Wolfwil
Der Barockgarten erhält keine Denkmalschutz-Beiträge

Das Verwaltungsgericht entscheidet gegen die Beschwerde des ehemaligen Besitzers des Barockgarten in Wolfwil und stützt den Entscheid der kantonalen Denkmalpflege.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Der Barockgarten des ehemaligen Gasthofs Kreuz ist nicht unter Denkmalschutz.

Der Barockgarten des ehemaligen Gasthofs Kreuz ist nicht unter Denkmalschutz.

zvg

Das ehemalige Wirtshaus Kreuz in Wolfwil, auch als Redinghaus bekannt, ist seit 1947 im «Amtlichen Inventar der unter öffentlichem Schutz stehenden Altertümer des Kantons Solothurn» aufgeführt. Ebenfalls ist das Haus in der Datenbank der kantonalen Denkmalpflege Solothurn im Schutzverzeichnis verzeichnet und steht demnach unter Denkmalschutz.

Der dazugehörende Barockgarten hingegen verfügt – ausser der Gartenmauer und dem Tor aus Schmiedeisen – jedoch über keinen separaten Schutzstatus und ist somit nicht berechtigt, Denkmalpflege-Beiträge zu erhalten.

Pflanzungen sollen vereinfacht werden

So sind die Bestimmungen. Der frühere Besitzer der Liegenschaft gelangte im Mai 2018 an die kantonale Denkmalpflege. Er ersuchte um einen Beitrag an die Instandstellung des Barockgartens und stellte ein entsprechendes Begehren. Er begründete dies damit, dass im Jahr 2014 die Buchsbaumhecke im Barockstil durch einen Pilzbefall stark beschädigt worden sei.

Daraufhin gab es eine Besprechung mit einem Mitarbeiter der Kantonalen Denkmalpflege und einem vom Amt zugezogenen Landschaftsgärtner vor Ort. Dort sei klar geworden, dass der Buchs, der die barocke Form der Gartenanlage kennzeichnet, durch eine andere Staudenart ersetzt werden müsse, denn der Pilz überlebe fünf Jahre im Boden. Man habe ihm seitens der Denkmalpflege vorgeschlagen, die Pflanzungen zu vereinfachen, heisst es in den Gerichtsakten.

Und weiter: Es sei damals zwar schon gesagt worden, dass ein Beitrag unwahrscheinlich sei, da es sich um eine Neupflanzung handle. Da es sich um eine Wiederherstellung der barocken Form handle, habe der damalige Besitzer mit einem früheren Mitarbeiter der Denkmalpflege Kontakt aufgenommen und ihm die Situation geschildert. Für diesen sei der Nicht-Beitragsbescheid unverständlich gewesen, wird beschrieben, worauf dieser direkt mit dem Amt Kontakt aufgenommen habe. Dem ehemaligen Mitarbeiter wurde dort telefonisch erklärt, dass doch ein Beitrag in Aussicht gestellt werden könnte. Daraufhin habe er die Sanierung nach den von der Denkmalpflege bewilligten Plänen durchführen lassen und habe mittels Schreiben um einen Beitrag vom Amt für Denkmalpflege und Archäologie ersucht.

Sich an der Planaufnahme beteiligt

Dieses Anliegen wurde aber durch das Bau- und Justizdepartement, welches das Amt für Denkmalpflege vertritt, abgelehnt. Zur Begründung wurde festgehalten, dass die Neugestaltung und damit Vereinfachung des Gartens nur bewilligt worden sei, weil der Garten über keinen separaten Schutzstatus verfüge. Ausserdem habe die kantonale Denkmalpflege mit der Kostenübernahme der Planaufnahme des Gartens bereits einen finanziellen Beitrag an den Garten geleistet.

Der damalige Besitzer gab sich mit dieser Absage nicht zufrieden und reichte im Dezember 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Er weist darin nochmals darauf hin, dass die Vereinfachung des Gartens auf Wunsch der Denkmalpflege beziehungsweise des von ihr beigezogenen Gartenarchitekten erfolgt sei.

Das Verwaltungsgericht anerkennt, dass das Gesuch um einen Denkmalpflege-Beitrag zu Recht abgelehnt wurde, weil der Garten nicht zu einem historischen Kulturdenkmal erklärt wurde. Aus allenfalls vorgängig erteilten mündlichen Aussagen könne der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten; sie genügen nicht als verbindliche Vertrauensgrundlage, so das Verwaltungsgericht.