Obergösgen
Der Bau von zwei Kreiseln ist geplant

Die Einwohnergemeinde und der Kanton orientierten über die geplante Umgestaltung des Dorfzentrums Obergösgen.

Beat Wyttenbach
Merken
Drucken
Teilen
Der Kreisel bei der Einmündung Lostorferstrasse (rechts) soll einen Durchmesser von 28 Metern haben.

Der Kreisel bei der Einmündung Lostorferstrasse (rechts) soll einen Durchmesser von 28 Metern haben.

Bruno Kissling

Das Thema interessierte: Rund 110 Personen waren am Mittwochabend in der Turnhalle des Kleinfeld-Schulhauses anwesend, um der Orientierung über den Projektstand Umgestaltung Obergösger Ortszentrum beizuwohnen. Gemeindepräsident Christoph Kunz meinte: «Es ist ein Meilenstein erreicht. Das Vorprojekt ist abgeschlossen, und nun können wir die Bevölkerung orientieren».

Die entsprechende Vorarbeit geleistet hatte der Ausschuss Ortszentrum mit Peter Ungerer (Präsident), Roman Bärfuss, Hansjörg Frey, Martin Kissling, Jeanette Schärer und Kurt Stebler.

Definitiv zwei Kreisel

Lothar Bürgi, Projektleiter beim Amt für Verkehr und Tiefbau, stellte das Projekt vor. Dieses basiert auf dem Verkehrskonzept 2011. Von diesem seien die Sanierung Aarauerstrasse (Bollenfeldstrasse bis Jurastrasse) und der Bau der neuen Kanalbrücke umgesetzt. Nun sei die Umgestaltung des Dorfzentrums an der Reihe. Mit dieser Massnahme wolle man den Verkehrsfluss optimieren, die Verkehrssicherheit verbessern, das Dorfbild aufwerten, die Infrastruktur (Strasse und Werkleitungen) erneuern sowie die öffentlichen Gelder optimal einsetzen.

«Wir haben es uns nicht einfach gemacht bei der Lösungssuche», hielt Bürgi fest. Konkret habe man etliche Varianten geprüft, um die Knoten Lostorferstrasse und Schachenstrasse zu entlasten, unter anderem mit Einspurstrecken, Mehrzweckstreifen, Lichtsignalanlagen und Kreiseln. Nur die Varianten Kreisel und Lichtsignalanlagen seien bei der Schlussprüfung übriggeblieben. Währenddem die Ampeln nur beim öV (Bevorzugung der Busse) gepunktet haben, hätten die Kreisel punkto Verkehrskapazität, Verkehrsfluss, Sicherheit, Ortsbildschutz und Kosten die Nase vorn gehabt. Also habe man die Kreiselvarianten weiter verfolgt, so Bürgi.

«Ins Ortsbild eingebettet»

Thomas Schwab von den Werk1 Architekten und Planern, Olten, legte anschliessend seine Sicht der Dinge bezüglich Kongruenz von Kreiseln und Ortsbildschutz dar. «Wir mussten schauen, ob diese Verkehrsführung sensibel genug ist, um ins Ortsbild eingebettet zu werden», erklärte er. Grundsätzlich sei sie dies. Sein Büro empfahl aber flankierende Massnahmen, so den Rückbau der Brunnenanlage beim Kreisel Lostorferstrasse, die Eliminierung der fünf Buchen vor der Kirchenmauer oder die Anpassung der Kirchenmauer im Bereich Kreisel Schachenstrasse. «Die beiden Kreisel vertragen sich in vertretbarem Mass mit dem Ortsbild», war sein Fazit.

Werner Berger, Geschäftsleiter beim Büro KFB Pfister AG, Olten, stellte das Projekt dann noch im Detail vor. «Mit den beiden Kreiseln können wir das Linksabbiegerproblem lösen. Mit der reduzierten Geschwindigkeit wird die Sicherheit zudem noch mehr gewährleistet. Gleichzeitig sind Projekte zur Sanierung von Wasserversorgung und Kanalisation angemeldet, und auch die Strassenbeleuchtung muss umgestellt werden», hielt er fest. Der Betonkreisel Lostorferstrasse würde einen Durchmesser von 28 Metern aufweisen, der Betonkreisel Schachenstrasse einen von 24 Metern.

Weil die Aarauer- respektive Oltnerstrasse zu den Schwertransportrouten zählen, müssen die beiden Kreisel zudem gut befahrbar sein. Auch der Treppenaufgang zum Friedhof bleibe gewährleistet. Noch nicht gelöst ist das Problem mit den Parkplätzen im Bereich der beiden Kreisel. Speziell beim Kreisel Schachenstrasse zu erwähnen ist, dass dieser wegen des Geländegefälles in einem Winkel von fünf Grad schräg gestellt wird, was entsprechende Niveau-Anpassungen bei der Schachenstrasse zur Folge haben wird. «Noch unschlüssig ist, wie wir das Verkehrsregime während der Umbauphase gestalten», hielt Berger fest.

In der anschliessenden Diskussion wurde deutlich, dass der Mittelkreis der Insel mit ein Thema ist. Bernhard Pulver etwa fragte nach Normen. Laut Berger gibt es solche, «die Mittelinsel muss erkennbar sein». Und auch das Votum von Pius Kyburz machte deutlich, dass, wie angetönt, das Parkplatzproblem im Bereich der beiden Kreisel noch gelöst werden muss. Dasselbe gilt für die Bushaltestellen auf der Oltnerstrasse und eingangs Lostorferstrasse. Die Frage von Kantonsrat Urs Huber nach den Gesamtkosten schliesslich ergibt folgendes Bild: Für die Umgestaltung des Ortsbildes werden Stand jetzt 3,2 Mio. Franken veranschlagt und für die Umgestaltung der Schachenstrasse 1,7 Mio. Franken (alles exklusive Kosten für den Ersatz von Werkleitungen). Davon tragen der Bund 0,5 Mio. Franken, der Kanton 3,1 Mio. Franken und die Einwohnergemeinde Obergösgen 1,3 Mio. Franken.