In der Zeit der diesjährigen Jahresrevision, die am Samstag, 4. Mai, beginnt und rund zwei Monate dauert, werden im Maschinenhaus des KKG neue Niederdruckturbinen, neue Kondensatoren und ein neuer Generator eingebaut. Für den Generatoraustausch wurden bereits im Verlauf der Jahresrevision 2012 verschiedene Vorarbeiten geleistet. Im September 2012 wurde der Maschinenhauskran mit 400 Tonnen Tragkraft durch einen stärkeren mit 500 Tonnen Tragkraft ersetzt. Der Kranersatz war notwendig aufgrund des höheren Gewichts des neuen Generators, der 560 Tonnen schwer ist. Die spektakuläre Kranaustauschaktion erfolgte durch eine auch von ausserhalb der Anlage sichtbare Öffnung in der Maschinenhaus-Südwand.

Der Lieferant des neuen Generators ist die Siemens AG mit Sitz im deutschen Mülheim an der Ruhr. Die Generatorkomponenten wurden vor einigen Tagen in Mühlheim verschifft und auf dem Rhein bis zur Umladestation im Hafen von Birsfelden transportiert. Für den Weitertransport des 460 Tonnen schweren Stators und des rund 100 Tonnen schweren Rotors, den beiden Bauteilen, aus denen sich der Generator zusammensetzt, wurden unterschiedliche Verkehrswege und Transportmittel vorgesehen. Der leichtere Rotor wurde auf der Strasse von Birsfelden BL nach Däniken transportiert und befindet sich seit einiger Zeit vor Ort.

Der Stator hingegen wurde am Mittwoch vom Schiff auf einen Spezial-Transportwagen der SBB verladen. Die Fahrt nach Däniken fand ihren Abschluss von Freitag auf Samstag. Da es sich um eine schwere und sehr heikle Fracht handelt, habe man die Überführung nur in kleinen Etappen vornehmen können, so Bruno Elmiger, Medienverantwortlicher des KKG. Gestartet wurde am Freitag gegen 23 Uhr im Birsfelder Hafen mit Zwischenhalt im Rangierbahnhof der SBB in Basel. Gestern Samstag startete die Fahrt kurz nach Mitternacht, und via Pratteln, Frenkendorf, Liestal, Lausen, Sissach und Tecknau erreichte der Transport gegen 3 Uhr Olten. Weiter ging die Fahrt via Dulliken nach Däniken, von dort auf das Industriegleis, und um zirka 4 Uhr traf der Stator an seinem Bestimmungsort im KKG ein. Dort wurde der Bahnwagen zum Maschinenhaus geführt, wo er bis zum Einbau ins Maschinenhaus gelagert bleibt.

Laut Bruno Elmiger soll der Generator ausgetauscht werden, weil er «leistungsfähiger ist als der aktuelle und mehr Strom erzeugen kann». Das KKG lieferte folgende Zusatzinformationen zur neuen Apparatur: Der Einwellenturbosatz setzt sich aus einer Hochdruck- und drei Niederdruckturbinen sowie aus Generator, Erreger und Hilfserreger zusammen. Er ist 55 Meter lang und dreht mit 3000 Umdrehungen pro Minute.

Der zweipolige Drehstromsynchrongenerator ist für eine Nennleistung von 1250 Megavoltampère (MVA) ausgelegt. Er besteht aus dem Gehäuse mit den Lagern, dem federnd aufgehängten Blechpaket mit der Statorwicklung, der Wellendichtung und Stromableitung sowie dem Rotor mit der bürstenlosen Gleichstromerregung. Die mit einer Spannung von 27 Kilovolt erzeugte Leistung wird über den Generatorschalter und die drei Blocktransformatoren auf das 400-Kilovolt-Verbundnetz eingespeist.

Die Kosten konnte Elmiger noch nicht im Detail beziffern. Voraussichtlich seien aber «mit Gesamtprojektkosten in der Höhe von rund 200 Mio. Franken» zu rechnen. (mgt/otr)