Holderbank

Der Medaillenschütze kehrt nach der EM in seine Heimat zurück

Von links Marc-André Haefeli, Jan Lochbihler und Rolf Kaiser.

Von links Marc-André Haefeli, Jan Lochbihler und Rolf Kaiser.

Die Gemeinde Holderbank feierte am Samstag seinen mehrfachen Europameister Jan Lochbihler, der für seine vier EM-Medaillen, drei goldene und eine silberne, gefeiert wurde.

Die Spannung war gross in Holderbank. Viele hatten sich beim Schulhaus versammelt und warteten auf ihren Helden: Auf den Schützen Jan Lochbihler, der für seine vier EM-Medaillen, drei goldene und eine silberne, gefeiert wurde. Gewonnen hatte er sie an der EM in Baku, die zwischen Ende Juli und Anfang August stattfand. Viele Einwohner von Holderbank waren da; aber auch Fans von den verschiedenen Schützenvereinen der Region, zu erkennen an ihren Vereinsjacken, waren angereist.

Schliesslich trat Lochbihler auf den Platz, begleitet von der Dorfmusik, mit seinen vier Medaillen um den Hals gehängt. Mit verschiedenen Reden wurde er geehrt. Auch Lochbihler ergriff selbst kurz das Wort. Unter den Zuschauern waren einige besonders stolz: diejenigen, die Lochbihler bereits ganz am Anfang seiner Karriere begleiteten. Unter anderem seine einstigen Förderer Marc-André Haefeli und Rolf Kaiser.

Schnelle Fortschritte

Mit zehn Jahren kam Jan Lochbihler zum ersten Mal ins Schiesstraining ins Schützenhaus Balsthal. Es war im Rahmen des Ferienpasses. «Er war kein Senkrechtstarter», erinnert sich Marc-André Haefeli von den Freischützen Balsthal-Klus. Bei ihm besuchte Lochbihler damals den Juniorenkurs. «Aber Jan machte sehr schnell Fortschritte». Auffällig sei Lochbihlers Eigeninitiative gewesen. «Nie musste man ihm einen Tritt geben.» Nach einigen Monaten wurde Rolf Kaiser, der Leiter des Ausbildungszentrums in Balsthal, auf Lochbihler aufmerksam. «Ich sah ihn am Schülerschiessen und wusste: Er hat Talent», erklärt Kaiser. «Ich sagte zu ihm: Du musst mehr beissen und etwas für den Erfolg tun. Und ich lud ihn ein, bei uns im Zentrum zu trainieren.»

Lochbihler erhöhte seinen Trainingsaufwand, war ehrgeizig, ruhig, konzentriert. Zum Austoben besuchte er nebenher regelmässig das Karatetraining. «Das eine war für die Konzentration, das andere für die Fitness», erklärt Kaiser. Das Karatetraining war genauso wichtig wie das Schiesstraining, denn die körperliche Ausdauer im Schiesssport spielt eine ebenso grosse Rolle wie die mentale. «Wenn Jan einmal das Karatetraining nicht besuchen wollte, dann musste er mir eine Mail oder eine Karte mit 100 Zeichen schreiben». Der Grund: Jan habe das Schreiben gehasst. «Also entschied er sich immer für das Training», so Kaiser lachend. Nicht alle freuten sich über den grossen Trainingsaufwand. «Seine Mutter fürchtete immer, dass die Schule darunter leiden könnte», weiss Kaiser. Das sei aber nicht der Fall gewesen. Im Gegenteil. «Das Konzentrationstraining vom Schiessen half ihm auch in der Schule.»

Das harte Training lohnte sich: 2008 war Lochbihler dann zum ersten Mal Schweizer Meister. Mit 16 gewann er in der Kategorie U17 mit dem Luftgewehr über 10 Meter. Er schaffte damit ein Novum: Noch nie vor ihm hatte ein Mann in dieser Kategorie den nationalen Titel gewonnen. Auch international sorgte Lochbihler in jenem Jahr für Aufmerksamkeit: Er wurde Junioren-Europameister und wechselte ins Nationalkader. Mittlerweile ist er Profi und trainiert im nationalen Leistungszentrum Magglingen.

Perfekter Werbeträger

Über Jan Lochbihlers Erfolg freut sich auch der anwesende Heinz Hammer, der Präsident des Solothurner Schiessportverbandes. Lochbihler sei der perfekte Werbeträger für den Schiesssport im Kanton. «Er ist sehr sympathisch und trotz dem Erfolg auch bescheiden geblieben», lobt Hammer. «Und er zeigt, was man erreichen kann, wenn man nur will». Dank Lochbihler sei der Schiesssport wieder regelmässig in den Medien präsent. Das habe einen positiven Einfluss auf den Nachwuchs im Kanton. Jeder und jede will gerne wie Lochbihler sein.

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