Sommerserie

Der Dünnern-«Kanal» soll wieder ein Bach werden

Herbetswil und Matzendorf müssen die Bachufer sanieren, gehen aber unterschiedliche Wege.

Herbetswil und Matzendorf müssen die Bachufer sanieren, gehen aber unterschiedliche Wege.

Die Sanierung des Dünnernbachbettes wird in den Thaler Gemeinden unterschiedlich gehandhabt.

An den Dünnernbachmauern zwischen Welschenrohr und Herbetswil sind Sanierungsarbeiten nötig. Das ist mit ein Grund, warum der Kanton Solothurn auf Gemeindegebiet von Herbetswil mit einem Projekt die bestehenden Hochwasserschutzdefizite beheben und die Dünnern als Naturraum gleichzeitig aufwerten will. Die Projektierungsarbeiten haben bereits im März 2016 begonnen.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich 2021 starten, schreibt das zuständige Amt für Raumplanung. «Ich freue mich auf die Renaturierungsmassnahmen der Dünnern im Bereich von Herbetswil», sagt dazu Gemeindepräsident Stefan Müller-Altermatt. Am kommenden 18. August wird ab 17 Uhr im Gemeindesaal Herbetswil ein öffentlicher Informationsanlass als Start des Mitwirkungsverfahrens, welches bis zum 17. September dauert, durchgeführt.

Unterschiedliche Bedürfnisse am Ufer der Dünnern

Mit der geplanten Renaturierung könne für das Dorf ein neues Naherholungsgebiet geschaffen werden, sagt Müller-Altermatt. «Das wird unser Dorf aufwerten.» Einziger Knackpunkt für die Gemeinde seien die Finanzen. «Rund zehn Prozent der Kosten müssen wir aufbringen; insbesondere die Bauten für die Brücken sind eine Gemeindeangelegenheit», so Müller-Altermatt. Derzeit sei er am Abklären, in welcher Höhe sich die Kosten belaufen würden, damit dies dann bei der Infoveranstaltung bekannt gegeben werden könne.

Einige Brücken queren den Dünnernlauf im Thal.

Einige Brücken queren den Dünnernlauf im Thal.

Die Sanierung des Bachbettes und der Bachmauern ist für Aedermannsdorf fast kein, für Matzendorf aber auch ein Thema. «Aedermannsdorf hat nur wenig Dünnernverlauf auf seinem Gemeindegebiet», sagt Bruno Born, Gemeindepräsident zur Thematik. Bisher seien noch keine Fragen diesbezüglich an ihn gestellt worden.

Die Matzendörfer müssen die Bachmauern der Dünnern ebenfalls renovieren. Grundsätzlich ist hier aber das Ziel, den Uferhang und somit auch die dort angrenzenden Infrastrukturbauten wie Wege und Werkleitungen zu schützen, damit die Erosion nicht mehr weiter voranschreitet. So wurde an der letzten Budgetgemeindeversammlung im vergangenen Dezember orientiert. Ebenso soll aber eine genügend grosse Abflusskapazität aufrechterhalten werden.

Teil der industriellen Entwicklung der Region

Auch wenn die Wasserkraft der Dünnern heute in den Thaler Gemeinden keine wichtige Rolle mehr spielt, so war sie doch für die industrielle Entwicklung der Region äusserst bedeutsam. 1779 wurde durch den späteren Pionier der Solothurner Eisenindustrie, Rudolf von Roll, eine Hammerschmiede auf heutigem Gemeindegebiet von Aedermannsdorf an der Dünnern gegründet. Hier wurden Waffen, Pfannen und Werkzeug geschmiedet. Im Jahr 1798 gründete Ludwig von Roll ebenfalls dort eine Fayencefabrik, die Steingut- und Fayencegeschirr von hoher Qualität herstellte. Im Keramikmuseum in Matzendorf sind viele Exponate aus dieser Produktion zu sehen. Die Hammerschmiede wurde 1841 aufgegeben.

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