Abfallregime

Der Oensinger Abfall gibt zu reden

Eine solche Abfallentsorgung könnte man sich auch in Oensingen vorstellen

Unterflursammelstelle in Olten

Eine solche Abfallentsorgung könnte man sich auch in Oensingen vorstellen

Der Oensinger Gemeinderat diskutierte über das Abfall-Thema, das bei den Bewohnern immer wieder für rote Köpfe sorgt.

In gibt in Oensingen immer wieder zu reden. Es sei im Vergleich mit anderen Gemeinden teuer, heisst es. Grund für den Gemeinderat, sich an seiner Sitzung diese Woche mit dem Thema grundsätzlich auseinanderzusetzen. Der Ressortleiter Infrastruktur, Gemeinderat Georg Schellenberg, und der Leiter Bau, Andreas Affolter, referierten vor dem Rat.

Die Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung weist gemäss Jahresrechnung 2018 einen Ertragsüberschuss von rund 30 500 Franken auf. Dies sei zum Teil auf den gesunkenen Betriebsaufwand und auf die tieferen internen Verrechnungen sowie den gestiegenen Ertrag zurückzuführen, wurde gesagt. Die Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung weist per Ende 2018 noch immer ein Minus-Eigenkapital von rund 135 000 Franken auf. «Wenn die Ertragslage so weitergehen würde, wäre in fünf Jahren eine ausgeglichene Bilanz erreicht», sagte Schellenberg.

Alternativen zur Sammelstelle suchen

An den Gemeindeversammlungen wurden jeweils die jährlichen Kosten für die Führung der Werkstoffsammelstelle Eggenschwiler von 136 000 Franken kritisiert. Es wurde mit anderen Gemeinden verglichen, welche für diese Dienstleistung viel weniger bezahlten. Es stelle sich somit die Frage: Ist die öffentliche Sammelstelle der Kostentreiber? «Wir sollten uns Überlegungen machen, wie wir weg von der Sammelstelle kommen, denn diese ist personalintensiv und damit teuer», so der Tenor. «Es gibt Alternativen, die eine deutliche Kosteneinsparung bringen», erklärte Andreas Affolter. Er habe sich in anderen grösseren Gemeinden wie Trimbach, Zuchwil oder Solothurn umgehört. Aber, gibt er zu bedenken: «Für gewisse Stoffe wie Glas oder Papier muss die Gemeinde per Gesetz eine Entsorgung zur Verfügung stellen.»

So stellt sich die Frage, wie die Abfallsammlung mit wieder verwertbarem Material organisiert werden soll. «Ziel muss sein, Kosten zu sparen, die Dienstleistungen aber zu verbessern und dazu den Umweltaspekt zu berücksichtigen», sagt Gemeindepräsident Fabian Gloor.
Ein Teil einer möglichen Lösung wäre die Tür zu Tür-Sammlung jeden Monat für Papier- und Karton, so wie dies bei der Grünabfuhr sechs Mal pro Jahr der Fall ist. «Schon heute werden fünfmal pro Jahr Papier und Karton durch die Kreisschule und den Turnverein gesammelt. Das kann man ausbauen. Dafür müssen wir aber mit den Vereinen sprechen», sagte Affolter. Eine solche Entsorgung könnte mithilfe der Gemeinde sichergestellt werden. Die entsprechenden Multifunktionsfahrzeuge wären vorhanden. «Richtofferten haben gezeigt, dass eine Karton- und eine Papiersammlung (nach Abzug der Rückerstattungen) noch rund 15 000 Franken kosten würde.

Besser einige dezentrale Entsorgungsstellen

«Wichtig ist, dass die Aufwände nicht grösser sein dürfen als die Gebühreneinnahmen», stellte Gloor grundsätzlich fest. «Das Ziel muss sein, die Grundgebühr, die heute für einen Privathaushalt 100 Franken beträgt, massiv zu reduzieren», meint Affolter. Generell müsse der Gebührenkatalog, insbesondere für die Industrie- und Gewerbebetriebe, überdacht werden, wurde weiter betont.

Besonders für die Neubauzonen Leuenfeld und im Unterdorf müssten wirksame Lösungen gefunden werden. «Ich denke, dezentrale Sammelstellen im Dorf einzurichten, ist besser als eine grosse einzige Stelle», sagte Affolter auch mit Blick auf den Verkehr. So habe man mit dem Investor im Leuenfeld vereinbart, dass dieser dort eine Unterflursammelstelle für Glas, Aluminium und Stahlblech einrichtet. «Im Unterdorf kämen mobile Sammelstellen zum Einsatz.»

Nach längerer Diskussion kamen die Mitglieder des Gemeinderats überein, dass zunächst noch die Bevölkerung grundsätzlich zum Thema befragt werden soll. Im Januar 2020 soll deshalb an einer Orientierungsversammlung über die verschiedenen Möglichkeiten informiert werden. Das genaue Datum dafür wird noch bekannt gegeben. Eine Änderung des Entsorgungskonzepts wird aber frühestens im Jahr 2021 möglich sein.

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