Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi benutzte den festlichen Rahmen der 1.-August-Feier, um den Egerkinger Kunstflieger Isidor von Arx zu ehren. Isidor von Arx errang 2015 und 2017 den Titel eines Schweizer Meisters im Kunstflug. Nach jahrelangem autodidaktischem Training schafft er es vor drei Jahren auf das Siegerpodest in der Höchstklasse.

Für 2018 ist er wiederum Favorit. Zudem verwirklicht er einen Traum: Zusammen mit dem Geigenbauer Kuno Schaub und dem inzwischen verstorbenen Geri Mäder ist er seit zwanzig Jahren daran, ein Jagdflugzeug aus dem Ersten Weltkrieg detailgetreu nachzubauen.

Insgesamt drei Nieuport 23 C-1 wollen Isidor von Arx und Kuno Schaub originalgetreu nachbauen.

Insgesamt drei Nieuport 23 C-1 wollen Isidor von Arx und Kuno Schaub originalgetreu nachbauen.

Es handelt sich um den französischen Doppeldecker Nieuport 23 C-1, ein Flugzeug, das vom Langenbrucker Pionier Oskar Bider mit Vorliebe geflogen wurde und mit dem er auch tödlich abstürzte. Die Gemeinde Egerkingen unterstützt das Projekt mit einem Check, lautend auf 10'000 Franken. Schaub und von Arx werden den unerwarteten Geldsegen für die Anschaffung eines Transportanhängers verwenden.

Wo ist unsere Heimat?

In ihrer Festrede ging Johanna Bartholdi der Frage nach, was es braucht, damit wir einen Ort als Heimat bezeichnen und was wir tun können, damit wir die Heimat nicht verlieren. «Heimat ist dort, wo ich mich auskenne, wo ich Orientierung und Freunde habe, wo ich mich verstanden fühle und mich auf andere verlassen kann. Es ist der Ort, wo ich Wurzeln habe oder meinen Anker geworfen habe», lautete Bartholdis Antwort. Heimat sei ein Ort, der ein gutes Gefühl von Zusammengehörigkeit und Zugehörigkeit vermittle.

Oskar Bider, 1891 in Langenbruck geboren, lernt Landwirt und arbeitet als Cowboy in Argentinien. Mit 21 Jahren kehrt er zurück und erlangt das Fliegerbrevet. Am 24. Januar 1913 überfliegt er mit einer Blériot XI als erster Pilot die Pyrenäen. Der Flug macht ihn weltberühmt. Ein halbes Jahr später macht er mit einer weiteren nächsten Pioniertat von sich reden: der Überquerung der Alpen von Bern nach Mailand. Am 7. Juli 1919 führt Bider in Dübendorf nach einem Abschiedsfest und einer durchwachten Nacht Flugakrobatik vor. Dabei verunglückt er tödlich. Bider wird nur 28 Jahre alt. Obwohl seine Fliegerkarriere nur sechseinhalb Jahre dauert, kann Bider mit seinen Pionier-Leistungen die schweizerische Bevölkerung für die Fliegerei begeistern.

Oskar Bider: Flugpionier wurde nur 28 Jahre alt

Oskar Bider, 1891 in Langenbruck geboren, lernt Landwirt und arbeitet als Cowboy in Argentinien. Mit 21 Jahren kehrt er zurück und erlangt das Fliegerbrevet. Am 24. Januar 1913 überfliegt er mit einer Blériot XI als erster Pilot die Pyrenäen. Der Flug macht ihn weltberühmt. Ein halbes Jahr später macht er mit einer weiteren nächsten Pioniertat von sich reden: der Überquerung der Alpen von Bern nach Mailand. Am 7. Juli 1919 führt Bider in Dübendorf nach einem Abschiedsfest und einer durchwachten Nacht Flugakrobatik vor. Dabei verunglückt er tödlich. Bider wird nur 28 Jahre alt. Obwohl seine Fliegerkarriere nur sechseinhalb Jahre dauert, kann Bider mit seinen Pionier-Leistungen die schweizerische Bevölkerung für die Fliegerei begeistern. 

Je schneller die Welt sich drehe, desto grösser werde die Sehnsucht nach einem ruhenden Pol. Allerdings, fuhr die Rednerin fort: «Diese Sehnsucht nach Heimat dürfen wir nicht denen überlassen, die eine heile Vergangenheit beschwören, eine Welt, die es gar nie gegeben hat». Vielmehr ist Bartholdi überzeugt, dass sie gestaltet werden muss: «Wahre Heimat weist in die Zukunft. Unsere Heimat ist der Ort, an dem wir als Gemeinschaft arbeiten müssen».

«Stärne 5!» in Aktion

Umrahmt wurde die Nationalfeier durch das Jodlerchörli Stärne 5! Es besteht aus der Solojodlerin Sandra Bader und Vater Peter Bader (Tenor), unterstützt durch Patrick Christ, Thomas Stich und Martin Hengartner. Das 2017 in Wisen gegründete Quintett eröffnete den Festakt mit dem Jahreszeiten-Lied «I freu mi» von Paul Meier.

Beim Liebeslied «›S isch nümme die Zyt wo albe isch gsy» forderte das Chörli das Publikum zum Mitsingen auf, bevor es mit «Drum muesch dini Seel ä chli la bambälä la» von Ruedi Bieri den Anlass abrundete.