Umbau

Der Bahnhof Egerkingen bekommt ein Face-Lifting

Soll bald in neuem Glanz erstrahlen und eine Verkaufsfläche beherbergen: der Bahnhof Egerkingen.

Soll bald in neuem Glanz erstrahlen und eine Verkaufsfläche beherbergen: der Bahnhof Egerkingen.

575'000 Franken investiert die SBB in den Standort Egerkingen. Sie will im 1875 gebauten Bahnhofsgebäude eine Verkaufsfläche erstellen.

Seit zehn Jahren ist der Billettschalter am Bahnhof Egerkingen zu. Nun will die SBB den Bahnhof wieder beleben. Zwar kommt Egerkingen nicht in den Genuss eines Revivals des bedienten Billettkaufs, doch zumindest soll ein Verkaufsladen auf der Etage des ehemaligen Bahnschalters eingerichtet werden. Zudem soll das ganze Bahnhofsgebäude in neuem Glanz erstrahlen.

Neuer Anstrich

An der Aussenansicht wird sich jedoch nicht viel ändern. «Einzig der Wohnungseingang wird nach Norden verschoben», wie Franziska Frey von der SBB Medienstelle mitteilt. Dies, weil das Gebäude geschützt sei. Nur die Fenster und Fensterläden sollen ersetzt werden, zudem erhalte das Gebäude einen neuen Anstrich. Im Innern des Hauses sind die Änderungen augenfälliger.

Im ersten Stock wird der Raum zu einer Verkaufsfläche umfunktioniert, während im zweiten Stock die Wohnung saniert wird. Ein ähnlicher Umbau erfuhr zum Beispiel der Bahnhof Hägendorf im Jahr 2013/2014. Wer die Ladenfläche mieten soll, ist momentan noch offen, wie Franziska Frey weiter mitteilt: «Derzeit laufen Gespräche, zum momentanen Zeitpunkt können wir uns jedoch noch nicht weiter dazu äussern.»

2023 wird WC abgerissen

Die gesamte Fläche des neuen Verkaufsraums beträgt rund 150 m². Analog zum Bahnhof Hägendorf soll auch in Egerkingen eine Rollstuhlrampe errichtet werden. Dass der Bahnhof Egerkingen ansonsten alles andere als behindertengerecht ist, ist bekannt. Dem wird die SBB 2023 Abhilfe schaffen. Dafür werden die Toilettenanlagen weichen müssen. «Ein Infrastruktur-Projekt sieht den Abriss des Gebäudes bis 2023 vor, damit eine Rampe für den behindertengerechten Zugang erstellt werden kann», heisst es vonseiten der SBB-Pressestelle.

Vorerst wird an der Anlage äusserlich jedoch nichts verändert. «Die alte WC-Anlage wird für die Ladenmieter zu einem Personal- und Kunden-WC».

Insgesamt investiert die SBB 575 000 Franken in die Sanierung und den Umbau des Bahnhofgebäudes, welches ursprünglich auch Wohnraum für den Bahnhofvorstand und seine Familie war. Geht es nach der SBB, so werden die Sanierungsarbeiten im ersten Quartal 2017 anlaufen.

Dem Pioniergeist in den Anfängen des Bahnausbaus in der Schweiz ist es zu verdanken, dass Egerkingen bereits 1875 zu einem eigenen Bahnhof kam. Dies geschah im Zuge des Neubaus der sogenannten Gäubahn, also der Bahnstrecke von Olten nach Solothurn. Am 4. Dezember 1876 wurde die Strecke eröffnet und fortan war auch Egerkingen mit dem wachsenden Schienennetz der Schweiz verbunden. Federführend war die damalige Schweizerische Centralbahn, welche anfangs 20 Jahrhundert in die SBB integriert wurde.

Die Gäubahn wurde ab Ende des Jahres 1927 elektrisch betrieben. Ab 1950 wurde der Zweispurausbau vorangetrieben. Im gleichen Zeitraum wurde zudem das letzte Mal ein grösserer Umbau am Bahnhofsgebäude an die Hand genommen. 60 Jahre später will die SBB das Gebäude nun sanieren.

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