Vor eineinhalb Jahren machte Jasmine Thommens fast leere Kita im «Blick» Schlagzeilen. Seither hat sich einiges getan, Jasmine Thommens Geschäft läuft nun rund. Auch wenn sie den Zeitungsbericht eher mit negativen Auswirkungen auf den Geschäftsgang in Zusammenhang bringt. Doch die 30-jährige Baselbieterin hat sich durchgebissen und zügelt mit ihrer Kindertagesstätte bald in eine andere, grössere Lokalität im Dorf.

Der Traum war simpel: Jasmine Thommen wollte nach ihrer Ausbildung zur Fachfrau Kinderbetreuung eine eigene Kindertagesstätte. Doch das Geschäft harzte von Anfang an, die Auslastung war tief, Thommen musste kämpfen.

Jetzt zeigt sich: Der Einsatz für ihren Traum scheint sich gelohnt zu haben. Im Sommer steht der Umzug der Tagesstätte an, auch weil sie im alten Gemeindehaus nicht mehr hätten wachsen können. «Zuerst wollten wir mit der Kita eigentlich in ein anderes Dorf umziehen», sagt Patrick Thommen, Jasmine Thommens Ehemann.

Umzug steht bevor

Doch dann kam ein für die Thommens segensreicher Kontakt zustande. Der Vermieter von Sonja Salzmann, welche seit letzem Jahr in der Kita angestellt ist, hörte von den Abwanderungsgelüsten der beiden. Und sprang in die Bresche. Denn ein Hauptgrund, warum die Kita am Anfang unter schwacher Belegung litt, war laut Jasmine Thommen der fehlende Garten.

Dies ist am neuen Ort behoben, ein 200 m² grosser Garten warte dort darauf, in Beschlag genommen zu werden, so die 30-Jährige. Zudem werde die Kita in Zukunft auf einem Stock gelegen kommen und der Innenausbau nach den Wünschen der Thommens ausgestaltet. Inklusive speziell tiefen und damit kindergerechten WC-Anlagen.

Der nahende Umzug habe sich dann auch herumgesprochen, und zu den heute zwischen 7 und 10 Kinder, welche jeden Tag die Kita besuchen, werden noch mal gleichviele dazukommen, wie Jasmine Thommen freudig verkündet. Mehr Kinder bedeuten auch mehr Bedarf an Angestellten. Doch da haben die beiden vorgesorgt: Ab Sommer wird eine Lehrtochter ausgebildet, eine zusätzliche Praktikantin soll das Team unterstützen. Und in der Hinterhand ist da noch Patrick Thommen.

Das Ziel der beiden ist es, dass auch er in den Betrieb einsteigen kann. «Kochen, Buchhaltung, was halt so ansteht», sieht Thommen sein künftiges Tätigkeitsfeld, wenn alles so läuft, wie es sich die beiden vorstellen. Zudem würden sich die Kinder immer freuen, wenn er käme. Und die Unterstützung für seine Ehefrau war denn auch in der Vergangenheit wichtig. «Wenn ich freihatte, kam ich viel hierhin», sagt der Baselbieter.

Kein Wunder, musste Jasmine Thommen doch am Anfang unten durch. 14-Stunden-Tage waren die normale Arbeitsbelastung. Seit Mitte des letzten Jahres läuft der Betrieb aber, sodass mit Sonja Salzmann eine Arbeitskraft angestellt werden konnte. Eine Entlastung für Jasmine Thommen.

«Ein Neustart für uns»

Ob die beiden denn am Anfang zu naiv an die Sache herangegangen waren? «Ich bin vieles, aber nicht naiv», lacht Jasmine Thommen. Es sei ihnen von Anfang an bewusst gewesen, dass der Start einer Kita halt Zeit in Anspruch nehmen würde. Zudem habe sie einiges lernen können und lernen müssen in den letzten eineinhalb Jahren.

Sie sei daran gewachsen, wie sie erzählt. Auch an der Sache mit der Blick-Berichterstattung. Auch wenn sie im Nachgang des Berichts eindeutige Angebote per Whatsapp erhielt. Und auch wenn die Publicity in ihren Augen nicht gerade förderlich war für ihren Betrieb. Doch damit habe sie abgeschlossen, wie sie selber sagt.

Sie freue sich auf die neue Lokalität. «Es ist dies auch so etwas wie ein Neustart für uns», sagt Patrick Thommen. Zuerst müssten aber noch einiges geklärt werden. So zum Beispiel die Suche eines Nachmieters für die Räume im alten Härkinger Gemeindehaus.

Denn dieses hatten Thommens gleich für fünf Jahre gemietet. «Es geht aber auch, wenn wir an beiden Orten Miete zahlen müssen», so Jasmine Thommen.