Niederbuchsiten
«Der Ferienpass entspricht einem echten Bedürfnis»

Erst seit drei Jahren gibt es in Niederbuchsiten einen Ferienpass. Dieses Jahr wurden die Angebote rege genutzt, dies freut die Frauen, die sie ins Leben gerufen haben. Patricia Zeltner, Leiterin des Kurses «Rund ums Pferd/Pony» ist eine von ihnen.

Erwin von Arb
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Unter der Aufsicht vom Patricia Zeltner (mit Strohhut) konnten die Kinder auf dem Reitplatz einige Runden drehen.

Unter der Aufsicht vom Patricia Zeltner (mit Strohhut) konnten die Kinder auf dem Reitplatz einige Runden drehen.

Erwin von Arb

«Den Apfel würde ich nicht mitnehmen, sonst schnappt ihn einer meiner Buben», sagt Patricia Zeltner zu einem Jungen bei der Begrüssung der acht zum Ferienpass-Kurs «Rund ums Pferd/Pony» erschienenen Kinder. Mit Buben meint Patricia Zeltner ihre drei Ponys Ronnie, Rocky, Lino und den Freibergerhengst Harino, welche im Hinterhof der Scheune angebunden bereitstehen. Sie arbeite lieber mit männlichen Tieren, Stuten seien störrischer.

Die 45-jährige Pferdehalterin hat Erfahrung mit Ferienpasskindern. Solche Kurse bietet sie schon seit 16 Jahren an. Bis vor drei Jahren aber ausschliesslich für auswärtige Kinder wie etwa aus Neuendorf, Kappel oder Härkingen. Das sei so gewesen, weil es im Dorf erst seit 2012 einen Ferienpass gebe, so Zeltner.

«Ein echtes Bedürfnis»

Lanciert wurde der Ferienpass von sieben initiativen Frauen. Eine von ihnen ist Mirjam Bucher, welche dem Kurs als Aufsichtsperson beiwohnt. «Wir waren gemeinsam zur Überzeugung gelangt, dass Niederbuchsiten beim Ferienpass nicht länger abseitsstehen kann. Schliesslich gibt es solche in der ganzen Region, nur bei uns nicht», meint Bucher mit Blick zurück auf die Anfänge. Dem OK gehören neben ihr Ursula Zeltner, Rita Hafner, Fränzi Mengon, Petra Oegerli, Andrea Zeltner und Isabelle Schmidt an.

Freude macht der 44-jährigen Mutter von drei Kindern, dass der Ferienpass so rege benutzt wird. Von möglichen 71 Kindern haben sich dieses Jahr 59 Kinder angemeldet. Der Ferienpass entspreche also einem echten Bedürfnis. Mitmachen können alle Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse. Für einen Beitrag von 20 Franken dürfen beliebig viele der insgesamt 41 Kurse besucht werden. Die Mehrheit der Kinder belege zehn Kurse, wie Mirjam Bucher erwähnt. Gesponsert und mitfinanziert wird der Ferienpass neben dem erwähnten Beitrag der Kinder von Unternehmen aus der Region, wie Bucher weiter ausführt.

Pferde und Ponys werden farbig

Inzwischen sind die acht Kinder von Pferdehalterin Patricia Zeltner mit dem von ihr vorbereiteten Programm vertraut gemacht worden. Dieses sieht vor, dass die Pferde und Ponys zuerst gestriegelt und gebürstet werden. Danach dürfen die Kinder die Tiere mit Fingerfarbe nach Lust und Laune bemalen, so wie das einst auch die Indianer gemacht haben. Ihr Respekt vor dieser Kultur sei mit ein Grund, den Kindern eine solche Aufgabe zu geben, so Patricia Zeltner.

Die Kinder durften die Ponys und Pferde mit Fingerfarbe nach Lust und Laune bunt bemalen.

Die Kinder durften die Ponys und Pferde mit Fingerfarbe nach Lust und Laune bunt bemalen.

Erwin von Arb

Der Höhepunkt des Kurses ist aber ganz klar das Reiten auf den Rücken der Pferde und Ponys. Am Zügel geführt von Patricia Zeltner und zwei Helferinnen dürfen die über das ganze Gesicht stahlenden Kinder auf dem Reitplatz einige Runden drehen. Den Abschluss bildet schliesslich das Waschen der Tiere, um sie vor der völlig ungefährlichen Farbe zu befreien. Gefallen hat der Morgen bei Patricia Zeltner mit ihren Pferden und Ponys allen, wie die Kinder einhellig erwähnen. Einige wollen nächstes Jahr wieder kommen. Aus Freude an den Tieren und weil es Spass gemacht hat.

Zwei Mädchen flechten Zöpfe in den Pferdeschweif.

Zwei Mädchen flechten Zöpfe in den Pferdeschweif.

Erwin von Arb

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