Holderbank SO
Der Schicksalstag zweier junger Flieger

Zum 75. Mal jährt sich am Donnerstag der Absturz eines Schweizer Kampfflugzeugs im Thal. Während des Zweiten Weltkriegs stürzte das Flugzeug mit den jungen Piloten Fritz Weibel und Ernst Wälti ab.

Peter Brotschi
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75 jahre Schicksalstag
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Die Flugaufnahme zeigt die Biegung der Passstrasse des Oberen Hauensteins und das Unfallgebiet rechts oberhalb Holderbank.
Die Trümmerlage im Beretenwald wurde auf einem Plan exakt aufgenommen.
Einer der beiden Verstorbenen: Leutnant Fritz Weibel.
Einer der beiden Verstorbenen: Oberleutnant Ernst Wälti.
Hans Buchter
Walter Otz

75 jahre Schicksalstag

Peter Brotschi

Das Thal ist heute als Naturpark weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Kaum jemand weiss aber noch, dass in der idyllischen Landschaft während des Zweiten Weltkriegs ein Kampfflugzeug der Schweizer Luftwaffe abstürzte. Heute vor 75 Jahren war der Schicksalstag für die beiden jungen Flieger Fritz Weibel und Ernst Wälti.

Der 24. Mai 1943 war ein Montag. Die Piloten und Beobachter der Fliegerkompanie 10 rückten in Emmen zu einem Trainingskurs des Fliegerregiments 2 ein. Um 10.07 Uhr starteten zwei Kampfflugzeuge des Modells C-3603. Der Auftrag lautete: Rekognoszierung der Strecke zwischen Liestal und Balsthal und gleichzeitiges Herausfinden von günstigen Angriffsstrecken auf die Passstrasse des Oberen Hausenstein. Die Angriffe sollten zwar ausexerziert, aber letztlich nur markiert werden. Als minimale Flughöhe wurde 100 Meter über Grund befohlen.

Vor dem Start studierten die Besatzungen der beiden Flugzeuge das Exerziergelände anhand von Fotos und Karten genau. Zudem wurde im Voraus bereits wegen des unsicheren Wetters zur Vorsicht gemahnt. In der C-3603, einem neuen, zweisitzigen Kampfflugzeug für Erdkampf und Aufklärung, entwickelt bei der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte in Thun, flogen jeweils ein Pilot und ein Beobachter. Der 24-jährige Leutnant Fritz Weibel und der 26-jährige Oberleutnant Ernst Wälti flogen als sogenannter «Sohn» auf der zweiten Position hinter dem Führerflugzeug von Pilot Walter Otz und Beobachter Hans Buchter, welche ebenfalls in einem Flugzeug desselben Modells unterwegs waren.

Notfallmanöver ging schief

Zuerst flogen die Flugzeuge die Passstrasse über den Oberen Hauenstein mehrmals ab. Dann folgten zwei markierte Angriffe auf die Strasse zwischen Balsthal und Holderbank. Anschliessend kam es zu einem Überflug in grösserer Höhe nach Hölstein BL. Auch dort wurde ein zweimaliger markierter Angriff auf ein Strassenstück durchgeführt. Dann ging der Flug zurück Richtung Passhöhe des Oberen Hauensteins und Langenbruck, das in etwa 100 Meter Höhe überflogen wurde.

In den nächsten Sekunden, über Langenbruck, unmittelbar nach der Strassenkehre Richtung Holderbank, sah sich Patrouillenführer Walter Otz plötzlich sehr schlechtem Wetter gegenüber. Schon über den ersten Häusern von Holderbank hingen schwarze Wolkenfetzen tief hinunter. Der erfahrene Pilot beschloss, die vor ihm liegende Wolkendecke mit einer hohen Geschwindigkeit von rund 400 km/h leicht steigend geradeaus zu durchstossen. Weibel folgte dem Beispiel des Führerflugzeugs und zog das Flugzeug hoch. In den Wolken erlitt aber das zweite Fluggefährt offenbar einen Geschwindigkeitsverlust und stürzte infolgedessen kopfüber in den Beretenwald. Die Besatzung, bestehend aus den beiden jungen Männern Weibel und Wälti, verstarb auf der Stelle. Die C-3603 mit der Registrierung C-440 wurde vollständig zerstört. Die Zeiger der Uhren blieben für immer bei 10.36 Uhr stehen.

