Egerkingen
Der Martinstag wird mit einem Konzert gefeiert

Das Trio flautarco ist zu Gast in der katholischen St.-Martins-Kirche.

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Das Trio Flautarco im Jahr 2016 mit Harfenistin Praxedis Hug.

Das Trio Flautarco im Jahr 2016 mit Harfenistin Praxedis Hug.

zvg

Am Sonntag, 13. November 2016, wird in der katholischen Kirchgemeinde Egerkingen der Martinstag gefeiert und des Schutzpatrons der Martinskirche gedacht. Um diesen Tag besinnlich ausklingen zu lassen, lädt das Trio flautarco um 17 Uhr, bereits zum 20. Mal, zu einer Abendmusik ein, welche die Zuhörer auch auf die kommende Adventszeit einstimmen möchte.

Dieses Jahr haben die Flötistin Barbara Junker, die Violinistin Franziska von Arb und der Cellist Rolf Bögli, wieder die Harfenistin Praxedis Hug eingeladen. Die gebürtige Zugerin erhielt mit fünf Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Früher konzertierte sie als Pianistin, jetzt tritt sie seit Jahren als Harfenistin solistisch und in verschiedenen renommierten Ensembles auf.

Das Jubiläumskonzert wird eröffnet mit der Sonate I in G-Dur Opus 14/1 von Carl Stamitz. Die zu hörende Sonate umfasst die Sätze: Moderato, Andante moderato, Rondo, Allegretto. Später im Programm folgt dann noch das Trio Nummer 2 in F-Dur. Anschliessend folgt das Trio in A-Dur von Guiseppe Ferlendis.

Ferlendis wurde 1755 in Bergamo geboren. Er begegnete auf seinen verschiedenen Reisen 1795 Haydn von dem in früheren Konzerten die Londonertrios zu hören waren. Der kompositorische Nachlass von Ferlendis ist nicht so gross. Ausser Konzerten, die er für sich und sein Instrument, die Oboe, geschrieben hat, sowie einer Sinfonie ist nur Kammermusik überliefert.

Sie richtet sich allerdings nicht an den virtuosen Oboisten, sondern an einen Kreis von Liebhabern, der in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts auch in Italien beachtlich gewachsen war und mit ihm eine entsprechende Literatur.

In diesen Rahmen gehören auch die Trios. Sie sind vermutlich auf Veranlassung von Liebhabern aus jenen adeligen oder bürgerlichen Kreisen entstanden. Das zu hörende Trio umfasst die Sätze: Allegro und Minuetto.

Stimmungsvolle Szene

Es folgt «Divertissement grec» von Philipp Gaubert. Er war Flötist und lebte von 1879 bis 1941. Ab 1897 spielte er als Soloflötist an der Pariser Opéra. 1905 gewann er den zweiten Preis des renommierten Prix de Rome. Und ab 1931 war er künstlerischer Leiter der Pariser Opéra.

Sein kompositorisches Werk ist stilistisch von Gabriel Fauré beeinflusst. Die zu hörende Melodie kann nach eignem Ermessen interpretiert werden. Original hat es Gaubert für eine Flöte mit Harfe komponiert. Es soll eine stimmungsvolle griechische Szene vor Augen führen.

Auch Musik von Ignaz Walter wird an diesem Abend gespielt. Er wurde 1755 in Radonitz (Böhmen) geboren und war Sänger, Komponist und Operndirektor. Einige Opern und Singspiele stammen aus seiner Feder.

Seine Kompositionen für Kammermusik wurden stark von seinen Begegnungen mit Mozart geprägt. Das Quartetto Opus 9 umfasst die folgenden Sätze: Allegro, Andante, Rondo-Allegro.

Ein Tango zum Schluss

Geboren in Mar del Plata, lebte Astor Piazzolla seine Jugendjahre in New York. Mit seiner Musik wird der Abend beendet werden. Durch ein Stipendium kam er 1954 nach Paris. Er verschwieg anfänglich, dass er Tangos komponiert hatte.

Zu sehr schämte er sich, Tangomusiker zu sein, in Bordellen und Kabaretts von Buenos Aires gearbeitet zu haben. Seine Fördererin entdeckte in seinen Partituren Einflüsse von Ravel, Strawinsky und Bartók, vermisste aber eine individuelle Handschrift.

Sie riet ihm, diese in seinen argentinischen Wurzeln zu suchen. Nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires begründete er die Neuinterpretation des Tangos: den Tango Nuevo. Über 300 Tangos und Musik für 50 Filme komponierte Piazzolla unter anderem.

Zum Konzertabschluss wird das Trio Flautarco den im Jahre 1973 geschriebenen Libertango vortragen. (rbob)

Das Konzert findet am Sonntag 13. November, um 17 Uhr in der St.-Martins-Kirche Egerkingen statt. Der Eintritt ist frei, Kollekte.

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