Schönenwerd

Der Frondienst ist aus grossen Schäden hervorgegangen

Unter der Leitung von Bürgergemeindepräsident Edgar Meier (zweiter von rechts) begaben sich die ehemaligen und aktiven Frondienstlerinnen und Frondienstler auf die Grenzwanderung.

Unter der Leitung von Bürgergemeindepräsident Edgar Meier (zweiter von rechts) begaben sich die ehemaligen und aktiven Frondienstlerinnen und Frondienstler auf die Grenzwanderung.

Die Bürgergemeinde Schönenwerd feierte am Wochenende 40 Jahre Frondienst. Nach einer Grenzwanderung liessen es sich Gross und Klein auf dem Köhlerplatz gut gehen.

Der Wald von Schönenwerd gehörte früher dem Stift St.Leodegar. Nach Aufhebung des Stiftes im Jahre 1874 ging der Stiftswald an den Staat Solothurn über. In den folgenden Jahren erwarb die Bürgergemeinde diesen Wald, und die Bürger wurden Mitbesitzer. Heute gibt es im ganzen Waldgebiet keine Privatbesitzer mehr.

Gründung des Frondienstes

Die Vorväter pflanzten vor allem Fichten, da sich diese am besten für Brennholz eigneten. Diese Flachwurzler boten dem Sturm, der 1967 über dem Wald wütete, keinen Widerstand und richtete verheerende Verwüstungen an. Aus dem Stangenholz des Sturmschadens wurde das 1972 eingeweihte Waldhaus gebaut. Die Aufräumarbeiten des grossen Schadens brachte die Forstrechnung in eine defizitäre Lage. Das Forstpersonal war enorm gefordert, so kamen einige Forstkommissionsmitglieder auf die tolle Idee, einen Frondienst zu gründen.

Gesagt – getan: Im Frühjahr 1974 fand der erste Fronarbeitstag unter der Leitung von Walter Frey statt. Diese ehrenamtlichen Frondienstarbeiten werden bis heute, seit 1989 unter der Leitung von Bürgerpräsident Edgar Meier mit Erfolg weitergeführt. Der Bürgergemeindepräsident kann entsprechend dieses Jahr sein 25-Jahr-Jubiläum als Forstpräsident feiern. Schönenwerder Bürgerinnen und Bürger, Einwohnerinnen und Einwohner sowie auch Auswärtige arbeiten für den Frondienst. In den vergangenen 40 Jahren haben diese fleissigen «Frondienstler» über 40 000 Arbeitsstunden in ihren Wald investiert.

Grenzwanderung zum Jubiläum

40 Jahre später, am Jubiläumstag, begab man sich am Wochenende auf eine Grenzwanderung. Richtung Hasenmatt, im Waldeck steht eine Sequoia, wunderschön. Diese wird für viele Vögel Fixpunkt für die nächsten 2000 Jahre sein, wenn sie sich weiterhin gesund entwickelt. Entlang des Scheidbächli, welches die Grenze zum Kanton Aargau, beziehungsweise zur Gemeinde Oberentfelden bildet, wanderte man durch einen urtümlichen und geheimnisvollen Teil des Waldes. Leise Flötentöne drangen an die Ohren, und auf Blättern luden Walderdbeeren zum Naschen ein. Hier wohnen Waldnymphen, weiss eine Sage, und wer Glück hat, begegnet einer. Sie belohnen alle, welche den Wald pflegen.

Tatsächlich, auf einem Waldstrunk sass eine Fee und spielte mit leisen Flötentönen auf. Man kennt sie alle von unermüdlichen Einsätzen. Vreni Widmer überraschte die Wanderer mit der selbstgefertigten Ansteckplakette, welche ihr Grosskind, auch als Fee verkleidet, verteilen durfte. Auf dem weiteren Weg erfuhren die eingeladenen Frondienstler noch viel über Wald und Fauna. Im «Äner Tann» genossen alle einen herrlichen Apéro, dann ging es zurück zum Waldhaus, wo die Jubiläumsfeier begann.

Festschmaus zu Örgelimusik

Edgar Meier durfte zum Fest auf dem vor zwölf Jahren anlässlich des Köhlerfestes errichteten Köhlerplatzes 70 ehemalige und aktive Frondienstlerinnen und Frondienstler begrüssen. Es wurde bei schönstem Wetter ein köstliches Essen geboten, welches der Party-Service Flükiger geliefert hatte. Während fröhlicher Stunden wurde man von «Freddu Roggemoser» mit Anekdoten und Schwyzerörgelimusik unterhalten. Ein Film über das Köhlerfest, gezeigt von Werner Deutschmann, hat an vergangene Erlebnisse erinnert. Der Präsident und der Bürgerrat hatten dieses grossartige Fest organisiert und in ihren grünen Frondienst-T-Shirts alle verwöhnt.

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