Der Oensinger Gemeinderat tat sich schwer mit dem Gedanken, der Gemeindeversammlung einen Vorschlag für die Weiterführung des Ortsbusses nach Auslaufen des dreijährigen Pilotprojektes für den Ortsbus vorzulegen. Dies vor allem wegen der hohen jährlichen Kosten von 237 100 Franken für die täglich im Halbstundentakt verkehrenden 29 Kurse.

Aus der Angst heraus, der Souverän könnte sich aus finanziellen Gründen gegen die Weiterführung des Ortsbusses aussprechen, empfahl er deshalb eine auf 20 Kurse abgespeckte Variante mit Kosten von 177 000 Franken.

Davon wollte die Gemeindeversammlung aber nichts wissen. Eine klare Mehrheit sprach sich für die Weiterführung des Ortsbusses aus. Aus der Versammlung war mehrfach zu hören, ein reduziertes Angebot stelle den Ortsbus als Ganzes infrage und mit dem vorgeschlagenen Modell würden Senioren und Behinderte benachteiligt. Das hatte in seinen Beratungen auch der Gemeinderat festgestellt, aber mit Blick auf die Gemeindefinanzen an seinen Plänen festgehalten.

Festzustellen bleibt, dass der Oensinger Gemeinderat offenbar nicht nahe genug an der Bevölkerung politisiert. Entsprechend überrascht war der Rat nach dem klaren Votum des Souveräns. Lebensqualität verbindet die Bevölkerung folglich nicht nur mit gesunden Gemeindefinanzen, sondern auch mit einem attraktiven und gut vernetzten Dorf. Der Ortsbus ist dafür ein ideales Instrument. Darüber solle auch Balsthal noch einmal nachdenken. Der Gemeinderat hatte das Projekt bereits in der Vorprüfung wegen der Kosten verworfen.