SBB-Ausbau Olten-Aarau
Der Lärm der Züge beschäftigt die Dänikerinnen und Däniker am meisten

Die Info-Veranstaltung zum SBB-Ausbau Olten–Aarau in Däniken vom Mittwochabend war nur mässig besucht. Die Projektleiter der SBB erklärten unter anderem, dass in Däniken Lärmschutzwände neu- und ausgebaut werden - aber nicht durchgehend.

Beat Wyttenbach)
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Wenn die Holderbanker Ortsbürger tagen, bleiben die meisten Stühle unbesetzt. (Symbolbild)

Wenn die Holderbanker Ortsbürger tagen, bleiben die meisten Stühle unbesetzt. (Symbolbild)

Beat Wyttenbach

Gut 40 Personen erschienen am Mittwochabend zur Info-Veranstaltung betreffend SBB-Ausbau Olten-Aarau in der Däniker Bühlhalle, die meisten aus Däniken selbst, aber auch eine Handvoll Dulliker war darunter. Gemeindepräsident Gery Meier hielt nach der Begrüssung fest, dass dieses Ausbauprojekt die Menschen im Dorf in den kommenden Jahren begleiten werde. Bei solchen Dimensionen frage man sich: «Was bringt es uns?»

Auch im Gemeinderat habe man sich diese Frage gestellt. Man sei zum Schluss gekommen, dass es sinnvoll sei, weil es der Strecke Olten–Aarau Entlastung bringe. Jedoch habe man moniert, dass sich die Bahnhöfe und deren Zustand anfangs ausserhalb des Projekts befunden hätten. Dies habe sich nach entsprechender Intervention geändert. Der Lärm sei ein Problem und die Bahnhöfe Däniken und Dulliken nicht behindertengerecht ausgestaltet. «Es wurden Lösungen gefunden», lobte Meier, der mahnte, während der Bauzeit auch die Probleme des Mehrverkehrs nicht aus den Augen zu verlieren.

Seitens der SBB stellten Gesamtprojektleiter Thomas Schweizer, Projektleiter Thomas Leisinger, Umweltspezialist Martin Müller sowie Planer Reto Christen das Projekt vor, soweit es Däniken und Dulliken betrifft. Namentlich genannt wurden dabei der Neubau eines vierten Gleises ab Bahnhof Dulliken, das bis zum Quartier Neu-Bern südlich geführt wird und ab Neu-Bern auf der Nordseite gebaut werden soll. Im Bereich des Däniker Bahnhofs sollen bestehende Gleise wie das Abstellgleis genutzt werden, das nicht ersetzt wird, so Leisinger. Die beiden nördlichen Gleise bleiben hauptsächlich dem Güter- und Regionalverkehr vorbehalten, die südlichen den Schnellzügen.

Geplant seien ferner der behindertengerechte Ausbau der Bahnhöfe mit einem neuen Aussenperron sowie der entsprechenden Umrüstung des Mittelperrons in beiden Bahnhöfen. Auch die Unterführungen sollen entsprechend angepasst werden, so Leisinger. Hingegen, so musste Schweizer in der Fragerunde einräumen, habe man für die Perrons bei den Bahnhöfen noch keine Lösungen finden können, auch nicht für Dulliken, das einen Zugang zu seinem Bahnhof vom Dorf her wünscht. Kommenden Monat würden jedoch für beide Bahnhöfe Studien in Auftrag gegeben, die aufzeigen sollen, wie man die Gebäude sanieren und behindertengerecht ausgestalten könne.

Wie Müller erklärte, plane man auch die Aufrüstung bestehender Lärmschutzwände (Verlängerung in Neu-Bern um zirka 100 Meter nach Westen) sowie neue Schutzwände im Bereich des Däniker Bahnhofs (145 Meter) und ausgangs Bahnhof Richtung Gretzenbach (76 Meter). Insgesamt würden 985 000 Franken des rund 800 Mio. Franken teuren Ausbauprojekts für Lärmschutzmassnahmen ausgegeben.

Der Umstand, dass in Däniken selbst nicht durchgehend Lärmschutzwände geplant seien, erregte die Gemüter. Zum einen, so hielt Müller fest, befinde man sich in dieser gemischten Gewerbe- und Wohnzone in einem schon bestehenden Gleisbereich, bei dem die Lärmschutzvorschriften nicht ganz so strikt seien, was auch der Grund sei, dass östlich des Bahnhofes eine Lärmschutzwand errichtet werden müsse: Dort werde das vierte Gleis komplett neu gebaut. Zum anderen würden die baulichen Gegebenheiten dies verunmöglichen. «Dann müssten wir den Bahnhof komplett zubauen, und er wäre nicht mehr erreichbar», befürchtete der Umweltspezialist der SBB.

In diesem Zusammenhang ein Thema war auch der Güterverkehr auf der Bahn. Laut Müller sei zwar mit einer Zunahme der Züge von 544 auf 671 pro Tag zu rechnen. Dies betreffe aber in erster Linie die Personenzüge (Erhöhung von 420 auf 531 pro Tag) und nicht so sehr die Güterzüge (Erhöhung von 124 auf 140 pro Tag). Zudem wolle man bis 2015 das Rollmaterial komplett umgerüstet haben, mit dem Ausland stehe man bezüglich deren Züge, die auch hier durchfahren, in Verhandlung. Ferner war zu erfahren, dass die Güterzüge nur tagsüber auf den nördlichen Gleisen fahren würden, nachts würden sie auf die südlichen wechseln.

Auch forderten in der Fragerunde einzelne Personen den Ausbau von Schutzwänden bei ihren Liegenschaften. Müller erläuterte, dass solche Anliegen erst bei einer Schutzwirkung von fünf Dezibel aufwärts etwas bringen würden. In diesem Zusammenhang ermunterte er die Anwesenden, Einsprache zu erheben, wenn sie mit diesem oder jenem Vorhaben nicht einverstanden seien. Dies ist nämlich noch bis zum 28. Mai möglich zuhanden des Bundesamts für Verkehr. Dort würden die Einsprachen gesammelt und behandelt, ergänzte Schweizer, der dazu aufrief, den in Schönenwerd eingerichteten Info-Point zu besuchen, der auch bis zu diesem Datum zugänglich ist und bis jetzt von 30 bis 80 Personen pro Tag besucht worden sei.

Damit ging die letzte Info-Veranstaltung dieser Art nach gut anderthalb Stunden zu Ende, und es bestand die Gelegenheit, beim von den SBB offerierten Apéro weiterzudiskutieren. Weitere Infos zum Projekt gibt es unter www.sbb.ch/eppenberg; Fragen kann man den Projektverantwortlichen direkt per Mail stellen (eppenberg@sbb.ch).

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