Härkingen
Der «Baupfusch» aus dem Jahr 1998 soll beseitigt werden

Nach dem Hauptspielfeld soll in Härkingen auch der Trainingsplatz für 445000 Franken saniert werden. Nötig wurde diese Sanierung, weil beim Einbau der Rasenflächen des im Jahr 1998 in Betrieb genommen Sportplatzes Aesch gepfuscht worden war.

Erwin von Arb
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In Härkingen wurde diese Woche der Fussballplatz von einer spezialisierten Firma gepflegt und instand gestellt. Bei den Torräumen wurde neuer Rasen eingesetzt.

In Härkingen wurde diese Woche der Fussballplatz von einer spezialisierten Firma gepflegt und instand gestellt. Bei den Torräumen wurde neuer Rasen eingesetzt.

Erwin von Arb

Gestern Mittwoch konnten die Unterhaltsarbeiten beim Fussballplatz des FC Härkingen auf dem Areal des Sportplatzes Aesch abgeschlossen werden. Dazu gehört auch die sogenannte Tiefenlockerung des Spielfeldes mit einer Spezialmaschine, welche mittels etwa 20 Zentimeter tiefen Einstichen das Erdreich auflockert und belüftet und damit einhergehend auch den Abfluss des Oberflächenwassers begünstigt. Während der zwei Tage dauernden Unterhaltsarbeiten wurden ferner im Bereich der besonders strapazierten Torräume rund 60 Quadratmeter Rasenfläche entfernt und durch Rollrasen ersetzt. Auf dem «normal» beanspruchten Spielfeld wurden zudem Rasensamen und Dünger verteilt und danach gewässert und eingewalzt, wie Adrian Dick von der ausführendenden Firma dazu erklärt. Dick empfiehlt, solche Unterhaltsarbeiten möglichst jährlich vorzunehmen, um die Qualität der Spielfläche langfristig gewährleisten zu können.

Für den Unterhalt des Sportplatzes Aesch stellt die Einwohnergemeinde jährlich etwa 30 000 Franken bereit, wie Gemeindepräsident Daniel Nützi auf Anfrage erwähnt. Allerdings lohnt sich das nur für den erwähnten Fussballplatz, welchen die Gemeinde im Jahr 2010 für rund 500 000 Franken vollständig saniert hat.

«Pfuschfirma» ging Konkurs

Nötig wurde diese Sanierung, weil beim Einbau der Rasenflächen des im Jahr 1998 in Betrieb genommen Sportplatzes Aesch gepfuscht worden war. Statt des für Sportplätze empfohlenen Mischverhältnisses mit 70 Prozent Sand und 30 Prozent Humus wurden in Härkingen 70 Humus und 30 Prozent Sand eingebracht. Auch die Sickerschlitze waren zu wenig tief angelegt worden, wie eine Untersuchung zutage gefördert hatte (wir berichteten).

Weil die Firma, welche diesen Auftrag ausgeführt hatte, nicht mehr existiert, muss die Gemeinde für den Schaden im Gesamtbetrag von rund 1 Mio. Franken selbst aufkommen. Entsprechend wurde an der Gemeindeversammlung im Dezember 2009 über dieses Fiasko orientiert und debattiert. Im Hinblick auf den eingeschränkten Spielbetrieb des FC Härkingen, der wegen der stetigen Nässe auf dem Fussballplatz und dem Trainingsfeld immer wieder Spiele absagen oder verschieben musste, sprach der Souverän dennoch klar einen Kredit von 550 000 Franken, um in einer ersten Etappe das Hauptspielfeld zu sanieren.

Neues Entwässerungssystem

Im kommenden Jahr will die Einwohnergemeinde nun auch das rund 6000 Quadratmeter grosse Trainingsfeld sanieren. Dafür muss wie bereits beim Hauptspielfeld das gesamte Entwässerungssystem neu erstellt werden, wie Gemeindepräsident Daniel Nützi dazu ausführt. Dies sei für eine funktionierende Entwässerung nötig. «Beim Fussballplatz haben wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht» so Nützi. Bei der Sanierung des Trainingsfeldes soll indessen nicht mehr Rollrasen verwendet werden. Das aus Holland angekarrte Produkt habe gemäss der beigezogenen Sportplatzfirma nicht mehr die Qualität einer konventionell angesäten Rasenfläche, berichtet Nützi.

«Der Altlast entledigen»

Für die Sanierung des Trainingsplatzes muss die Gemeinde erneut viel investieren. Gemäss Offerte wird mit Kosten von 445 000 Franken gerechnet. Das ist ungefähr die Hälfte der für 2015 budgetierten Nettoinvestitionen der Einwohnergemeinde, welche sich auf insgesamt 891 600 Franken belaufen. Nützi ist zuversichtlich, dass der Souverän an der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember den vom Gemeinderat beantragten Kredit sprechen wird. «Wir müssen uns dieser Altlast entledigen, wenn der Betrieb auf dem Sportplatz auch künftig gewährleistet werden soll, zumal die Anlage nebst dem Fussballclub auch noch von anderen Vereinen und insbesondere der Schule genutzt wird», findet der Gemeindepräsident.

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