Innert fünf Jahren wird nun der dritte Anlauf im «Sternen» nach der Ära der Familie Blaser abgebrochen. Der Start Anfang vergangenem September war voller Hoffnungen und Versprechungen. Die Fluri Real Estate AG, seit Juli 2011 Besitzerin der Liegenschaft, setzte die Firma Wirk GmbH aus Solothurn als Betreiberin ein und Selina Rütti aus Laupersdorf als Betriebsleiterin vor Ort. Ein Kulturgasthof hätte es werden sollen, längerfristig ein Treffpunkt für die Thaler Bevölkerung, wo regelmässig kulturelle Veranstaltungen und gastronomische Events stattfinden.

Vereine hatten Pech

Doch es kam anders. «Die Frequenzen in der Gaststube blieben deutlich unter den Erwartungen», teilte die Wirk GmbH gestern mit. Man habe die Kostenstruktur analysiert und dem Betrieb zeitgemässe Strukturen verpasst. Doch dies hatte dann auch gegenteilige Folgen, wie Leute aus dem Dorf berichten. Wenn zum Beispiel zu fortgeschrittener Abendstunde niemand mehr in der Gaststube war, wurden die Lichter gelöscht, die Türe geschlossen. Vereine, die nach der Probe oder dem Training noch einkehren wollten, hatten Pech. Zwar wurde diese Massnahme später wieder gelockert, aber offensichtlich zu spät. Handwerker, die sich zum Znüni verpflegen wollten, beklagten sich über zu lange Wartezeiten.

Der längste Raclettetisch

Auch das tüchtige Rühren der Werbetrommel in den vergangenen Wochen für den Gewölbekeller, wo man sich an den «längsten Raclettetisch der Region – wenn nicht sogar der ganzen Schweiz und somit der Welt» setzen kann, vermochte keinen entscheidenden Erfolg zu bringen.

Offen gibt die Firma Wirk bekannt: «Das Potenzial wurde zu hoch eingeschätzt und der Synergieeffekt mit anderen Geschäftseinheiten fiel zu gering aus.» Die Finanzplanung für das Jahr 2015 habe die Betreiberin zu einem nüchternen Fazit und einer konsequenten Massnahme gezwungen: Das Gasthaus Sternen nach kurzer Zeit schon wieder zu schliessen.

Nicht überrascht

Die Fluri Real Estate AG als Eigentümerin sei informiert worden. Die Suche nach einem Nachfolger laufe bereits. Die Wirk GmbH sei bestrebt, sämtliche Festangestellten und den Auszubildenden erfolgreich weiter zu vermitteln. Mit der Gemeinde Matzendorf und den Vereinen werde bilateral nach Lösungen für die bereits reservierten Daten im Saal und den übrigen Räumlichkeiten gesucht. Bis ein Nachfolger gefunden sein wird, bleibt die jetzige Betreiberin Ansprechpartner für die Gemeinde und Vereine.

«Was soll man anderes dazu sagen, als dass es einfach schade ist», meint Gemeindepräsident Marcel Allemann. «Man kann nur hoffen, dass das Haus nicht zu lange geschlossen bleibt.»