Zwei konkurrenzierende Clubs, eine jahrhundertalte Tradition und ein grossartiger Showdown, bei welchem die Rivalen ihr jeweiliges Können unter Beweis stellen: Das klingt filmreif. Die Rede ist jedoch nicht von einem Hollywood-Streifen, sondern von der Sonnwendfeier in Oensingen.

Die Veranstaltung markiert den mittlerweile freundschaftlichen Wettkampf zwischen dem Ravellen-Club (RVO) und dem Vogelherd-Club (VCO) und findet alle drei Jahre statt (siehe Box). Diesjährig feiert die Gemeinde das 1050-jährige Bestehen, und die beiden Clubs haben für die nächtliche Vorstellung jeweils ein Assim Ärmel.

Denn beide wollen das grösste und schönste Spektakel bieten. Es ist dieser Rivalität zu verdanken, dass am 17. März in Oensingen das grösste Feuerwerk der ganzen Schweiz den Himmel erleuchten wird.

Bestgehütetes Geheimnis

Eine volle Stunde lang werden der RCO und der VCO ihre Pyrotechniken in die Luft jagen. Um den Besuchern eine solche Show liefern zu können, braucht es einen grossen Aufwand, sowohl zeitlich als auch finanziell. Zwar geben weder der RCO noch der VCO Auskunft über die Kosten des ganzen Spektakels. Diese sind und bleiben das am besten gehütete Geheimnis der gesamten Sonnwendfeier.

OK-Präsident Urs Rölli erzählt jedoch von den Vorbereitungen: «Wir haben rund eineinhalb Jahre vorher angefangen. Das braucht es aber auch.» Denn es müsse immer wieder ein neues Sicherheitskonzept eingereicht werden. Im Vergleich zum Jahr 2015 gebe es aber keine drastischen Unterschiede.

Grössere Änderungen gab es jedoch im Budget. Denn die Feier leidet ebenfalls unter den Budgetkürzungen, welche die Gemeinde vornehmen musste: Von vorher 20'000 Franken wurde das Budget um die Hälfte auf neu 10'000 Franken gekürzt. «Das tut natürlich weh», sagt der OK-Präsident. «Aber die Zuschauer werden von dieser Budget-Kürzung nichts merken.» Einzig die Werbe-Ausgaben wurden verkleinert, dank dem Representing-Partner Gäupark bleibe die Kommunikation gegen aussen aber aktiv.

Mittlerweile sind die letzten Vorbereitungen getroffen, die Lettern der Clubs seit einer Woche auf dem Gelände der Ravelle beziehungsweise dem Vogelherd aufgestellt. Nun steht noch der letzte Teil an: die Werbung. «Den 17. März muss sich jetzt einfach jeder in die Agenda eintragen», sagt Rölli und lacht.

Altbewährtes gegen Neuheit

Zwischen 30'000 und 50'000 Zuschauer erwarten der Präsident und das gesamte Komitee je nach Wetterlage. Und diesen soll ein Spektakel der ganz hohen Schule geboten werden. «Dafür werden wir schon sorgen», versichert Toni Bussman von der Bugano AG schmunzelnd.

«Wir haben uns etwas Spezielles ausgedacht.» Zum elften Mal stellt die im Kanton Luzern angesiedelte Firma das Feuerwerk für die Oberdörfler bereit. «Wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis miteinander», erzählt auch Urs Ackermann, Präsident des RCO. Mit der Bugano AG setzt der Ravellen-Club auf das Altbekannte. «Für uns hat sich das am besten bewährt», so Ackermann.

Anders verhält es sich beim Vogelherd-Club. Denn bei diesem istmit der österreichischen Firma Pyrovision ein neuer Choreograf am Werk. Dieser habe aber ebenfalls einiges in petto: «Für uns wird dieses Jahr ein Experiment», so VCO-Präsident Hans Schnider. «Aber es wird ein Experiment, das die Besucher aus den Socken hauen wird.» Denn auch wenn die Beziehung zwischen den beiden Clubs freundschaftlich ist, sei die Rivalität noch immer vorhanden. «Es muess ebe echli chribbele», sagt Schnider lachend.

Auf die Frage, wer denn dieses Jahr das schönste Feuerwerk bieten wird, antworten beide Präsidenten mit einem bestimmten: «Natürlich wir!» Schnider hängt daraufhin aber an: «Am Ende muss das Publikum gewinnen. Wenn die Besucher nach Hause gehen und vom Gesehenen schwärmen, haben auch wir beide gewonnen.»