Härkingen

Der Gärtner gehört wieder einmal zu den Schurken

Mit dem Theaterstück «Ganovenparty» wird die Dorfbühne Härkingen an vier Abenden eine Komödie von Javier Garcia aufführen.

Theatergruppe Härkingen - Aufführung 2019

Mit dem Theaterstück «Ganovenparty» wird die Dorfbühne Härkingen an vier Abenden eine Komödie von Javier Garcia aufführen.

Die Theatertruppe der Dorfbühne führt heuer ein explosives Gaunerstück in Form einer Komödie auf. «Ganovenparty» wird derzeit von verschiedenen Theatergruppen der gesamten Schweiz inszeniert.

Die Familie Siegenthaler ist startklar, oder wenigstens fast. Denn bis sich Silvia Siegenthaler, gespielt von Jennifer Arn, nach mehrmaligem Umziehen für die zweckmässigsten Reiseklamotten entschieden hat, kann es schon mal dauern.

Doch auch ihr Gatte Bruno Siegenthaler, gespielt von Daniel Baisotti, kommt nicht in die Gänge. Der Wagen, mit dem das Paar verreisen will, ist plötzlich defekt, sodass Bruno umdisponieren und die Koffer im geliehenen VW der Gärtnerin verstauen muss.

Soweit die Ausgangslage im Salon des wohlhabenden Ehepaars. Dieses plant nämlich, für zwei Wochen auf eine Schönheitsfarm in Mailand in die Wellnessferien zu fahren und sich etwas auffrischen zu lassen.

Nun gilt es nur noch, die beiden Hausangestellten, gespielt von Julia Heer und Tamara Braun, ebenfalls in den Urlaub zu entlassen und den Nachbarn Louise und Albert Nauer, gespielt von Heidi Müller und Arthur Oegerli, welche die Pflanzen giessen sollen, den Hausschlüssel zu übergeben. Erst dann können die Reisenden richtig entspannen.

Gegen Ende immer verzwickter

Das hübsch am Waldrand gelegene Siegenthaler-Haus bleibt allerdings nicht lange verwaist. Zwei Velofahrerinnen, gespielt von Barbara Leuenberger und Joëlle Brechbühl, verirren sich in die Gegend. Durchfroren und hungrig suchen sie ohne böse Absicht eine Bleibe für die Nacht. Mit dem unter dem Gartenzwerg versteckten Zweitschlüssel ist der Weg frei in Küche und Bad.

Sie bleiben aber nicht lange allein: Die beiden beurlaubten Angestellten der Familie statten dem Haus ebenfalls einen Besuch ab, im Gegensatz zu den Radlerinnen führen sie jedoch nichts Gutes im Schild und haben es auf die Wertsachen abgesehen.

Desgleichen will das Nachbarehepaar die Gelegenheit nutzen, einen seit Monaten ausgeliehenen Akkubohrer heimzuholen. Zu guter Letzt brechen noch zwei entflohene Zuchthäusler in die Villa ein, der Panzerknacker Oskar, gespielt von Hans Portmann und sein trotteliger Bruder Hugo, gespielt von Lorenz Nützi. Das Objekt ihrer Begierde ist der Tresor im Büro des Hausherrn.

Ein Stück ohne Hauptfigur

Die Komödie von Javier Garcia ist derart durchtrieben konstruiert, dass die Eindringlinge zuerst problemlos aneinander vorbeikommen, von einigen für sie zuerst unerklärlichen Wunderdingen abgesehen.

Doch nach und nach braut sich eine explosive Mischung zusammen. Bis es soweit ist, schrammen die Ganoven an heiklen Situationen vorbei und produzieren einige vertrackte Verwirrungen.

Unter der Leitung von Werner Oegerli bringen die acht Schauspielerinnen und vier Schauspieler das kurzweilige und lustige Stück «Ganovenparty» mit viel Spielfreude auf die Bühne. Regisseur Werner Oegerli, der Sohn des Doyens Arthur, besorgte auch die Bearbeitung des Stücks. Bei der Dorfbühne Härkingen, die aus der Musikgesellschaft hervorging, ist er seit der Gründung 1994 mit dabei. «Ganovenparty» ist seine vierzehnte Inszenierung.

Mit der Kriminalkommissarin Irma Kiefer sowie mit Barbara Leuenberger und Lorenz Nützi schlüpfen wieder Mitglieder in Theaterrollen, die mehrere Aufführungen ausgelassen haben. Neu in der Truppe sind Tamara Braun als Gärtnerin und Doris Wyss als Kriminalassistentin.

Im Stück gibt es keine eigentliche Hauptfigur oder wenn, dann gleich mehrere. Die Theaterbühne glänzt denn auch durch eine hervorragende Teamleistung – vor und hinter der Kulisse - und bürgt für Unterhaltung im besten Sinn.

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