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Der Frauenverein Egerkingen engagiert sich vor allem für Senioren

Drei Vereine im Kanton Solothurn sind dem Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen SGF angeschlossen, der Ende Mai in Solothurn sein 125-Jahr-Jubiläum feiert. Der kleinste ist der Gemeinnützige Frauenverein Egerkingen.

Urs Amacher
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Drei tragende Säulen des Gemeinnützigen Frauenvereins Egerkingen (von links): Präsidentin Esther Hauri, Ursula Annaheim und Hanni Schürmann HR. Aeschbacher

Drei tragende Säulen des Gemeinnützigen Frauenvereins Egerkingen (von links): Präsidentin Esther Hauri, Ursula Annaheim und Hanni Schürmann HR. Aeschbacher

Aktuell zählt der GFV Egerkingen 88 Mitglieder – gegenüber jeweils mehreren hundert Mitgliedern in den beiden Städten Solothurn und Olten. Der Gemeinnützige Frauenverein Solothurn besitzt mit dem «Hirschen» ein eigenes Haus in der Altstadt und übernahm die Schülerverpflegung in der Kantons- und Berufsschule. Der GFV Olten führt beispielsweise einen Kinderhort und ein Tagesheim für Betagte, bietet einen Mahlzeitendienst an und organisiert den Ferienpass.

Als der Gemeinnützige Frauenverein Egerkingen 1921 gegründet wurde, stand mehr die Ausbildung der jungen Frauen im Vordergrund. Der GFV organisierte Koch- und Nähkurse, beispielsweise um Mahlzeitenresten oder unter dem Motto «aus alt mach neu» Textilien wieder zu verwenden. Doch schon damals war der GFV im sozialen Bereich aktiv, betreute Wöchnerinnen und gab den Kindern Pausenmilch ab.

Gesellschaft gewandelt

Inzwischen hat sich die Gesellschaft und auch das Dorf Egerkingen stark gewandelt. Heute sind die Aktivitäten des Gemeinnützigen Frauenvereins Egerkingen deutlich auf die Seniorinnen und Senioren fokussiert, erklärt die Präsidentin des GFV, Esther Hauri. Als Erstes nennt sie den Mittagstisch für alle «Ü 65» der Gemeinde. Einmal im Monat, an einem Donnerstag, treffen sich jeweils 25 bis 35 Personen im AHV-Alter, um gemeinsam zu Mittag zu essen, je abwechselnd in einem Restaurant des Dorfs.

Ebenfalls einmal im Monat, allerdings nur im Sommerhalbjahr, unternehmen Mitglieder des Frauenvereins Rollstuhlfahrten. Sie holen Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums «Sunnepark» zu einem Spaziergang ab inklusive Einkehr in einem Restaurant mit Kaffee und Kuchen. Ebenfalls im Sunnepark lädt der GFV zu einem Seniorennachmittag ein. Heuer wird am 12. Juni der Alleinunterhalter Pius Fasnacht zum Tanzen und Mitsingen aufspielen.

Carreise gibts alle zwei Jahre

Eine grössere Sache ist der Seniorenausflug. Alle zwei Jahre, abwechselnd mit einem Lotto in der Alten Mühle, organisiert der GFV eine Carreise, an der jeweils rund 70 Oldies teilnehmen. Alle über 80-Jährigen werden im Advent von Frauen des Vereins besucht und mit einem kleinen Geschenk beglückt, durchs Jahr hindurch zusätzlich jene mit einem runden Geburtstag. «Dabei steht der Besuch im Vordergrund, die Gelegenheit zu einem gemütlichen Schwatz», betont Präsidentin Esther Hauri. Eine Institution ist die Seniorenfasnacht am Fasnachtsdienstag, wo seit Jahren Georg Fischer für Stimmung sorgt und wo auch der NaareRoot mit dem Chräjevatter zu Besuch kommt.

Jeweils am Sonntag nach St. Augustin (28. August) wird in Egerkingen das Fest der heiligen Maria zum Trost mit einer traditionellen Prozession gefeiert. An diesem Wochenende betreibt der GFV ein Kaffeestübli, wo er selbstgebackene Kuchen und Torten serviert. Zudem bietet er an einem Stand Handarbeiten an. Mit dem Gewinn, den der Frauenverein am Egerkinger Umgang erwirtschaftet, deckt er die Aufwendungen für die Aktivitäten.

Überalteter Verein

Esther Hauri engagiert sich seit 15 Jahren im Vorstand des GFV Egerkingen, seit der GV 2012 als Vereinspräsidentin. Unterstützt wird sie von sieben Frauen, die im Vorstand mittun, darunter die Gemeindepräsidentin Hanny Bartholdi; auch Ursi Annaheim, die während Jahren als Vereinspräsidentin den GFV in Schwung hielt, hilft weiterhin bei der Organisation des Umgangs mit.

Esther Hauri verschweigt auch ein Grundproblem nicht. Der Frauenverein ist überaltert, über die Hälfte der Mitglieder sind im AHV-Alter. Jüngere Frauen zum Mitmachen zu motivieren, sei nicht einfach. Dabei sei das idealistische Engagement zugunsten der Senioren nicht nur ein Geben, ihnen Freude zu bereiten und für die Allgemeinheit zu wirken, bringe ihr selber Befriedigung, gesteht Esther Hauri.

«Wir pflegen auch die Geselligkeit untereinander. Wir machen einen Vereinsausflug, und die Vorstandssitzungen ziehe ich immer zügig durch, damit es nachher noch reicht, gemütlich zusammenzusitzen und miteinander ein Glas zu trinken», berichtet Präsidentin Esther Hauri. Im Übrigen gestalte sie den zweiten Teil der Generalversammlung immer als kulturelles Ereignis. An die kommenden GV vom 4. Juni ist Hans Niklaus eingeladen; er wird aus seinem Buch «Dr Chlämmerlibuss von Egerkingen» vorlesen und erzählen.

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