Der Laden mit allem Lebensnotwendigen mitten im Dorf, mit einer Grösse von 120 Quadratmetern Ladenfläche, 60 Quadratmetern Lageraum, 6 Quadratmetern Postagenturfläche soll Ende dieses Jahres geschlossen werden. Es handelt sich um den letzten Dorfladen von Aedermannsdorf; ein Geschäft, welches die Familie des Inhabers Adrian Stampfli schon seit Generationen führt. «Seit 30 Jahren betreibe ich den Laden an diesem Ort. Er bringt mir ein gutes Auskommen, doch Ende Jahr habe ich das Pensionsalter bereits seit eineinhalb Jahren überschritten und will kürzertreten», sagt Stampfli.

Davon habe man im Dorf schon länger gehört, erklären der Bauverwalter Thomas Altermatt und Gemeindepräsident Bruno Born. «Es ist uns aber wichtig, dass dieses Geschäft nicht verschwindet und deshalb haben wir mit Stampfli das Gespräch gesucht».

Gemeinde unterstützt

«Wir möchten verhindern, dass es diesen Laden ab nächstem Jahr nicht mehr gibt», sagt Born, «denn ein Dorfladen ist mehr als nur ein Ort des Einkaufens». Man habe die Sache im Gemeinderat besprochen und sei zum Schluss gekommen, dass man einen neuen Betreiber suchen wolle und diesen in einer Anfangsphase unterstützen würde. «Wie diese Unterstützung im Detail aussehen wird, haben wir nicht exakt definiert. Es kommt darauf an, mit welchen Ideen man an uns herantritt», sagt Bauverwalter Thomas Altermatt. Er präzisiert: «Wir könnten uns vorstellen eine Bürgschaft zu übernehmen, oder dass wir uns für eine gewisse Zeit am Mietzins beteiligen.» Aber eines sei ganz klar: «Die Gemeinde wird nicht Unternehmer werden».

Das sei auf keinen Fall die Aufgabe der Behörde, sagt auch der Gemeindepräsident. «Es gibt immer wieder Stimmen, die sagen, es sei nicht Aufgabe einer Gemeinde, ein Unternehmen so zu unterstützen». Damit spricht er die Rolle der Gemeinde bei der Rettung des Gasthofes Schlüssel an. «Wenn in einer Gemeinde mehrere Unternehmen einer Branche noch vorhanden sind, ist es sicher nicht Aufgabe der Behörden, in den Wettbewerb einzugreifen.»

Den Dorftreffpunkt erhalten

Im Fall von Aedermannsdorf sei die Sache aber anders. «Wir wollen den Laden vor allem auch wegen der darin integrierten Postagentur retten. Das erachte ich schon als eine Aufgabe der Gemeindebehörden.»

Altermatt stimmt ihm zu. «Wenn jemand nachfragt, was unsere Gemeinde zu bieten hat, weil er vielleicht mit seiner Familie hier her ziehen will, ist neben Schulen und Vereinsaktivitäten auch immer der gut sortierte, dorfansässige Laden ein Argument.» Dieser Faktor sei nicht zu unterschätzen, «umso mehr auch in Herbetswil seit längerer Zeit kein Laden mehr vorhanden ist.»

«Ein Dorfladen ist halt mehr, als einfach eine Möglichkeit noch kurz vor Ladenschluss eine zuvor vergessene Senftube zu kaufen», meint Born. «Der Dorfladen ist auch ein Treffpunkt, wo man Neues erfahren und miteinander ins Gespräch kommen kann.»

Adrian Stampfli freut sich natürlich über das Engagement der Gemeindebehörden. «Ich habe die Arbeit im Laden immer gerne gemacht. Doch es ist Zeit aufzuhören und in meiner Familie ist niemand da, der Interesse hat.» Er könnte sich vorstellen, dass ein Team den Laden im Job-Sharing betreiben würde und weist noch auf eine Besonderheit seines Ladens hin. «Mein Laden ist völlig unabhängig. Ich fahre jeden Morgen zum Grosshändler, um mein Sortiment aufzufüllen oder spezielle Kundenwünsche erfüllen zu können. Dieser Aufwand ist mir wichtig. Ob ein Nachfolger das dann auch so macht, ist natürlich ihm überlassen.» Und: «Ganz existenziell für den Umsatz des Ladens ist eben auch die Postagentur. Dafür müssen aber gewisse Bedingungen der Post, wie Öffnungszeiten und anderes, erfüllt werden.» Der Ladenumsatz stimme im Gesamten fügt er noch an; man könne ein gutes Einkommen erwirtschaften.

Thomas Altermatt, der die Bücher kennt, hat mit möglichen grossen Detailhandelspartnern auch schon das Gespräch gesucht und sich informiert. «Wir sind offen für alle Varianten. Nur eines muss klar sein: Der Laden muss ohne Unterbruch weiter geführt werden.» Interessenten sollen sich auf der Gemeindeverwaltung oder bei Gemeindepräsident Bruno Born melden.