Jahreskonzert
Der Egerkinger Marsch durfte nicht fehlen

Am Jahreskonzert der Musikgesellschaft Fridau Egerkingen wurde auch für die neuen Uniformhosen gesammelt.

Eugen Busslinger
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«Wiener Blut» und «Arosa» waren zwei der Stücke, welche die MG Fidau Egerkingen spielte.

«Wiener Blut» und «Arosa» waren zwei der Stücke, welche die MG Fidau Egerkingen spielte.

Patrick Lüthy

Unter der Leitung ihres bewährten Dirigenten Erich Hess fand das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Fridau Egerkingen im Vereinssaal Mühlematt statt. Sie brachte im ersten Teil vor allem Stücke aus Wien und dem Böhmerland zu Gehör, was der instrumentalen Besetzung des Corps bestens angepasst ist. Mit viel sympathischem Wiener «Schmäh» erklang zum Auftakt der «Indigo-Marsch» aus der Operette «Indigo und die vierzig Räuber» vom Walzerkönig Johann Strauss. Sein berühmter Konzertwalzer «Wiener Blut» wurde darauf schwungvoll und stilsicher dargeboten, das anspruchsvolle Werk brachte vor allem Flöte und Piccolo zur Geltung.

Sammeln für Uniformhosen

Als typisches Beispiel der tschechischen Volksmusik erklang darauf die Dachovská Polka von Josef Flegl. Viel Geduld und Konzentration wird von den Interpreten verlangt, um die zahlreichen Akzente und dynamischen Anforderungen dieser beliebten Blasmusik wirkungsvoll auszuführen. Auch bei der farbig instrumentierten Polka «Morgengedanken» und dem rassigen «Bohemian Gallop» gelang dies dem Egerkinger Corps ausgezeichnet.

Präsident Kurt Rütti begrüsste die zahlreichen Gäste und machte auf die von den Jungmusikanten genähten Chriesisäckli aufmerksam, deren Erlös dem Uniformenfonds zugutekam, denn bald möchte man neue Uniformhosen anschaffen. Wenn ein britischer König einen Schweizer als «König der Hoteliers und Hotelier der Könige» bezeichnet, muss schon etwas dahinterstecken.

Der Walliser César Ritz hat sich in der ganzen Welt als Hotelier der obersten Klasse einen Ruf gemacht. So bedeutet in Amerika das geflügelte Wort «Puttin› on the Ritz» sich in Schale werfen, sich chic anziehen. Der Komponist Irving Berlin hat um 1930 unter diesem Titel einen Song geschrieben, der den zweiten Konzertteil im Broadwaystil eröffnete. Die Musik von «A Morricone Portrait» stammt aus den Filmen «My Name Is Nobody», «Metello» und «Here’s To You». Der erstaunliche Musiker ist vor drei Wochen 90-jährig geworden und hat immer noch hin und wieder Auftritte als Dirigent.

Nach der monumentalen Filmmusik war die Bühne frei für drei Soldaten, die das Lied der «Gilberte de Courgenay» sangen. Komponiert von zwei Luzerner Militärmusikern wurde dieser Schlager im ganzen Land durch den Sänger Hanns In Der Gand bekannt. Vor hundert Jahren war der 1. Weltkrieg vorbei, aber dieses Lied blieb unvergessen. Der Amerikaner «Leroy Anderson» feierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts grosse Erfolge als Komponist für die damaligen Unterhaltungsorchester. Einer der grössten war «Blue Tango», der auch in der Version der Egerkinger Blasmusik gefällig ankam. Antonín Žváček gilt als «König der mährischen Polka». Seine «Morgenblüten» wurden recht lebhaft und stilrein vorgetragen, die Musikanten waren also wach.

Stefanie Vogel als Ansagerin

Auch Julius Fučík, berühmt durch seinen Zirkusmarsch «Einzug der Gladiatoren», stammte aus Tschechien, das damals noch zu Österreich gehörte. Von ihm stammt der Marsch «Die lustigen Dorfschmiede», bei dem ein junger «Schmied» sehr subtil den Amboss mit dem Hammer bearbeitete. Zum Gelingen des Konzertes trug auch die Ansagerin Stefanie Vogel bei, die die einzelnen Stücke mit Sachverstand und Humor vorstellte. Das zufriedene Publikum erklatschte sich mit «Arosa» von Oscar Tschuor und Walter Josephs «Egerkinger Marsch» zwei Zugaben.

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