Neuendorf

Der Gäuer Fasnachtsumzug steigt dieses Jahr erstmals ohne Obernarr

Lassen es auch ohne Obernarr krachen: Die Wolfwiler Guggenmusik Bäseschränzer präsentiert sich am Hilariball im neuen Kleid.

Lassen es auch ohne Obernarr krachen: Die Wolfwiler Guggenmusik Bäseschränzer präsentiert sich am Hilariball im neuen Kleid.

Weil in den Gemeinden Neuendorf und Wolfwil niemand gefunden werden konnte, der das Narrenzepter übernimmt, findet der Gäuer Fasnachtsumzug am 2. März erstmals ohne Obernarr statt. Eingefleischte Fasnächtler lassen sich davon aber nicht beeindrucken.

Die einstige Fasnachtshochburg Neuendorf muss bereits das zweite Jahr in Folge ohne Obernarr auskommen. Auch für die kommende fünfte Jahreszeit konnte nämlich niemand gefunden werden, der den Narren als Oberhaupt vorstehen will, wie an der jüngst abgehaltenen Generalversammlung des Fasnachtsrates (Fara) zu erfahren war.

Das sei zwar schade, für die Fasnacht im Dorf aber nicht von existenzieller Bedeutung, sagt Fara-Präsidentin Kathrin von Arx. «Bei uns geht es wieder aufwärts, wir verfügen über eine gesunde Basis und auch die Stimmung ist sehr gut.» Das wirke sich auf die Fasnachtsanlässe im Dorf aus, welche inzwischen allesamt kostendeckend seien, so die 36-Jährige. Den am Umzug in Wolfwil fehlenden Obernarr aus Neuendorf will der Fara mit seiner eigenen Teilnahme zumindest wieder teilweise wettmachen.

Auch die Wolfwiler Narrengemeinde lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, weil dieses Jahr kein Obernarr gefunden werden konnte. «Wir lassen uns etwas einfallen und schliesslich haben wir ja auch noch unsere Alt Obernarren, die am Umzug mit einem eigenen Wagen aufwarten werden», sagt Willi Kissling von der Fasnachtsgesellschaft Wolfwil. Warum diesmal kein Obernarr gefunden wurde, könne er sich eigentlich nicht erklären.

Für ihn sei einfach wichtig, dass dass Fasnachtsfieber auch ohne Obernarr in Wolfwil grassiere, so Kissling. Dank des grossen Zusammenhalts im Dorf werde das Aaregäu auch diese obernarrenlose Zeit unbeschadet überstehen. «Wenns drauf ankommt, können wir auf die Woufeler zählen.»

Wie recht Kissling mit seiner Einschätzung hat, zeigte sich am letzten Samstag am Hilariball in «Bäsewil». Im originell und gemäss dem aktuellen Motto «Steizyt z Woufu» dekoriertem «Romantica» herrschte reges Fasnachtstreiben. Wie letztes Jahr sorgte das OK Strassenfasnacht dafür, dass von 19 Uhr bis weit nach Mitternacht unterhaltungsmässig die Post abging.

Start erfolgt am 27. Februar

Der eigentliche Start zur Fasnacht in Wolfwil ist am schmutzigen Donnerstag, 27. Februar, um 5 Uhr in der Früh mit dem Startschuss zur «Chesslete» für Jung und Alt. Anschliessend um 9 Uhr, startet die Kinder»-Chesslete». Die Besammlung ist jeweils beim Gemeindehaus. Im Anschluss an die beiden «Chessleten» offeriert die Gemeinde eine Mehlsuppe im «Romantica». Ab 19.15 Uhr steigt dann die traditionelle Strassenfasnacht auf der Hauptstrasse.

Am Samstag, 1. März, beginnt um 15 Uhr der Kindermaskenball und ab 18 Uhr startet der Bäseball in der Mehrzweckhalle. Für die Unterhaltung sorgt das Duo Happy Music. Viel Guggensound und eine Maskenprämierung runden das Programm ab.

28. Nummern am Gäuer Umzug

Als Höhepunkt startet am Sonntag, 2. März, um 13.30 Uhr, der erwähnte Fasnachtsumzug mit bislang 28 Nummern. Im Anschluss steht Fasnachtsbetrieb in den Bäsewiler Beizen und in der Mehrzweckhalle mit den Bäseschränzer und den Schnitzelbankgruppen Wöschwyber und den Seichbämslen auf dem Programm.

Als krönender Abschluss in der «Steizyt z Woufu» geht es am Dienstag 4. März, ab 18 Uhr, dem Böög an den Kragen, und zwar beim «Schlüssel» mit Festwirtschaft und Gratiswürsten offeriert von der Guggenmusik Bäseschränzer. Anschliessend Uslumpete mit den Schnitzelbankgruppen Bierehol aus Wangen a. Aare, den Wöschwyber und den Seichbämsle in den Beizen. (eva/wkw)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1