Überlebende ereilt selbes Schicksal

Für den Beobachter Ernst Wälti war es der zweite Absturz, nachdem er bereits am 3. August 1939 mit seinem damaligen Piloten im Kanton Schwyz verunfallt war. Diesen ersten Absturz überlebte er noch. Die Führermaschine mit Walter Otz und Hans Buchter kehrte ohne weitere Probleme nach Emmen zurück.

Rund zwei Jahre später ereilt die beiden aber dasselbe Schicksal: Auf einem Flug der Fliegerkompanie 10, die nun in Fliegerstaffel 10 umgetauft war, kam es zu einem Zusammenstoss mit einer weiteren Maschine. Die Flieger starben am 27. August 1945 in den Trümmern der C-444 auf dem Gemeindegebiet von Mon GR. Die «Zehner» waren an diesem Tag von Samedan aus auf dem Weg in den Kanton Schwyz, wo zu Ehren von tödlich verunglückten Staffelkameraden ein Überflug der Heuberge im Muothatal erfolgen sollte. Dort waren am 27. August 1938 vier Flugzeuge der Fliegerkompanie 10 mit sieben Toten und einem Schwerverletzten abgestürzt.

Die Ausrüstung eines Schweizer Rekruten heute:

Die Ausrüstung eines Rekruten. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
50 Bilder
Sturmgewehr 90
Die Pistole erhalten nicht alle Rekruten.
Effektentasche
Grundtrageeinheit
Kampfrucksack
Militärschokolade und -biscuits
Transporttasche mit -wagen
Sackmesser
Pamir
Kleidertasche für Tenü A
Tagesrucksack
Schlafsack
Rollmütze
Gamelle
Leuchtweste
Dienstbüchlein und Leistungsausweis
Erste-Hilfe-Set
Magazin für Sturmgewehr 90
Gebissschutz
Veston (Tenü A)
Helm
Ohrenpfropfen
Ausgängerhose mit Gurt (Tenü A)
Besteck
T-Shirt funktionell
Fleece-Jacke
Bajonett
Schuhputzzeug
Kampfstiefel Die neusten Kampfstiefel hat die Armee beim italienischen Unternehmen AKU geordert. Ihre Produktionsstätten befinden sich in Rumänien.
Lange Unterwäsche
Trinkflasche
Béret
Gewehrputzzeug
Gasmaske
Unterwäsche Boxershorts, Damenslips und Unterhosen bezieht die Armee bei der Fabrik Amrit Exports in Indien und bei zwei Schweizer Firmen, die wiederum in Osteuropa produzieren.
Gurt (Tenü A)
Gurt (Tenü B/C)
Regenschutz (verstaut)
Vom Tarnanzug gibt es zwei Sorten: Arbeitsanzug für ins Feld (Tenü C) und Dienstanzug (Tenü B) für das Einrücken und ausserdienstliche Anlässe.
Tarnhose mit Gurt und Beinelastik
Krawatte
Kälteschutzanzug
Fingerhandschuhe
Roll-Shirt funktionell
Gnägi-Hemden Als die Herstellung der legendären Rollkragenleibchen im Jahr 2003 aus der Innerschweiz ins Ausland ausgelagert wurde, hagelte es politische Proteste. Ohne Erfolg. Unterdessen wurden die Leibchen in verschiedenen Ländern hergestellt. Unter anderem in Thailand, Rumänien und Indien.
T-Shirt grün
Hemden Für die Lieferung von Hemden und Blusen vergab die Armasuisse jüngst einen Auftrag an die J. Weder-Meier AG in Diepoldsau SG. Wo die Kleidungsstücke produziert werden, ist jedoch nicht bekannt.

Die Ausrüstung eines Rekruten. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Keystone