Es wurde gefeiert, wie die Flaschenbatterien am Freitag Morgen erkennen liessen. Maibäume standen in vielen Gemeinden der Region. Zumeist mit Tafeln, die Namen beiderlei Geschlechts trugen. Vor ein paar Jahren noch war es üblich gewesen, nur die Namen der Mädchen drauf zu schreiben. Aber heute feiern die mit. Im Bezirk Gösgen gibt es nach wie vor, Plakate mit einem Motto drauf: so etwa in Niedergösgen, Stüsslingen und Lostorf: «Pizzeria Fortuna seit 1996», «Jung verdammt», «Der Bambus blüht auf».

Vor allem ist in mehreren Gemeinden vor allem des unteren Niederamts der Brauch des nächtlichen «Verschleipfens» ungebrochen im Schwange. In Erlinsbach, in Gretzenbach und vor allem in Niedergösgen waren die Jahrgänger fleissig gewesen. Da war am Freitag noch allerhand abzuholen, das aus Gärten und ab Vorplätzen den Weg zur «Sammelstelle» gefunden hatte. Auch einiges an fahrbarem Material war dort «zwischengelagert», vom «Garettli» über den roten Kinder-Ferrari bis zum echten Töff.

In Niedergösgen waren die entwendeten Velos schöner in Reih und Glied gruppiert als an mancher Velostation. Gut für die 96er, die das «Diebesgut» hüteten, damit es nicht in falsche Hände gerät, dass zum Teil Zelte errichtet worden waren, in denen sie vor dem auch am Freitag recht ausgiebigen Regen Schutz suchen konnten.

Pech hatten die Erlinsbacher, die wegen der Baustelle auf dem Dorfplatz vom gewohnten Standort beim – demontierten – Brunnen ein paar Meter in Richtung Gösgen ausweichen mussten: Beim abholbereiten Material lag am Morgen auch gleich der eigene Maibaum. Grüsse aus Gösgen? Die meisten andern Bäume scheinen die Nacht überlebt zu haben.