellen-Club, der sein Feuerwerk heute westlich des Schloss Neu-Bechburg in den Gäuer Himmel schiesst. Die Unterdörfler wollten das damals nicht auf sich sitzen lassen und begannen für ein noch grösseres Feuer auf dem tiefer gelegenen Vogelherd, östlich der Bechburg, noch mehr Holz zu sammeln.

Rivalität sportlich, Verhältnis freundschaftlich

So entstand zwischen den Oberdörflern, dem Ravellen-Club, und den Unterdörflern, dem Vogelherd-Club, ein Wettkampf um das grösste Höhenfeuer beziehungsweise Feuerwerk. Früher gaben sich die beiden Familien noch ordentlich auf die Kappe, bekämpften sich, klauten sich gegenseitig das angesammelte Holz und schummelten mithilfe fieser Tricks.

Heute ist die Rivalität sportlich und fair, das Verhältnis freundschaftlich. Doch noch immer will jeder der Beste sein und den Anderen pyrotechnisch übertrumpfen. Dank diesem Konkurrenzkampf ist die Sonnwendfeier in Oensingen das heute grösste Feuerwerks-Spektakel der Schweiz. (SKU)