Nach der im Sommer 2017 abgeschlossenen Sanierung des Autobahnzubringers zwischen Balsthal und Oensingen will der Kanton nun die Lehngasse und die Äussere Klus in Oensingen sanieren und umgestalten. Die Pläne liegen dafür noch bis 26. September 2018 öffentlich bei der Gemeinde Oensingen und beim Kreisbauamt II in Olten auf.

Bei dieser Kantonsstrasse handelt es um die zweitwichtigste aus und in das Thal führende Verkehrsachse. Zahlen machen das deutlich: Die rund 1100 Meter lange Strecke zwischen der Landi Balsthal und dem provisorischen Stampfeli-Kreisel wird in Richtung Oensingen täglich von 2811 Fahrzeugen mit einem Schwerverkehrsanteil von 2,8 Prozent befahren. In der Gegenrichtung sind es pro Tag 2799 Fahrzeuge mit einem Schwerverkehrsanteil von 2,6 Prozent.

Gesamter Belag wird ersetzt

Entsprechend stark belastet ist der Belag der Strasse, welche sich einer Untersuchung zufolge insgesamt in einem ausreichend bis kritischen Zustand befindet. Dasselbe gilt für die Randabschlüsse mit vielen beschädigten Steinen. Deshalb soll der gesamte Belag im Fahrbahnbereich und die Randsteifen wo nötig ersetzt werden.

Einhergehend mit der Sanierung werden die Lehngasse und die Äussere Klus auch sicherer gestaltet. Dies gilt auch für die Kurve beim Reiterhof von Pius Schwizer, wo es in den letzten zehn Jahren zu drei Schleuderunfällen kam. Mit dem Bau einer Mittelinsel vor der Kurve soll die Geschwindigkeit des Verkehrs reduziert und mit der Verbreiterung der Strasse im Kurvenbereich deren Befahrbarkeit verbessert werden.

Im Bereich der Insel soll zudem der gemeinsame Rad- und Fussweg auf 3,2 Meter ausgebaut werden. Auf den übrigen Abschnitten bleibt die Breite des Rad- und Fussweges von mindestens 2,4 Meter wie sie ist, wie Projektleiter Jürg Stuber vom kantonalen Amt für Tiefbau (AVT) erklärt.

Mittelstreifen bei Ausfahrt Landi

Zwei weitere kleine Mittelinseln sollen in der Äusseren Klus bei der Ausfahrt Landi gebaut werden. Auch dort kam es in der Vergangenheit oft zu Unfällen, insbesondere mit Radfahrern. Die Inseln markieren und schützen den geplanten Mittelstreifen, welcher bei diesem Knoten als Abbiegehilfe entstehen soll. Parallel dazu soll der Rad- und Fussweg im Bereich des Knotens Solothurnstrasse-Äussere Klus auf 3 Meter ausgebaut werden.

Keine Änderung gibt es beim bestehenden Rad- und Fussweg von der Landi bis zum Lehnfluhweg, wie Stuber bemerkt. Beim Lehnfluhweg erfolgt auch die Querung des vom Stampfeli-Kreisel kommenden Veloverkehrs. Darauf hingewiesen wird mit einer Bodenmarkierung. Auf eine Mittellinie wird auf der als Kernfahrbahn gestalteten Lehngasse zwischen Lehnfluhweg und provisorischem Kreisel Stampfeli gänzlich verzichtet, so Stuber.

In das Strassenbauprojekt des Kantons eingeflossen ist auch das Projekt Leuenfeld Süd, das bis 2025 den Bau von acht weiteren Mehrfamilienhäusern mit rund 150 Wohnungen vorsieht. Die Erschliessung für diese Überbauung erfolgt auf der Ostseite der Lehngasse kurz vor dem provisorischen Stampfeli-Kreisel. Bei der Realisierung soll ein im Perimeter stehendes Haus teilweise abgebrochen werden. Der provisorische Kreisel wird vorerst nicht geändert, wie Stuber erwähnt. Über eine feste Installation wird erst im Zuge der Realisierung des Projektes Verkehrsentlastung Oensingen definitiv entschieden. Wann dies geschehe, sei noch offen.

Einbahnregime ist vorgesehen

Die Sanierung und Umgestaltung der Lehngasse und der Äusseren Klus, welche auf dem Abschnitt Lehnfluhweg bis provisorischem Kreisel Stampfeli auf eine Breite von 7,7 Meter ausgebaut werden sollen, ist mit Kosten von insgesamt 3,5 Millionen Franken veranschlagt. Der Anteil für die Gemeinde Oensingen beträgt zirka 1,1 Millionen Franken. Der Baubeginn soll vorbehaltlich von Einsprachen im April des kommenden Jahres in Angriff genommen werden und bis Ende 2019 dauern. Der Einbau des Deckbelags soll im Sommer 2020 erfolgen.

Während der Bauzeit soll auf der Lehngasse für den von Oensingen kommenden Verkehr ein Einbahnregime eingerichtet werden. Der von Balsthal kommende Verkehr wird über den Autobahnzubringer zur Ausfahrt Oensingen Nord geführt. Bei der Einfahrt in die Solothurnstrasse wird ein zwetschenförmiger Kreisel installiert, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Stuber ist zuversichtlich, dass diese Lösung funktionieren wird. In Kriegstetten habe sich ein ähnliches Model bewährt.